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Fundhunde bekommen neue Zwinger

Das Görlitzer Tierheim wird mit einem Preis ausgezeichnet und kann sich nun besser gegen Überflutung schützen.

Von Daniela Pfeiffer

Endlich raus! Dunja zerrt an der Leine, was das Zeug hält. Sie ist eine kräftige Hündin. Wenn die Zwingertür aufgeht, gibt es für sie kein Halten mehr. Doch diesmal muss sie wieder rein, sobald der Fotograf das Bild im Kasten hat. Zufrieden ist sie natürlich nicht – obwohl sie in einem der neuen Zwinger untergebracht ist. Von ihren Kumpels, mit denen sie vor ein paar Tagen im Görlitzer Stadtgebiet aufgelesen worden war, musste sie getrennt werden, da sonst Nachwuchs nicht auszuschließen gewesen wäre.

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Vier Streuner, die zusammen durch die Innenstadt liefen. Bei Tierheimchef Peter Vater schrillten da alle Alarmglocken. Er vermutet, dass das Quartett aus einem polnischen Tierversuchslabor stammt. Zumal vom Tierheim am selben Tag noch zwei weitere herrenlose Hunde im Stadtgebiet aufgegriffen wurden. Kurios auch, dass bislang noch kein Besitzer angerufen hat. „Wir hatten schon mal so einen Fall. Da wurden fünf Hunde vor einer Görlitzer Sparkassenfiliale eingesammelt. Alle hatten im Fell abrasierte Stellen. Dunja und ihre Kumpel Django, Darky und Chicco müssen jetzt erst mal im Heim bleiben. „Es gibt bestimmte Fristen, die wir einhalten müssen“, sagt Peter Vater. Wenn sich nach deren Ablauf kein Besitzer gemeldet hat, können die Hunde vermittelt werden.

So lange ist das Tierheim „Krambambuli“ im Loenschen Grund aber sicher nicht die schlechteste Adresse. Immerhin wurden Peter Vater und sein Team kürzlich in Berlin mit einem Sonderpreis des Deutschen Tierschutzbundes ausgezeichnet. Begründung: Trotz schwerer Unwetterschäden und deshalb notwendiger Reparaturen und Umbauten wurde der Tierheimbetrieb vorbildlich aufrechterhalten. Für Peter Vater, der selbst in Berlin war, war das eine absolute Überraschung. „Ich habe erst kurz vorher davon erfahren, als die Einladung ins Haus flatterte.“ Insgesamt bekamen zehn Tierheime in Deutschland diesen Preis, der insgesamt mit 27 000 Euro dotiert ist. Für jeden gibt es also 2 700 Euro. Eine Summe, die dem immer auf Spenden angewiesenen Görlitzer Tierheim gut weiterhilft. Aber eben auch kein Betrag, der alle Sorgen wegwischt. „Wir werden das Geld für die weiteren Zwinger verwenden, die wir gerade bauen“, sagt Vater. Vor allem der Starkregen im Juli 2012 hatte schwere Schäden im „Krambambuli“ angerichtet. Das Katzenhaus hatte damals gut 30 Zentimeter unter Wasser gestanden, mehrere Hundezwinger ebenso. Durch die Sicht- und Schallschutzwälle, die das Tierheim haben muss, konnte das Wasser nicht abfließen. 6 000 Euro Nothilfe hatte es damals schon vom Tierschutzbund gegeben – gerade genug für die dringendsten Schäden.

Doch noch immer sind nicht alle Folgen beseitigt. Die damals überschwemmten Zwinger sollen abgerissen werden, sobald der zweite neue Zwingerkomplex fertig ist. Dann werden die 78 Hunde neu aufgeteilt, die zurzeit im Heim leben. Zusammen mit 192 Katzen und 25 Kleintieren. Dunja wird in ihrem Zwinger bleiben können. Auch wenn sie doch am liebsten draußen wäre oder in einem neuen Zuhause.

www.tierheim-krambambuli-goerlitz.de