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Frischer Wind für die Blaue Lagune

Der Braune Hirsch in Bernstadt, das Kiesdorfer Kulti und die Blaue Lagune werden zusammengehören: Eine Rennersdorfer Firma hegt See-Pläne und löst auch den Golfplatzstreit.

Von Anja Beutler

Eigentlich sollte es auf der Gemeinderatssitzung der Schönau-Berzdorfer nur um das kleine Kiesdorfer Kulturzentrum gehen. Das benötigt ab 1. Juli nämlich einen neuen Pächter, der damit auch die Mittagessenversorgung für Schule und Kindertagesstätte übernimmt. Doch mit der nun gefundenen Lösung schlägt die Gemeinde gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe und bringt frischen Wind an den Berzdorfer See – genauer gesagt, an die Blaue Lagune.

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Übernehmen wird das Kulti nämlich die Stöcker Hotel GmbH & Co. KG. Hinter diesem Unternehmen steht die Rennersdorfer Firma Euroimmun von Firmengründer Prof. Dr. Winfried Stöcker, die seit Jahren in Rennersdorf Labordiagnostika herstellt und entwickelt. Die neue Hotel GmbH hat sich allerdings nicht ohne Grund für das Kiesdorfer Kulti entschieden. Denn die Stöcker Hotel GmbH übernimmt auch die Strandbewirtschaftung in der Blauen Lagune.

Kiesdorf als Basis für den See

Für alles, was das Kulinarische betrifft, wird das Kiesdorfer Kulti dann Ausgangsbasis für die Strandversorgung sein. „In dem Container am Strand ist es zu eng, da kann man nicht viel kochen“, erklärt Henry Kellner, der im Kulti die Hoheit über die Kochtöpfe haben wird. Von Kiesdorf bis an den See sei es aber nicht weit, so dass man die benötigten Waren leicht und vor allem auch schnell anliefern könne. Was genau den Strandbesucher erwartet, könne man noch nicht genau sagen, das Angebot werde sich zunächst aber im Imbissbereich bewegen.

Fest steht aber, dass auch die Bernstädter Traditionsgaststätte „Brauner Hirsch“ in die Gastronomie-Pläne einbezogen ist. Im Spätsommer 2011 war bekannt geworden, dass die Rennersdorfer das traditionsreiche Haus sanieren und führen wollen. Der neue Kulti-Koch Henry Kellner wird dann der Bernstädter Küchenchef sein. „Ich kann mich in Kiesdorf schon mal ein bisschen warmkochen“, sagt er schmunzelnd und ergänzt ernst: „Frische Zutaten von regionalen Lieferanten sind uns sehr wichtig“, betont der 28-jährige Koch, der bis vor Kurzem im Euroimmun-Hauptsitz in Lübeck gekocht hat und nun in seine Heimat zurückgekehrt ist. Doch die Stöcker Hotel GmbH will sich nicht nur um Essen und Getränke kümmern: Noch in diesem Jahr soll es am Schönauer Strand einen 900 Quadratmeter großen Spielplatz geben, der für Kinder aller Altersgruppen viel Platz und Geräte zum Austoben bietet. „Für uns ist es wichtig, etwas für Familien, für die Naherholung zu tun“, erklärt der Mit-Gesellschafter der neuen GmbH, Lothar Renner, auch mit Blick auf die vielen jungen Mitarbeiter in Rennersdorf, bei denen der See ein beliebtes Ziel ist. Allerdings müsse die LMBV, der Grund und Boden gehöre, den Spielplatzplänen noch zustimmen. Danach könne es aber sofort losgehen.

Wann genau die wasserrechtliche Genehmigung für das Baden vorliegt, spielt dabei nicht die größte Rolle: „Es sind ja auch viele Radfahrer am See unterwegs. Und die können bei uns am Strand dann eine Pause machen“, sagt Lothar Renner. Genügend Sitzgelegenheiten wird es dann geben: Man werde Steinbänke aufstellen. Die beiden bestehenden Container für Verkauf und Toilette am Strand werde die Stöcker Hotel GmbH übernehmen und durch zwei weitere, neue ergänzen.

Und noch ein weiteres, für die Gemeinde aber immens wichtiges Problem wird die Stöcker Hotel GmbH lösen: den Dauerstreit mit der Golf- und Freizeitanlagen Görlitz GmbH. Vor Gericht geht es derzeit um einen Erbbaupachtvertrag und um Geld, das die Golf GmbH für ihre bisherigen Aufwendungen ausgezahlt haben möchte. Die neuen Partner von Schönau-Berzdorf werden hier helfen. Über eigene Golfplatz-Pläne spricht Lothar Renner derzeit aber noch nicht. Die Hotel GmbH habe aber generell Interesse – am Ende des Streits.