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Gertrud Senftleben feiert 102. Geburtstag

Trotz schwerer Arbeit ist ihr ein langes Leben vergönnt. Ein Rezept dafür gibt es eher nicht.

Von Andreas Herrmann

Der 102. Geburtstag von Gertrud Senftleben, den sie am Sonntag in der Äußeren Bautzener Straße in Löbau beging, verlief eigentlich eher unspektakulär. Für den Nachmittag hatte sich Besuch angemeldet. Einige Enkel und Freunde kamen aus Löbau und aus Sohland am Rotstein. Auch Freunde der Familie aus Großdehsa waren da. Es wurde eben ein bisschen gefeiert. Nicht zu vergleichen mit ihrem 100. Jubiläum, das man vor zwei Jahren im Hotel „Stadt Löbau“ zünftig ausgerichtet hatte. Damals war Verwandtschaft bis aus Göttingen und München angereist.

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Gekommen war am Sonntagvormittag auch Wolfgang Winkler von der Löbauer Stadtverwaltung als Gratulant und überbrachte einen Blumenstrauß und eine schöne Schachtel Konfekt verziert mit dem Symbol der Stadt am Berge – dem gusseisernen Turm. Er ist beeindruckt und überrascht, welches hohe Alter einige Menschen in der Oberlausitz heute erreichen. Wenn man bedenke, dass diese Leute doch ihr ganzes Leben lang teilweise harte körperliche Arbeit verrichtet haben, sei das wirklich bemerkenswert, sagte er.

Geboren wurde Gertrud Senftleben in Ohlau in Niederschlesien als Älteste von vier Geschwistern. Sie hatte eine Schwester und zwei Brüder, die gestorben sind. Einige Nichten und Neffen leben noch. Nach der Schulzeit war sie bei einem Juden im heutigen Polen in Stellung, wie man das damals nannte. Er habe sie sehr gut behandelt, sagt sie. Es folgten die Heirat in den 30er Jahren mit ihrem ersten Mann und einige glückliche Jahre. Bei Kriegsende floh die Familie aus den Ostgebieten und fand in Großdehsa eine neue Heimat. Hier arbeitete sie auf dem Gut in der Landwirtschaft und später in der Löbauer Schuhfabrik bis zu ihrem 67. Lebensjahr. Ihr zweiter Mann verstarb schon 1987. Wie sie dieses hohe Alter erreicht hat und ob sie dafür einen besonderen Grund sieht, kann Gertrud Senftleben nicht sagen. „Es ist eben so“, meint sie.

Gesundheitlich macht die Dame einen guten Eindruck. Allerdings ist sie nach einem Schenkelhalsbruch vor sieben Jahren und einem Trümmerbruch im Juli dieses Jahres, der im Krankenhaus Ebersbach operiert wurde, mit der Pflegestufe drei vollständig auf Hilfe und ihr Pflegebett angewiesen. Auch Epilepsie kam dazu. Das Altenheim stellt für ihre Familie jedoch keine Alternative dar. Sie kann sich dabei auf die „Pflege mit Herz“ des ASB und in notwendigen Fällen den Fahrdienst verlassen.