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Geteiltes Vierkirchen

Die Meinungen über eine Gemeindefusion mit Waldhufen gehen in den Dörfern auseinander.

© André Schulze

Von Anja Hecking

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Eine Fusion mit Waldhufen bleibt im Moment aussichtslos. Das, was die Gemeinderäte aus Vierkirchen so schon vorher wussten, und nun in einem internen Gespräch vom Innenministerium bestätigt bekommen haben, wird zurzeit auch in der Bevölkerung diskutiert. Von Ort zu Ort ist das aber in der Gemeinde und abhängig von den Interessen und Erfahrungen der Bürger sehr unterschiedlich. Das hat jetzt auch eine Befragung der SZ ergeben. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse.

Ergebnis eins: Fusion kein Thema, kein Interesse oder Politikverdrossenheit

Für einen Teil der Bevölkerung ist eine Fusion überhaupt kein Thema. „Das wird weder in unserer Familie diskutiert noch im Bekanntenkreis“, sagt ein älterer Herr in Arnsdorf, der gerade seine Besorgungen an den Verkaufswagen erledigt. Es würde ganz andere Sorgen geben, ergänzt eine Seniorin. Die Schlaglöcher auf der Straße müssten repariert oder die Bank vor den Mehrfamilienhäusern gestrichen werden, sagt sie. Eine neue Gemeinde mit Waldhufen wäre ihr zu groß. Auch im Friseursalon in Buchholz wird zurzeit so gut wie gar nicht über eine Gemeindefusion diskutiert. Die Leute machten sich vielmehr Gedanken um einen neuen Bürgermeister, sagt Geschäftsinhaberin Ivonne Schönherr. Horst Brückner, bisher ehrenamtlicher Bürgermeister von Waldhufen und Vierkirchen, muss in diesem Jahr eine Gemeinde abgeben. Der Gesetzgeber will das so, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Am 7. Juni wird gewählt. Horst Brückner, der selbst in Thiemendorf lebt, wird noch einmal für Waldhufen antreten. Für Vierkirchen ist bisher noch kein Kandidat bekannt. Es mache sich aber auch längst schon wieder Politikverdrossenheit in der Bevölkerung breit, sagt Friedbert Lindner aus Arnsdorf zum Thema Gemeindefusion. Der Unternehmer weiß aus seinen Gesprächen mit den Leuten auch, dass viele Bürger das Gefühl haben, gar nichts mitbestimmen und ändern zu können.

Ergebnis zwei: Besonders in Arnsdorf tendieren Bürger zu Waldhufen-Ehe

Friedbert Lindner hat zur Fusion aber eine ganz klare Meinung. Er tendiere als Arnsdorfer zu Waldhufen, weil es viele Bindungen geben würde. Nieder Seifersdorf liegt unmittelbar neben Arnsdorf. Da seien die Kirchgemeinden, die gemeinsame Grundschule, der Fußballverein. Er erinnert sich aber auch noch an die Abstimmung, die es dazu schon mal kurz nach der Wende gegeben hatte und in deren Zuge die Entscheidung für eine Verwaltungsgemeinschaft mit Reichenbach gefallen war. Inzwischen habe sich aber gezeigt, dass die Bindungen zur Nachbargemeinde enger sind. Negative Erfahrungen mit den Behörden in Reichenbach oder Nachteile durch die Verwaltungsgemeinschaft haben befragte Passanten in Arnsdorf und Melaune bisher nicht gemacht. Dennoch äußern viele das Gefühl, „das fünfte Rad“ zu sein. Sie erhoffen sich deshalb mehr von einer Fusion mit Waldhufen. Auch die Eingemeindung von Sohland nach Reichenbach vor einem Jahr haben viele Vierkirchener verfolgt, wie sich in den Gesprächen herausstellt.

Ergebnis drei: Für Buchholz und Tetta liegt Waldhufen zu weit weg

In Buchholz und Tetta sieht das Stimmungsbild schon wieder ganz anders aus. Hier können sich viele Bürger einen Zusammenschluss mit Waldhufen nicht vorstellen, bestätigt Ivonne Schönherr, die Inhaberin des Friseursalons. Buchholz liegt nah an Weißenberg und es gibt Bindungen nach Gebelzig. Ein Mann schimpft sogar auf den gemeinsamen Bauhof von Vierkirchen und Waldhufen. Er habe den Eindruck gewonnen, dass Buchholz seitdem fast vergessen werde.

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