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Fünf Kriterien für die Wahl des passenden E-Autos

Viele neue Modelle und eine bessere Infrastruktur könnten den Umstieg erleichtern.

Die wichtigste Frage: Wo kann ich laden?
Die wichtigste Frage: Wo kann ich laden? © Uli Sonntag/dpa

Von Fabian Hoberg

Kein Benzin oder Dieselgeruch mehr, keine nervigen Vibrationen. E-Autos haben mehr Vorteile als nur die reine Umweltverträglichkeit durch lokale Emissionsfreiheit. Neue Modelle kommen in diesem Jahr in verschiedenen Preisklassen und Fahrzeugkategorien auf den Markt. Doch bevor es auf die E-Auto-Suche geht, sollte man ein paar Dinge beachten.

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Das Rathaus für die Hosentasche
Das Rathaus für die Hosentasche

In diesem Frühling wartet die Stadtverwaltung Radebeul mit einem ganz neuen Angebot für die Einwohnerschaft auf: Die neue Radebeuler Bürger-App.

1. Die Lademöglichkeit

„Wichtig ist, vorher zu wissen, wie und wo man das E-Auto laden kann“, rät Stefan Heimlich. „Das Nutzungsverhalten ist ein anderes als bei Verbrennern“, sagt der Vorsitzende des Auto Club Europa (ACE). „Elektrofahrzeuge werden zu 80 bis 90 Prozent zu Hause geladen. Einen dritten Ort, wie eine Tankstelle, fahren die wenigsten an. Deshalb sollte es eine Lademöglichkeit zu Hause geben.“ Die Alternative wäre eine Lademöglichkeit an der Arbeitsstelle. Das Laden im öffentlichen Raum ist es bisher nicht. „Öffentliche Ladesäulen sind zu langsam und die Hochleistungssäulen HPC an Autobahnen zu teuer“, sagt er.

2. Die Reichweite

Danach stellt sich die Frage nach dem passenden Fahrzeug und der gewünschten Reichweite mit einer Batterieladung. „Die Reichweitenangst ist meist unbegründet, da 80 Prozent der Autofahrer täglich nur rund 40 Kilometer zurücklegen. Wenn das Auto nachts lädt, ist morgens der Akku wieder voll“, sagt Heimlich. Ein Kleinwagen oder Kompakter würden deshalb reichen. Zudem sollte man sich fragen, wie häufig man lange Strecken fährt oder ob man mit dem Fahrzeug verreisen will. Wird das E-Auto als Zweitwagen zum täglichen Pendeln und im Stadtverkehr eingesetzt, reiche ein kleines Auto.

3. Die Kauf- und Betriebskosten

„Solide und gute E-Autos fangen mit Abzug der Förderprämie schon bei 16.000 Euro an“, sagt Heimlich. Denn reine Elektroautos (batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge) bis 40.000 Euro Nettolistenpreis können mit bis zu 6.000 Euro gefördert werden. Dazu zählen unter anderem Seat Mii electric, Skoda Citigo E IV oder VW E-Up, die eine realistische Reichweite von knapp 200 Kilometern bieten. Auch Renault Zoe, Hyundai Kona Elektro und Nissan Leaf seien eine gute Wahl, wenn auch größer und teurer.

„Ein Elektroauto wird immer mit Vernunft assoziiert. Es ist aber Fahrspaß pur“, erklärt Heimlich. Dazu reduzierten sich die Betriebskosten um bis zu 60 Prozent, da Wartungen deutlich geringer ausfallen und Stromkosten niedriger seien als die Kosten für Benzin oder Diesel. Brennstoffzellenfahrzeuge mit Batterie, die auch als Elektrofahrzeuge gelten, seien dagegen zu teuer und mit nur zwei Modellen übersichtlich. In Deutschland werden derzeit nur der Hyundai Nexo (ab 69.000 Euro) und der Toyota Mirai (ab 78.600 Euro) verkauft.

4. Die Ladegeschwindigkeit

Thomas Schreiner vom Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) rät dazu, sich die technischen Daten von Elektrofahrzeugen genau anzuschauen und zu hinterfragen. „Es geht neben der Leistung und der Batteriegröße auch um die Ladegeschwindigkeit. Dazu zählt das Laden mit Wechsel- oder Gleichstrom, und vor allem, ob es einphasig oder dreiphasig geschieht“, sagt er.

