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Freital will Konzept für öffentliche Klos

In der Debatte um fehlende WCs schaut die Stadt auch in andere Kommunen. Die Erfahrungen sprechen eher gegen die Anlagen.

Von Matthias Weigel

Kann sich Freital mehr als eine öffentliche Toilette am Busbahnhof leisten? Während die Bürger zunehmend auf die Einrichtung von neuen stillen Örtchen mit längeren Öffnungszeiten in Freital drängen, will das Rathaus erst Klarheit über Kosten, Wirtschaftlichkeit, Betreiberform und gesamtstädtischen Bedarf haben, bevor über neue WCs oder Alternativen entschieden wird. Die Toilette am Busbahnhof, die werktags von 6 bis 18 Uhr geöffnet ist, kostet Freital übrigens allein 10 000 Euro pro Jahr. Plus Kosten, die Vandalismus und Schmierereien verursachen. Für die Betrachtung aber hat sich die Stadtverwaltung nun auch bei anderen Kommunen nach deren Erfahrungen mit den öffentlichen Klos erkundigt, wie es jüngst aus dem Bauamt hieß. Unter anderem soll dort Freiberg eine Rolle gespielt haben.

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Auch die SZ hat dort angefragt. Die Bilanz ist allerdings ernüchternd: In den vergangenen fünf Jahren sind hier drei Toilettenanlagen aus rein wirtschaftlichen Gründen geschlossen worden, erklärt Stadtsprecherin Katharina Wegelt. 830 Euro Einnahmen, die Benutzung kostet einheitlich 50 Cent, standen hier jährlich Ausgaben von 33 200 Euro entgegen. Verblieben sind noch vier Anlagen an zentralen Bereichen. Doch auch hier muss Freiberg ordentlich zubuttern. Wegelt nennt 72 000 Euro Kosten bei Einnahmen von rund 30 200 Euro.

Doch die Betriebskosten spielen auch bei den Freitaler Überlegungen nicht nur eine Rolle. Denn neben den Investitionen – um die 100 000 bis 150 000 Euro je Klo – spielen auch Folgekosten eine Rolle, die durch den zunehmenden Vandalismus in der Stadt entstehen würden. In Freiberg waren das 2012 rund 3 500 Euro. 2013 lag die Summe bereits bei über 6 000 Euro.