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Fraunhofer baut an

Am Freitag erfolgte der Spatenstich für die Erweiterung. Das Zittauer Forschungsinstitut soll fast fünfmal so groß werden wie jetzt - und ist dennoch zu klein.

Spatenstich beim Fraunhofer Institut in Zittau für den Erweiterungsbau.
Spatenstich beim Fraunhofer Institut in Zittau für den Erweiterungsbau. © Matthias Weber/photoweber.de

Strahlend blauer Himmel, 30 Grad - und alles schwitzt beim Spatenstich für die Fraunhofer-Erweiterung. Der heiße Tag passt aber irgendwie. Schon zum Richtfest im November 2015 hatte ein Hagelschauer die Politiker und Wissenschaftler überrascht. Und bei der Einweihung des Fraunhofer Kunststoffzentrums in Zittau ein Jahr später fiel dann die Heizung im Festzelt aus, erinnert sich Professor Welf-Guntram Drossel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IWU.

Vielleicht hatte das Fraunhofer-Team auch deshalb für den feierlichen Spatenstich keinen Termin kurz vor oder kurz nach dem Winter gewählt, sondern mitten im Sommer. Diesmal musste zumindest niemand frieren. Mancher hätte sich das angesichts der heißen Temperaturen vielleicht sogar gewünscht.

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MP Kretschmer lobt das Fraunhofer-Team

Und die Gäste waren zahlreich  - und auch prominent - auf den Zittauer Hochschul-Campus gekommen. Etwa 70 waren es insgesamt. "Wir hatten anfangs mit 15 bis 20 Gästen gerechnet", sagt Professor Sebastian Scholz, der Leiter des Fraunhofer Kunststoffzentrums Oberlausitz. Tag für Tag kamen aber weitere Anmeldungen hinzu. 

Was eigentlich kein Problem ist, stellte das Fraunhofer-Team in Corona-Zeiten vor Herausforderungen. Denn die strengen Corona-Vorschriften wie zum Beispiel Mindestabstände mussten trotz der vielen Gäste eingehalten werden.  "Wir müssen Veranstaltungen so organisieren, dass sie möglich sind", nimmt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in seiner Rede dazu Stellung. "Ihre ist der Beweis, dass es geht", lobt er das Fraunhofer-Team.

Die Erweiterung des Fraunhofer-Instituts sei ein Bekenntnis des Freistaates zu Zittau, findet Kretschmer. Für rund sechs Millionen Euro soll das Forschungszentrum von 146 Quadratmetern auf über 700 Quadratmeter vergrößert werden. Gleichzeitig soll sich die Zahl der Mitarbeiter fast verdoppeln - von derzeit 24 auf dann über 40. Schon im September sollen die Bagger rollen, kündigt Professor Drossel an. Die Bauübergabe ist für Frühling 2022 geplant.

Schon nächste Erweiterung in Aussicht

Die Region stehe erneut vor einem großen Umbruch und Fraunhofer gestalte diesen Strukturwandel mit, erklärt Professor Drossel. Dafür danke er nicht nur den forschenden Kollegen in Zittau, sondern auch den politischen Wegbereitern. Ohne Michael Kretschmer gebe es sowohl das Haus am Stadtring als auch die jetzige Erweiterung nicht, steht für Professor Scholz fest. Kretschmer gab das Lob gleich weiter und meinte, dass dieser Erfolg viele Väter habe.

Auch, wenn das Fraunhofer-Institut durch den Erweiterungsbau fast fünfmal so groß wird, ist schon jetzt klar, dass auch dieser Platz nicht ausreichen wird. Eine weitere Parallele zur Einweihung des Fraunhofer-Technikums im November 2016. Damals war man sich ebenfalls bewusst, dass das Institut zu klein ist und, kaum eingeweiht, schon wieder vergrößert werden muss. Knapp vier Jahre dauerte es allerdings, bis dieser Plan nun umgesetzt wird.

Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) versprach, dass für eine weitere Vergrößerung sich sicher entsprechende Grundstücke finden lassen.

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