merken
PLUS Dynamo

Ex-Dynamo Esswein sucht neuen Verein

Sein Vertrag bei Hertha BSC wurde nicht verlängert. Jetzt erklärt der 30 Jahre alte Stürmer, welche Vorstellungen er hat und welche Option für ihn nicht infrage kommt.

Alexander Esswein (l.) erzielte in der Saison 2010/11 für Dynamo 17 Tore beim Aufstieg in die zweite Liga. Hier jubelt er mit Maik Kegel.
Alexander Esswein (l.) erzielte in der Saison 2010/11 für Dynamo 17 Tore beim Aufstieg in die zweite Liga. Hier jubelt er mit Maik Kegel. © Robert Michael

Dresden/Berlin. Über seine Rückkehr nach Dresden wurde schon ein paar Mal spekuliert, letztlich ist nie etwas daraus geworden. Alexander Esswein war einer der herausragenden Spieler bei Dynamos Aufstieg in die zweite Liga 2011, der Stürmer erzielte damals in 33 Spielen 17 Tore. Danach wechselte er für die festgeschriebene Ablösesumme von 200.000 Euro zum 1. FC Nürnberg  - in die Bundesliga.

In der hatte er seitdem insgesamt 188 Einsätze, in der vorigen Saison aber nur noch sieben bei Hertha BSC. Sein Vertrag wurde nicht verlängert, der inzwischen 30-Jährige ist auf Vereinssuche. "Es gibt verschiedene Sachen, die für mich infrage kommen. Aber bei vielen Spielern, die wie ich ablösefrei sind, dauert es jetzt länger", sagt er in einem Interview für das Internetportal transfermarkt.de. 

ELBEPARK Dresden
Der ELBEPARK bietet mehr
Der ELBEPARK bietet mehr

180 Läden, 5.000 kostenlose Parkplätze und zahlreiche Freizeitangebote sorgen für stressfreies und vergnügtes Einkaufen im ELBEPARK. Jetzt Angebote entdecken.

Das Transferfenster ist bis zum 5. Oktober geöffnet. "In der aktuellen Phase muss ich viel Geduld haben – aber die habe ich auch. Ich kann die Situation ganz gut einschätzen. Deswegen verfalle ich nicht in Hektik oder Panik, sondern warte auf das Passende", betont Esswein. "Ich habe zwei Kinder und Familie. Es bringt nichts, auf Hauruck etwas zu machen, was ich in ein, zwei Monaten bereue."

Prinzipiell sei er für vieles offen, wobei: "Asien würde ich auf jeden Fall ausschließen", meint er und lacht. Es habe auch schon ein paar Anfragen aus dem Ausland gegeben. Sein Ehrgeiz ist nach wie vor groß. "Wenn ich in Deutschland bleibe, habe ich den Anspruch, weiterhin in der Bundesliga spielen zu wollen. Das ist nach dieser Saison nicht ganz einfach, das ist mir auch klar." Bei Hertha seien "so viele verrückte Sachen" passiert. "Nach jedem Trainerwechsel muss man sich neu sortieren, kommt nie wirklich in seinen Rhythmus und zu einer gewissen Stabilität", erklärt Esswein. 

Scharfe Kritik an Ex-Bundestrainer Klinsmann

Mit Ante Covic, Jürgen Klinsmann, Alexander Nouri und zuletzt Bruno Labbadia hatte er in Berlin gleich vier Trainer binnen eines Jahres. "Dann ist es natürlich schwierig, die Saison positiv zu gestalten." Immerhin durfte sich Esswein unter Labbadia in den letzten fünf Spielen noch mal zeigen. "Ich halte ihn ohnehin für einen guten Trainer. Wir hatten in den Spielen eine bessere Struktur. Es hat Spaß gemacht, mit ihm zusammenzuarbeiten", sagt der Angreifer in dem Gespräch. Allerdings machte ihm Labbadia auch klar, dass die Konkurrenz stark sei und weitere Transfers kommen würden.

In dem Gespräch kritisiert Esswein den früheren Bundestrainer Klinsmann, der seinen Rücktritt via Facebook bekannt gegeben und danach heftige Kritik an der Zusammenstellung des Kaders bei der Hertha öffentlich gemacht hatte. "Ich persönlich empfinde dieses Nachtreten als unterste Schublade. Ich selbst möchte nicht nachtreten, weil das gegen meine Prinzipien verstoßen würde", meint er - und fügt hinzu: "Aber die Art des Abgangs sagt vieles über einen Menschen aus, denke ich. Hals über Kopf den Verein zu verlassen und die Mannschaft so im Stich zu lassen, war nicht korrekt. Es war ein kurzes Intermezzo. Wie er sich verhalten hat, war meiner Meinung nach den Spielern und Mitarbeitern gegenüber nicht gerecht."

Wie es für ihn sportlich weitergeht, weiß Esswein derzeit noch nicht, hat aber klare Vorstellungen. "Ich würde nicht bei jedem Angebot, das hereinkommt, sofort zusagen. Das wäre nicht meins. Der Schritt muss gut überlegt sein, man muss mit der Entscheidung am Ende zufrieden sein", sagt er. Deswegen werde er sich  Zeit lassen, alle Szenarien durchgehen. Unter bestimmten Umständen und wenn der Verein zu ihm passt, könne er sich auch die zweite Liga vorstellen. 

Loser Kontakt zu einem ehemaligen Verein

Eines ist für ihn allerdings keine Option: "Die 3. Liga würde für mich im Moment nicht infrage kommen", sagt Esswein klipp und klar. Auf die Nachfrage von transfermarkt.de, dass sich mit Dynamo Dresden, Kaiserslautern und Nürnberg drei seiner Ex-Klubs neu aufstellen, antwortet er: "Es gab losen Kontakt zu einem der Vereine." Durchaus möglich, dass es Dynamo gewesen ist, aber eine Rückkehr kommt für Esswein nach dem erneuten Abstieg der Dresdner eben nicht infrage.

Weiterführende Artikel

Dynamo testet am Mittwoch in Dresden

Dynamo testet am Mittwoch in Dresden

Der Gegner steht noch nicht fest, der Trainer bestimmt den Kapitän, die komplizierten TV-Rechte in Liga 3 - unser Newsblog zum Trainingslager.

Dynamo: Wieso Hartmann kein Gute-Laune-Bär sein will

Dynamo: Wieso Hartmann kein Gute-Laune-Bär sein will

Im Trainingslager spricht der Ex-Kapitän der Schwarz-Gelben über seine Heimat, seinen Glauben und seine Rolle in der neuen Mannschaft.

So lief Dynamos erster Tag im Trainingslager

So lief Dynamos erster Tag im Trainingslager

Die Dresdner im Eichsfeld – das hat eine erfolgreiche Tradition und könnte ein gutes Omen sein. Auch der zweite Testgegner im Camp ist gefunden.

Vor zehn Jahren war er erst 20, hatte beim VfL Wolfsburg acht eher kurze Einsätze in der Bundesliga bestritten und suchte einen Klub, bei dem er die für seine Entwicklung nötige Spielpraxis sammeln konnte. Der damalige Aufsichtsrat, Fan und Sponsor Thomas Dathe konnte Esswein davon überzeugen, dass ihm Dynamo genau diese Chance bietet. Mit dem Aufstieg zahlte sich dieser Wechsel letztlich für beide Seiten aus.

Mehr zum Thema Dynamo