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Glücklich in der neuen Küche

Sintflutartiger Regen hatte die Jahna zu einem Fluss werden lassen. Die Wohnung von Doreen Tanner stand unter Wasser.

Von Sylvia Mende

Das will Doreen Tanner nicht noch einmal erleben. Ihre Wohnung im Elternhaus in Jahna stand vor einem Jahr unter Wasser. Sie musste komplett ausgeräumt werden. Der Bach, der gleich neben dem Grundstück fließt, hatte sich durch den sintflutartigen Regen in einen Fluss verwandelt. „Das Wasser kam überall her. Pumpen half nicht. Sogar durch die Wände lief das Wasser“, erinnern sich Doreen Tanner und ihre Eltern. Die Auslegware und alles, was weggeworfen werden musste, türmte sich damals auf dem Hof und in einem Zimmer. Einiges konnte Doreen Tanner mithilfe ihrer Eltern und vieler Helfer retten. Zuerst habe sie die Ordner nach oben in die Wohnung ihrer Eltern getragen. Mit dem Ausräumen wurde im Zimmer des Sohnes Fynn begonnen. Zeit zum Nachdenken blieb der jungen Frau damals nicht. Sie hatte auch keine Ahnung, wie es weitergehen sollte. Gut, dass viele Freunde und Bekannte zum Helfen kamen. Die Eltern, Gerd und Margitta Tanner, rückten in ihrer Wohnung zusammen, sodass ihre Tochter, deren Lebensgefährte und Enkel Fynn bis vor Weihnachten ein Zuhause hatten. Zwei Zimmer standen den jungen Leuten zur Verfügung. Zu dritt teilten sie sich einen zweitürigen Kleiderschrank. „Als mein Sohn dann die Mappe für die Zeugnisse brauchte, musste ich ganz schön suchen. Alles war in Kisten verpackt“, so Doreen Tanner. Der super Sommer im vergangenen Jahr hatte gleich zwei Vorteile. Das Familienleben spielte sich hauptsächlich auf der großen, hoch gelegenen Terrasse ab und die Wohnung konnte austrocknen. Während in der Nacht die Entfeuchter liefen, wurden gleich am Morgen die Fenster aufgerissen und erst am späten Abend geschlossen.

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Doreen Tanner ist glücklich. Morgen vor einem Jahr stand ihre Wohnung am Gartenweg in Jahna unter Wasser. Erst im September vergangenen Jahres konnte mit der Sanierung der Wohnung begonnen werden. Vor Weihnachten zog die kleine Familie wieder in ihr Heim.
Doreen Tanner ist glücklich. Morgen vor einem Jahr stand ihre Wohnung am Gartenweg in Jahna unter Wasser. Erst im September vergangenen Jahres konnte mit der Sanierung der Wohnung begonnen werden. Vor Weihnachten zog die kleine Familie wieder in ihr Heim.

„Ich konnte es kaum erwarten, bis wir mit der Sanierung beginnen konnten. Täglich haben wir mithilfe eines Messgerätes ermittelt, wie viel Feuchtigkeit noch in den Wänden war“, erzählt Doreen Tanner. Ende September war es dann endlich so weit. Die Arbeiten konnten beginnen. „Die Böden sind jetzt alle gefliest. Falls hier jemals wieder Wasser reinkommt, und das hoffe ich wirklich nicht, können wir die Böden besser reinigen“, sagt die Jahnaerin. Freunde und viele Helfer haben die Familien während bei den Bauarbeiten unterstützt. „Bei ihnen und den Leuten, die gespendet haben, bedanke ich mich ganz herzlich. Ohne sie könnten wir jetzt nicht wieder in einer schönen Wohnung leben“, so Doreen Tanner.

Ende November zogen die jungen Leute wieder in die untere Etage ein. „Sobald aber dunkle Wolken am Himmel zu sehen sind, haben die Tanners ein ungutes Gefühl. Am Bachlauf ist nach dem Hochwasser nichts gemacht worden. Noch immer bildet der Bereich zwischen der Holzbrücke und der Brücke an der Straße einen Engpass. Auch die Bäume, an denen sich Geröll stauen kann, stehen mitten im Bach. „Laut der Talsperrenverwaltung sollen die Bäume den Lauf des Wassers in extremen Fällen beruhigen“, sagt Gerd Tanner. Doch er sieht die Gefahr, dass es an diesen Stellen einen Rückstau gibt und das Wasser wieder auf die Grundstücke, die an der Bach liegen, laufen könnte.

„Erst wer so etwas wie das Hochwasser einmal miterlebt hat, kann richtig verstehen, wie es Menschen in Katastrophengebieten gehen muss. Wenn wir so etwas sehen, haben wir großes Mitleid mit den Betroffenen“, sagt Margitta Tanner.