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„Für Disney ist man nie zu alt“

Karoline Kommol hat mit ihrer Familie gepuzzelt. Das Ergebnis ist etwas ganz Besonderes.

Aus drei großen Teilen bestand eines der ersten Puzzle, die Karoline Kommol als Kind zusammengesetzt hat. Inzwischen sind die Teile kleiner und die Puzzle größer geworden. Das bisher Letzte war riesig.
Aus drei großen Teilen bestand eines der ersten Puzzle, die Karoline Kommol als Kind zusammengesetzt hat. Inzwischen sind die Teile kleiner und die Puzzle größer geworden. Das bisher Letzte war riesig. © Dietmar Thomas

Von Helene Krause

Naundorf. Ein halbes Jahr lang war eine ganze Familie im Puzzlefieber. Eigentlich sollte das Motiv binnen weniger Wochen zusammengesetzt werden. Doch das war unmöglich.

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Karoline Kommol, die als Projektleiterin im Innenausbau tätig ist, puzzelt schon seit ihrer Kindheit. Auf dem Hausboden liegen in einem Schrank zahlreiche Puzzles in jeder Größe. Nicht nur sie, auch ihre Schwester Kristina und Bruder Dirk haben sie zusammengefügt. „Ich dachte, dass Puzzeln pädagogisch wertvoll ist, weil es Ausdauer und Konzentration schult“, sagt Mutter Katrin Knoll. „Deshalb haben die Kinder jedes Jahr zum Geburtstag ein Puzzlespiel bekommen.“ Das Kleinste war 20 mal 20 Zentimeter groß und dreiteilig.

Das, was Karoline Kommol im vergangenen Jahr im Internet entdeckt hat, war das komplette Gegenteil : ein knapp sieben mal zwei Meter großes Riesenpuzzle mit Szenen aus Disneyfilmen. „Ich mag Disneymärchen“, sagt sie. Zwar hatte Karoline Kommol Zweifel, dass Schwester Kristina ihre Begeisterung teilt, trotzdem schickte sie ihr ein Bild von dem Riesepuzzle. Und die Schwester fuhr sogar nach Berlin und holte das Puzzle ab. Es wog 20 Kilogramm.

Mehr als 40.000 Teile in zehn Beuteln

Obwohl sich das Verständnis mancher Familienmitglieder in Grenzen hielt, wollten die Schwestern die in zehn Beuteln verpackten 40.320 Einzelteile über Weihnachten 2018 zu den zehn Motiven zusammenfügen. Die zeigen Schneewittchen und die sieben Zwerge, Mickymaus als Zauberlehrling in Fantasia, den fliegenden Elefanten Dumbo, Bambi, Cinderella, Peter Pan, Mogli und Balu aus dem Dschungelbuch, Arielle die Meerjungfrau, die Schöne und das Biest sowie den König der Löwen.

Am 6. Dezember begannen die Schwestern das Riesenpuzzle zusammenzusetzen. Jeden Tag arbeiteten sie daran. Jedes Motiv wurde auf einer Filzunterlage im Wohnzimmer zusammengelegt. Mutter Katrin Knoll sortierte die Teile nach der Form. Letztendlich halfen fünf Personen, die Bilder fertigzustellen. Karoline Kommol puzzelte bei allen Märchenmotiven mit. „Peter Pan war das Schwerste“, sagt sie. Erst ein halbes Jahr später wurde das Riesenpuzzle fertig.

Als alle Motive zusammengefügt waren, schoben sie die Bilder auf Holzlatten, stellten sie zusammen und verklebten sie. Ein Rahmen vervollständigte das Riesenpuzzle. „Es ist in fünf Teile zerlegbar und lässt sich dadurch gut transportieren“, sagt Karoline Kommol.

Das Puzzle wurde von Ravensburger nach den Filmszenen original mit der Hand nachgezeichnet. „Sie haben sich erlaubt, in jedem Motiv einen Mickymauskopf zu verstecken. Außerdem sind die Teile versiegelt, so dass sie nicht schmutzig werden“, so die junge Frau.

Puzzle soll verschenkt werden

Auf der Party zu ihrem 30. Geburtstag präsentiert Karoline Kommol das Riesenpuzzle jetzt ihren Gästen. Nach der Feier wird es in der Garage der Familie im Striegistal eingelagert. Karoline Kommol hofft, dass jemand begeistert von Disney ist wie sie. Denn obwohl sie selbst mehrere hundert Euro in das Puzzle, den Rahmen und die Unterkonstruktion investiert hat, möchte sie es gern an eine Kindereinrichtung oder einen anderen Interessenten verschenken.

Karoline Kommol ist ein großer Disneyfan. Deshalb hatte sie ihre Geburtstagsfeier unter das Motto „Für Disney ist man nie zu alt“ gestellt. Über Gäste, die in Kostümen von Disneyfiguren erschienen, freute sie sich besonders. Natürlich waren auch Nichtkostümierte willkommen.

Für sich selbst hatte sie ein Mickymauskostüm ausgewählt. Gleichzeitig animierte sie ihre Geburtstagsgäste, die in dem Riesenpuzzle versteckten Mickymausköpfe zu finden. Der große Kopf einer Mickymaus hing auch über dem Eingang zum Festzelt. Der Weg dorthin war, wie bei einer Oscarverleihung, mit einem roten Teppich ausgelegt.

Obwohl Karoline Kommol für Disneyfiguren und -filme schwärmt, war sie noch nie in Disneyland. „Ich möchte gern einmal hin“, sagt sie. Dieser Wunsch erfüllt sich für sie. Als Geburtstagsüberraschung haben ihre Geschwister für sie eine Reise ins Disneyland Paris gebucht. Die wird sie im September antreten.

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