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Geländearbeiten beginnen im September

Auskünfte der Gemeinde Lohsa gab es bei einer Veranstaltung des Vereins Knappenseerebellen.

Vereinschef Werner Petrick verlas den Bericht des Vorstandes – unter anderem Hans-Georg Ziehe, Rico Gläßer und Axel Schneider hörten zu.
Vereinschef Werner Petrick verlas den Bericht des Vorstandes – unter anderem Hans-Georg Ziehe, Rico Gläßer und Axel Schneider hörten zu. © Foto: Andreas Kirschke

Groß Särchen. Der Knappensee sollte wie angekündigt termingerecht für die Öffentlichkeit zum 1. April 2022 wieder freigegeben werden. Öffnung und Nutzung sollten miteinander einhergehen. Dies war die Botschaft des Knappensee-Tages am Sonnabend im Sunshine-Park. Der Verein Knappenseerebellen mit seinen 52 Mitgliedern lud dazu ein. 

Die Gemeinde Lohsa setzt für sich auf ein abgestimmtes Vorgehen mit den beiden anderen Anrainern, Wittichenau und Hoyerswerda. „Die Wiederbelebung des Sees geht mit verschiedenen Maßnahmen einher“, sagte Jens Kieschnick, Sachbearbeiter für Liegenschaften und Bergbau-Sanierung in der Gemeindeverwaltung sowie Ortsvorsteher für Groß Särchen und Koblenz. Entstehen soll vollständig asphaltiert und mit Wurzelschutz versehen wieder ein rund acht Kilometer langer Rundweg. Die Gemeinde plant zudem zwei öffentliche Bade-Strände, in Groß Särchen im Bereich der Strandpromenade und in Koblenz im Einlauf-Bereich des Koblenzer Grabens. Am künftigen Vereinszentrum auf dem einstigen Campingpark-Gelände in Särchen soll ein uferbegleitender Schwimm-Steg entstehen, unterhalb der Knappenhütte im Bereich Nordost-Ufer ein Wasser-Wander-Rastplatz. „Ziel ist die künftige Anbindung an die Energiefabrik Knappenrode. Das Projekt ist im Masterplan Knappensee des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen mit verankert“, sagte Jens Kieschnick.

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Er stellte klar: So, wie früher mit sieben Campingplätzen wird es den Knappensee nicht mehr geben. Die Gemeinde Lohsa setze auf das Mögliche und Machbare. Im September beginnen laut Kieschnick Gelände-Regulierung und Baugrund-Untersuchungen für das Vereinszentrum. Im März 2021 werde die eigentliche Erschließung starten. „Derzeit erarbeiten wir das Leistungsverzeichnis. Wir bereiten die umfangreiche Ausschreibung vor. Sie reicht von den Bereichen Trinkwasser über Abwasser, Strom, Regen-Entwässerung, Straßenbau, Straßen-Nebenanlagen bis zu Ausgleichs-Pflanzungen“, erläuterte Kieschnick. Wünschenswert ist für Einheimische und Besucher ein öffentlicher Baustellen-Tag. LMBV und Sächsisches Oberbergamt könnten zur Sanierung und zur Zukunfts-Planung informieren. „Immer wieder kommen dazu Anfragen“, würde Jens Kieschnick den „Baustellen-Tag“ begrüßen.

Mit am härtesten von der Sanierung des Knappensees betroffen ist der Anglerverein 1957 Knappensee. Ihm gehören 80 Mitglieder an. Sie kommen aus Hoyerswerda, Wittichenau, Koblenz und weiteren Orten. „Wir waren schuldenfrei. Wir waren lastenfrei. Es war unser festes Eigentum – ein vollwertiges, vollständig erschlossenes 7.500 Quadratmeter großes Grundstück mit vier Häusern, dazu Schuppen, Werkstatt und Kegelbahn. Wir wurden quasi enteignet. Wir dürfen das Grundstück zwar behalten, können künftig aber nicht mehr darauf bauen. Somit ist das Grundstück faktisch wertlos“, schilderte der langjährige Vorsitzende Hans-Georg Ziehe. Über zwei Jahre lief jetzt ein Mediations-Verfahren am Verwaltungsgericht Dresden. Ziel waren ein Vergleich und eine friedliche Einigung mit dem Oberbergamt. „Es war ein zähes Ringen. Es gab acht Verhandlungen“, so Ziehe. „Festgelegt ist jetzt per Gesetz aufgrund Hohlraum-Verordnung in Verbindung mit Polizeigesetz eine Entschädigung für alle Beteiligten.“ Der Verein, so unterstrich er, will seinen früheren Bestand weitgehend wiederhergestellt erhalten. Er will fair, auf Augenhöhe und angemessen in die Zukunftsplanung für den Knappensee eingebunden werden. Darauf setzt ebenfalls der Verein Bungalow-Gemeinschaft Knappensee Nordstrand. „Wir haben alles verloren. Wir stehen wieder am Anfang“, sagte sein Vorsitzender Eberhard Mühle. „Zwar sind wir für den Verlust unserer 75 Bungalows entschädigt worden, doch nicht nach reellem Zeitwert. Bis Wiederöffnung des Sees 2022 müssen alle Vorbereitungsplanungen abgeschlossen sein, damit die Errichtung unserer Ersatzbauen beginnen kann. Bislang fehlt ein konkreter, aussagefähiger Bebauungsplan für die Wiedererrichtung der Bungalow-Siedlung Maukendorfer Nordstrand. Dabei steht die Stadt Wittichenau mit in Verantwortung. Ziel muss es sein, dass die Bungalow-Siedlung wieder am gleichen Standort entsteht.“ Auch Marlen Gläßer hofft auf die termingerechte Freigabe des Sees. Sie und ihr Mann Rico betreiben den Sunshine-Park. Dieser ist nach wie vor geöffnet. Stark spüren Gläßers aber die Belastungen durch die Rütteldruckverdichtung. „Das geht sechs Tage in der Woche von früh 5.30 Uhr bis abends gegen 21.30 Uhr“, erläutert Marlen Gläßer. Das Datum der Freigabe des Sees sollte ihrer Meinung nach verbindlich feststehen und eingehalten werden. „Es sollte zum Jahresende 2020 die konkrete, klare Zusage stehen: Der Knappensee wird zum 1. April 2022 wieder freigegeben. Das ist ganz wichtig, damit wir als Unternehmer 2021 planen können, wie wir 2022 gestalten. Das betrifft die Arbeitskräfte, Erholungsangebote und Freizeitangebote.“

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