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Ganz selbstverständlich zum 3D-Druck

Lausitzer Netzwerktreffen offener Werkstätten 2020 macht Zukunftstechnologien bekannter.

Theo verwandelt im Fabmobil den von ihm abgenommenen 3D-Scan in ein Insekt, das dann auch dreidimensional ausgedruckt wurde.
Theo verwandelt im Fabmobil den von ihm abgenommenen 3D-Scan in ein Insekt, das dann auch dreidimensional ausgedruckt wurde. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Noch bis Donnerstag können Interessenten jeden Alters im Zuse-Computer-Museum (Zcom) Hoyerswerda und dem daneben parkenden Doppelstockbus Fabmobil Vertreter offener Lausitzer Werkstätten treffen und gemeinsam die technische Welt von morgen entdecken.

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Schon am Montag lief für zehn Teilnehmer in dem mit modernen Digital- und Prototypingtechnologien ausgestatteten Bus der erste Ganztagesworkshop „Realtime Avatar“, erzählte der Betreuer Robert Kunz. Dabei kann jeder an einem Laptop sein eigenes Äußeres mit viel Fantasie optimieren und sich kreativ mit seinem Selbstbild auseinandersetzen. Auch der 11-jährige Theo nutzte diese Möglichkeit und ließ sich binnen drei Minuten von dem Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik Robert Kunz sorgfältig von Kopf bis Fuß mit einem Handscanner abscannen. „Ich hab mich extra mit angewinkelten Armen hingestellt, um sofort zwei Beine eines Insekts zu haben“, erklärt der Gymnasiast aus Hoyerswerda.

Das Computerprogramm ermöglicht ihm danach, mit der Maus das 3D-Bild von sich selbst zu verändern. Aus dem Körper zieht er die noch fehlenden vier Beine heraus und aus dem Kopf die beiden Fühler. Dann gibt er dem Kopf die für ein Insekt typische Form. Das alles bedeutet für Theo akribische ausdauernde Arbeit bei voller Konzentration. Schließlich soll doch sein Krabbeltier, das später der 3D-Drucker in die reale Welt holt, richtig gut aussehen. „Wenn es die Größe einer Figur aus dem Überraschungsei hat, dauert das Drucken ca. 45 Minuten“, sagt Workshopbetreuer Robert Kunz den Teilnehmern. Er vermittelt ihnen Grundwissen zum 3D-Scannen und 3D-Drucken sowie zur Bedienung eines Design-Programms. Theo will mehr über diese Verfahren wissen, denn er hatte vor einiger Zeit im Bitlabor des Zcom einen 3D-Drucker beobachtet, der einen Gegenstand Schicht für Schicht aus Plastikmasse aufgebaut hat. Dem Schüler gefällt es, bei solchen Workshops Zukunftstechnologien ausprobieren zu können und seine Kenntnisse zu erweitern.

Das Fabmobil und das Bitlabor gehören zu den schon in ganz Deutschland bestehenden, für alle Menschen zugänglichen offenen Werkstätten, erklärt der Chemiker André Mirtschink. „Das sind Selbermachorte, die internetgestützte Fertigungstechnologien bekannt machen und mit herkömmlichen Handwerkstechniken verbinden.“ Er vertritt ehrenamtlich das „Tagwerk Bautzen“, das im Zcom während des Lausitzer Netzwerktreffens offener Werkstätten 2020 eine Bauanleitung für einen Retro-Spieleautomaten vorstellen wird. Die Offene Werkstatt Spremberg erklärt Interessenten, wie sie sich einen Roboter zusammenbauen können. André Mirtschink führt das Treffen mit dem Zcom und dem FabLab Cottbus durch. Am 5. August von 13 bis 19 Uhr präsentieren sich in dem Hoyerswerdaer Museum 15 offene Werkstätten auf einer Messe. Am 6. August von 13 bis 19 Uhr halten am selben Ort Akteure vom Zcom, der Lautech, aus Dresden, Cottbus und von anderswo Vorträge zum Thema Regionalentwicklung. Alle Veranstaltungen können kostenlos besucht werden.

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