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Geknickte Bäume, abgedeckte Dächer

Xaver hatte es im Kreis Meißen vor allem auf Bäume abgesehen. Auch ein großes Werk beschädigte der Sturm schwer.

© dpa

Von Peter Anderson und Peter Redlich

Schreck in den Nachtstunden im Nossener Schollglaswerk: Der Orkan Xaver reißt Teile des Flachdaches von der riesigen Halle ab. Kräftige Windböen tragen den Belag auf die nur unweit entfernt verlaufende Bundesstraße 101. Die Verbindung zur A 14 muss kurzzeitig gesperrt werden.

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Nach Auskunft der Zentrale des Unternehmens wird in den Vormittagsstunden sofort daran gegangen, die Reste des Hallendachs zu sichern. Ausläufer von Xaver sollen keine Chance erhalten, das Werksgebäude stärker zu beschädigen.

Nähere Details zu dem Unfall will der Betrieb nicht veröffentlichen. Unklar ist, bis zu welchem Grad die Produktion an dem Standort weiterläuft. Für Schollglas ist der Schaden ein Rückschlag auf dem Weg zur Sanierung speziell des Werkes im Gewerbegebiet Heynitz-Lehden. Ende vergangenen Jahres war es hier zu tiefen Einschnitten für die Belegschaft gekommen. In einem neuen Vertrag wurde der Lohn für zwei Jahre auf das Niveau von 2011 zurückgefahren, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Im Gegenzug sagte Schollglas zu, in die Betriebe Nossen und Lommatzsch 1,2 Million Euro zu investieren.

Neben Nossen wird aus Roßwein ein zweiter schwerer Sturmschaden gemeldet. Dies deutet darauf hin, dass der Klosterbezirk und das Vorerzgebirgsland von dem Orkan besonders stark betroffen sind. In Roßwein legen heftige Böen auf dem Weihnachtsmarkt den Baum um. Zu Schaden kommt jedoch niemand.

Nördlich des Klosterbezirks rücken die Feuerwehren in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag vor allem wegen umgestürzter Bäume aus. Nach Aussagen der Gemeindeverwaltung Käbschütztal fallen in Niederjahna zwei Stämme über die Straße. Die Feuerwehr aus Löthain fährt los, kommt aber über Oberjahna nicht hinaus, da dort ein weiterer Baum quer liegt. Die Kameraden aus Krögis eilen zu Hilfe. In Lommatzsch wird die Feuerwehr wegen des gleichen Problems alarmiert.

Die Kreisstadt Meißen scheint durch ihre geschützte Lage im Elbtal vor Ärgerem bewahrt worden zu sein. Die Feuerwehr sei zwar in Bereitschaft gewesen, habe jedoch nicht eingreifen müssen, heißt es aus dem Feuerwehrgerätehaus auf der Großenhainer Straße. Steffen Sang, Bürgermeister von Niederau (parteilos), bestätigt diese Einschätzung. Aus seiner Gemeinde seien ihm keine Vorkommnisse bekannt, sagte er. Der Wind habe Spitzengeschwindigkeiten von 90 Kilometern pro Stunde erreicht.

Bereits am Donnerstagabend flogen Baustellenabsperrungen samt Beleuchtung und Verkehrsschildern an der Bahnhofstraße in Kötzschenbroda durcheinander. Autofahrer hatten rechtzeitige ihre sonst in der Nähe geparkten Fahrzeuge in Sicherheit gebracht.

Unterm Laternenpfad auf dem Weihnachtsmarkt in Kötzschenbroda wurden sämtliche Holzkonstruktionen durcheinandergewirbelt. Das soll bis zum Sonnabend wieder aufgerichtet und die Laternen sollen angebracht sein.

Wenige Schritte weiter in der Uferstraße bot der Zaun um den Weihnachtsmarktparkplatz den Böen zu viel Widerstand und wurde auf fast der gesamten Länge auf die Straße gekippt. Stadtwehrleiter Roland Fährmann: „Die Feuerwehr hat den Zaun wieder aufgerichtet und gesichert.“

Zwei weitere Einsätze gab es für die Kameraden in Radebeul. Am Donnerstagabend mussten sie ein lockeres Dachfenster in der Käthe-Kollwitz-Straße im Westen der Stadt sichern. Am Freitagmorgen hatte der heftige Wind einen Schuppen an der Sidonienstraße, Ecke Hellerstraße im Osten aus der Verankerung gerissen und zerlegt. Beide Male konnten die Feuerwehrmänner rechtzeitig eingreifen, um größeren Schaden zu verhindern.

Ähnlich in Coswig. Auf der Bosel wurden starke Äste aus Bäumen gebrochen. Rings um die Hohnsteinstraße, nahe dem Spitzgrund, hat es Verkehrsschilder umgelegt, sagt Ordnungsamtsleiter Olaf Lier.

Lier ist froh, dass alle Händler auf dem Weihnachtsmarkt die Sturmwarnung beachtet und keine Folien gespannt hatten. Auch der große Weihnachtsbaum sei ohne Beschädigung durch den derben Wind gekommen, sagt Lier.