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Froh, dass Schule wieder funktioniert

Neustart im Corona-Modus: Sächsische.de begleitet eine Woche lang die Grundschule in Waldheim. Heute: Elternsprecherin Sylvia Schuster.

Wie alle Mütter und Väter darf auch die Elternsprecherin Sylvia Schuster derzeit die Waldheimer Grundschule nicht betreten. Sie ist aber froh darüber, dass die Kinder wieder in der Schule lernen dürfen.
Wie alle Mütter und Väter darf auch die Elternsprecherin Sylvia Schuster derzeit die Waldheimer Grundschule nicht betreten. Sie ist aber froh darüber, dass die Kinder wieder in der Schule lernen dürfen. © Dietmar Thomas

Waldheim. Seit Beginn des Schuljahres ist Sylvia Schuster Elternsprecherin der Waldheimer Grundschule. Als sie die Funktion übernahm, ahnte sie nicht, dass das Jahr von Corona und Homeschooling geprägt sein würde. Bei machen Entscheidungen der Landesregierung hätte sie sich mehr Zeit gewünscht. 

„In der Tat sind wir sehr überrascht gewesen, als es plötzlich eine Woche vorher hieß, dass die Kinder ab 18. Mai alle wieder in die Grundschule dürfen“, erzählt die Waldheimerin, deren Tochter die zweite Klasse besucht. „Erst wurde immer wieder gesagt, es gibt einen langsamen Neustart. Deshalb haben wir uns als Eltern über die dann doch recht schnelle Vorgehensweise gewundert.“ 

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Ihre Tochter habe sich aber riesig gefreut, dass sie endlich ihre Lehrerin und die Schulfreunde wiedersehen kann. Das Lernen im Klassenverband sei eben doch anders als die Lernzeit zu Hause, wo die Kinder die Aufgaben nur der Reihe nach abarbeiten.

Schüler optimal versorgt

Aus Sicht der Elternsprecherin sind die Schüler optimal von den Lehrern mit Lernstoff versorgt worden. Dabei ist ihr durchaus bewusst, dass sie als selbstständige Immobilienmaklerin, die sich ihre Arbeitszeit frei einteilen kann, gegenüber vielen Eltern im Vorteil ist. „Der Schreibtisch meiner Tochter steht zu Hause neben meinem. Ich arbeite ohnehin immer im Homeoffice. Da ist das natürlich alles einfacher zu koordinieren und gut zu bewältigen“, sagt sie. 

Drei bis vier Stunden habe ihre Tochter während der Zeit der Schulschließungen täglich an den Aufgaben gearbeitet. Von Anfang an habe die Schule favorisiert, keine allzu großen Lücken im Lehrplan entstehen zu lassen. „Und ich denke, das ist auch gelungen“, so Sylvia Schuster. Das sei aber mit Sicherheit nicht bei allen Schülern der Fall und einigen Kindern werde es schwerfallen, wieder den Anschluss zu finden. „Vielleicht könnte für diejenigen so etwas wie eine Sommerschule organisiert werden. Das ist aber nur meine persönliche Meinung.“

Gewöhnungsbedürftig sei für die Eltern noch die Bringe- und Abholsituation. Die Mütter und Väter dürfen derzeit das Schulhaus nicht betreten und müssen sich am Eingang von den Kindern verabschieden und sie auch dort wieder in Empfang nehmen. Zu „Nicht-Corona-Zeiten habe sie ihr Kind manchmal zwischen zwei Terminen geholt. Das geht jetzt nicht mehr. Vielmehr muss eine Abholzeit vereinbart werden, zu der das Kind rausgeschickt wird. „Das fördert aber vielleicht ein wenig die Selbstständigkeit der Kinder“, so Sylvia Schuster. 

Keine Angst vor Ansteckung

Bedauerlich findet sie, dass es aller Voraussicht nach für die Viertklässler keine Abschlussfahrten und keine Abschlussfeiern geben wird. „Diese Kinder hat es meiner Meinung nach am härtesten getroffen.“ 

Angst, dass sich ihre Tochter in der Schule mit dem Coronavirus infizieren könnte, hat Sylvia Schuster nicht. „Ich denke, dass alle erforderlichen Hygieneregeln eingehalten werden. Ihr Kind mit Blick auf das Urteil des Leipziger Landgerichts weiter zu Hause zu beschulen, kam für die Mutter deshalb auch nicht infrage.  Wie berichtet, können Eltern vorerst bis 5. Juni selbst entscheiden, ob ihr Kind die Schule besucht oder weiter zu Hause lernt. In Waldheim nutzen die Eltern von fünf Kindern diese Möglichkeit. 

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