Je nach Marke und Modell kann der sogenannte Onboard-Lader im E-Fahrzeug den Strom aus der Wallbox nicht schnell genug ins Auto transportieren, sodass die Ladegeschwindigkeit reduziert wird. Im Fahrzeug wird der Wechselstrom aus dem Netz in Gleichstrom zur Speicherung im Akku umgewandelt. „Bei einem schwachen Onboard-Lader kann die Ladeleistung von außerhalb, zu Hause oder einer öffentlichen Ladesäule, nicht voll ausgeschöpft werden. Deshalb sollten E-Autos mindestens einen dreiphasigen Lader besitzen, auch wenn der bei manchen Autos Aufpreis kostet“, rät Schreiner. Bei Schnellladesäulen an Fernstraßen fließt direkt Gleichstrom, hier spielt der Onboard-Lader keine beschränkende Rolle.

5. Die Modelle

Auch wenn kleinere Fahrzeuge meist eine kleinere Batterie und geringere Reichweite besitzen, hält Schreiner sie für sinnvoll. „Sie sind kleiner, wendiger, fahren lokal emissionsfrei, verbrauchen wenig Strom und kosten dank Umweltbonus teilweise weniger als 20.000 Euro.“ Ein großer Akku sorge zwar für mehr Reichweite, muss aber auch länger geladen werden. Interessante Elektrofahrzeuge sind für ihn unter anderem der Seat Mii Electric, Honda E und der VW ID3. „Mit dem ID3 könnte die Elektromobilität einen neuen Schub erhalten und aus der Nische austreten“, sagt Schreiner.

Das erste vollelektrische Fahrzeug von Seat, der Mii electric. Die Nachfrage war so hoch, dass der Kleinwagen zur Zeit nicht mehr ab Werk lieferbar ist. Restbestände vielleicht beim Händler.
Das erste vollelektrische Fahrzeug von Seat, der Mii electric. Die Nachfrage war so hoch, dass der Kleinwagen zur Zeit nicht mehr ab Werk lieferbar ist. Restbestände vielleicht beim Händler. © Seat/dpa
Der kompakte VW E-Up reicht für kurze Strecken im Stadtverkehr völlig aus. Auch seine Reichweite liegt bei rund 260 Kilometern. Der Preis beginnt bei 21.975 Euro. 
Der kompakte VW E-Up reicht für kurze Strecken im Stadtverkehr völlig aus. Auch seine Reichweite liegt bei rund 260 Kilometern. Der Preis beginnt bei 21.975 Euro.  © Martin Meiners/Volkswagen/dpa
Dem VW ID3 sprechen Branchenkenner Erfolg zu. Er wird seit Ende letzten Jahres produziert. Die Auslieferung ist für Sommer dieses Jahres angekündigt. 
Dem VW ID3 sprechen Branchenkenner Erfolg zu. Er wird seit Ende letzten Jahres produziert. Die Auslieferung ist für Sommer dieses Jahres angekündigt.  © Volkswagen/dpa
Der Mazda MX-30 ist ein kompakter SUV mit einer Reichweite von rund 260 Kilometern und soll Mitte des Jahres auf den Markt kommen. Der Preis beginnt ab 33.490 Euro. 
Der Mazda MX-30 ist ein kompakter SUV mit einer Reichweite von rund 260 Kilometern und soll Mitte des Jahres auf den Markt kommen. Der Preis beginnt ab 33.490 Euro.  © Mazda/dpa

Eine Einschätzung, die auch Jens Dralle teilt. Der Ressortleiter Test und Technik der Zeitschrift Auto, Motor und Sport vermutet, dass VW ID3 und auch Opel Corsa-E den Markt verändern werden. „Es sind zwei populäre Modelle von Herstellern mit einem großen Händlernetz. Dazu kommen Variantenvielfalt und ein akzeptabler Preis. Das wird Bewegung in den bisher schwachen E-Markt bringen“, sagt Dralle. Denn neben den technischen Details und dem passenden Auto fürs jeweilige Nutzungsverhalten zählen bezahlbare Technik und der passende Händler in der Nähe.

Parallel zu den neuen Modellen fahren andere Hersteller ihre Produktion von bereits vorgestellten Fahrzeugen hoch, sodass es dieses Jahr erstmals ein größeres Angebot geben werde. Elektrische Kleinwagen etwa findet Dralle besonders interessant. „Sie bringen die E-Mobilität dahin, wo sie derzeit am meisten Sinn ergibt: in urbane Regionen“, sagt Dralle.

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Eine Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge findet sich beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

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