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Gefährliche Nachwehen der Tunnel-Umleitung

Bei der Jänkendorfer Kreuzung ist eigentlich alles wieder wie früher. Die Schilder sagen etwas anderes. Das ist riskant.

Von Katja Schlenker

Am Mittwochabend hat es einen schweren Verkehrsunfall auf der Jänkendorfer Kreuzung in Niesky gegeben. Dabei wurden ein Kradfahrer und sein Sozius schwer verletzt, wie die Polizei bestätigt. Die Ursache des Unfalls wird noch ermittelt. Jedoch steht in der dritten Woche der wieder freigegebenen Autobahn-Röhre nach Görlitz fest, dass die vorher eingerichtete Verkehrsführung für die Umleitungsstrecke noch immer steht – und bei Kraftfahrern für Irritationen sorgt.

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Links oder rechts, das ist derzeit die große Frage auf der Jänkendorfer Kreuzung. Wer von Nieder Seifersdorf nach Niesky will, muss sich für eine Spur entscheiden. Normal ist, dass es eine Spur für das Rechtsabbiegen und Geradeausfahren sowie eine Spur für das Linksabbiegen gibt. Doch die Umleitung für den gesperrten Tunnel durch die Königshainer Berge hat bekanntlich alles durcheinandergebracht. In den vergangenen Monaten gab es eine separate Rechtsabbiegespur, während sich Linksabbieger und Geradeausfahrer eine Spur teilen mussten. Genau das sorgt jetzt für Verwirrung. Nach wie vor stehen an der Staatsstraße 122 die Umleitungsschilder. „Verkehrsführung geändert“ ist da schwarz auf weiß zu lesen. Ein Schild weiter zeigt die gelbe Tafel an, welche Möglichkeiten man als Autofahrer hat, die Kreuzung zu überqueren. Auch die Pfeile auf den einzelnen Spuren sind noch die alten. Während viele Einheimische seitdem die gewohnten Spuren nutzen, fahren andere nach den Schildern. Das ist riskant. Doch warum stehen die Schilder überhaupt noch am Straßenrand? Ist die Umleitung vergessen worden?

Eine Nachfrage beim zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr wird rasch beantwortet. Sprecher Peter Welp meldet sich per Telefon aus der Zentrale in Dresden und weist darauf hin, dass das Landratsamt in Görlitz dafür zuständig sei. Doch dieselbe Anfrage wird vom Landratsamt mit der Bitte beantwortet, sich an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Bautzen zu wenden. Dieses sei zuständig, richtet Sprecherin Marina Michel aus.

Ganz so einfach ist das nicht. „Die Anweisung vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr fehlt noch“, erklärt Sprecherin Marina Michel auf nochmalige Nachfrage. Erst dann kann das Landratsamt im Auftrag des Landesamtes die Jänkendorfer Kreuzung wieder so herrichten wie vor der Umleitung. Einen Termin, wann das passiert, kann sie nicht nennen. Fest steht allerdings: Die Schilder bleiben, bis die gelben Umleitungspfeile weg sind und die weiße Markierung der Spuren aufgefrischt ist. Bis dahin müssen Autofahrer genau aufpassen, wer in der Spur neben ihnen steht. Denn wenn zwei Fahrzeuge nebeneinander stehen und beide geradeaus wollen, kann es schnell zu einem Unfall kommen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Jänkendorfer Kreuzung und ihre Verkehrsführung für Unmut sorgt. Nachdem ein polnischer Lkw am Pfingstwochenende im Tunnel durch die Königshainer Berge gebrannt hat, lief der Notfallplan an. Der Verkehr in Richtung Görlitz wurde über die Staatsstraße 122 durch Nieder Seifersdorf sowie die Bundesstraße 115 nach Kodersdorf geschickt. Damit es keinen Stau gibt, wurde die Ampel an der Jänkendorfer Kreuzung ausgeschaltet. Das ist der übliche Gang der Dinge. Bereits in der Vergangenheit ist die Ampel ausgeschaltet worden, wenn der Tunnel – etwa wegen Wartungsarbeiten – gesperrt war. Doch da handelte es sich meist um Arbeiten, die lediglich ein paar Tage andauerten. Doch im Mai wird das Szenario zum alltäglichen Wahnsinn. Zwischen 10 000 und 15 000 Fahrzeuge rollen innerhalb von 24 Stunden über die Umleitungsstrecke. Aus Richtung Niesky links auf die Bundesstraße 115 abzubiegen wird nahezu unmöglich. Die meisten riskanten Manöver gehen glimpflich aus. Doch es gibt auch Unfälle.

Nach etwa zwei Wochen reagieren die Ämter und installieren eine spezielle Ampel. 65 Sekunden lang dauert die Grünphase daraufhin. Das ist sehr viel länger als zuvor. Zudem gibt es einen grünen Pfeil für die Rechtsabbieger in Richtung Görlitz. Etwa 6 000 Euro kostet das mobile Steuergerät, welches die Situation an der Kreuzung entschärft. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr bezahlt es, ebenso den Einbau und die Wartung. Jetzt muss für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer der Zustand der Verkehrsführung vor dem