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"Wir können das Leid kaum lindern“

In Markersbach treffen am Sonnabend Ex-DDR-Nationalspieler mit dem Ost-Traditionsteam auf die Allstars des SC Einheit. Der Grund ist ein trauriger.

Matthias Döschner ist jetzt statt auf dem Fußballfeld öfter mit Mikrofon unterwegs. Am Sonnabend kommt er nach Markersbach.
Matthias Döschner ist jetzt statt auf dem Fußballfeld öfter mit Mikrofon unterwegs. Am Sonnabend kommt er nach Markersbach. © Anne Hübschmann

Markersbach erlebt am Sonnabend ein besonderes Fußballspiel. Einerseits aufgrund der Fußballer, andererseits aufgrund des Anlasses. Ab 15 Uhr stehen sich die SC Einheit Allstars und das Ostfußball-Traditionsteam gegenüber. Organisiert hat das Spiel der ehemalige DDR-Auswahlspieler Matthias Döschner. Er erzählt, wie es dazu kam und was er jetzt macht.

Warum spielt die „DDR-Auswahl“ in Markersbach?

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Vor einigen Wochen hat die Familie Nitzsche ihren 16 Jahre alten Sohn Levin durch einen tragischen Unglücksfall verloren. Ich kenne Frank Nitzsche durch berufliche Verbindungen. Es ist mir ein Bedürfnis, der Familie in dieser schweren Zeit zur Seite zu stehen und finanziell unter die Arme zu greifen. Ich habe die Jungs des Ostfußball-Traditionsteams kontaktiert und viele haben sofort zugesagt.

Sie haben fünf Enkelkinder und eine sehr enge familiäre Bindung. Kann man den Schmerz, den Eltern durch so einen Verlust erleiden, überhaupt nachempfinden?

Nein. Jeder verarbeitet so einen Schicksalsschlag anders. Ich weiß nicht, was mit mir passieren würde, bekäme ich so eine Nachricht. Uns war es daher ein Anliegen, in irgendeiner Form zu unterstützen, aber wir können das Leid kaum lindern.

Wer wird am Sonnabend aktiv dabei sein und wer „nur“ auf der Bank sitzen?

Ich kann leider nicht mehr spielen, muss mich im Januar der nächsten Knie-Operation in Dresden unterziehen. Als Kapitän wird „Dixie“ Dörner fungieren. Die Ex-Dynamos Ulf Kirsten und Hartmut Schade sind dabei, reisen extra aus Leverkusen und München an. Auch die ehemaligen DDR-Nationalspieler Dirk Stahmann und Frank Baum haben zugesagt, ebenso Andreas Wagenhaus, der für Dynamo in der Bundesliga aktiv war.

Gespielt wird auf dem Sportplatz Markersbach. Können die geforderten Hygiene-Bedingungen eingehalten werden?

Ja, das Hygiene-Konzept ist vom Gesundheitsamt bestätigt worden. Wir arbeiten eng mit dem Fußball-Verband und dem Landratsamt zusammen.

Wie viele Zuschauer sind zugelassen?

Es gibt keine Begrenzung. Ich hoffe auf 400 Zuschauer und dass es nicht regnet. Der Eintritt ist frei. Wir werden dann vor Ort eine Spendenaktion durchführen, auch die Einnahmen des Verkaufs von Speisen und Getränken gehen an die Familie Nitzsche.

Sie sind gebürtiger Dohnaer. Die Chemie-Fußballer sind in die 7. Liga aufgestiegen. Verfolgen Sie den regionalen Fußball noch?

Ja, klar. Ich habe mich über den Aufstieg gefreut. Wir wollten dieses Jahr mit unserer Fußballschule in Dohna ein Feriencamp durchführen, aber da hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich hoffe, wir können das 2021 nachholen.

Stimmt es, dass Sie jetzt wieder in Dresden wohnen?

Ja, ich habe meinen Hauptwohnsitz in Dresden. Ich leite hier eine Handelsvertretung im Bereich Arbeitsschutz für Asbestarbeiten und Entsorgung. Zudem bin ich viel näher bei meiner 83 Jahre alten Mutter, die vor wenigen Wochen von Kamenz nach Dresden  gezogen ist. Mein Zweitwohnsitz bleibt in Marsberg, da meine Frau dort noch beruflich tätig ist.

Wir kommen nicht umhin, Dynamo Dresden anzusprechen. Schafft der Verein die Rückkehr in die 2. Liga?

Ich hoffe das sehr. Die Frage wird sein, ob der Nachfolger von Ralf Minge ein glücklicheres Händchen bei der Zusammenstellung des Kaders hatte. Ralf hat viel für den Verein getan, so eine Phase kann immer mal passieren. Ich bin gespannt, wie sich Dynamo zum Start in Kaiserslautern präsentiert.

Wird man Sie jetzt wieder öfter im Harbig-Stadion sehen?

Ja, auf alle Fälle. Meine VIP-Karte habe ich zwar noch nicht bekommen, aber ich werde regelmäßig ins Stadion gehen und die Daumen drücken.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz.

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