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Hoyerswerda

Glücklich, wenn andere glücklich sind

Wir stellen in einer Serie Menschen vor, die oft im Hintergrund stehen. Heute: Angelika Schernikowski.

Christel Groer (li.) fühlt sich bei Angelika Schernikowski (Mi.) gut betreut. Das freut Pflegedienstleiterin Mandy Jahndel.
Christel Groer (li.) fühlt sich bei Angelika Schernikowski (Mi.) gut betreut. Das freut Pflegedienstleiterin Mandy Jahndel. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Burg. Ein später herbstlicher Nachmittag im vergangenen Jahr: Angelika Schernikowski hat Feierabend und nutzt ihre Freizeit für Gartenarbeiten, als plötzlich lautstarkes Sirenengeheul ertönt. Die Botschaft ist eindeutig: Feueralarm in der benachbarten Seniorenwohnanlage „Herbstsonne“, die auch gleichzeitig die Arbeitsstelle der 63-Jährigen ist! Schnell lässt die engagierte Frau ihre Arbeitsutensilien fallen und eilt hinüber, um ihre Hilfe anzubieten.

Schritt für Schritt
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Keine Hektik, kein Stress

Das Wohnhaus von Familie Schernikowski und die Seniorenwohnanlage trennt nur ein Gartenzaun. Die Handgriffe und Bewegungsabläufe sitzen bei Angelika Schernikowski. Hektik und Stress haben jetzt und hier keinen Platz. Mithilfe der anderen Kollegen sind die Senioren schnell evakuiert und in Sicherheit gebracht. Selbst an den so wichtigen Aktenwagen ist gedacht, der vorsichtshalber aus dem Gebäude entfernt wurde, während sich im Inneren viele dicke Nebelschwaden bilden. Dass dieser Feueralarm nur eine Übung ist, wissen zu dem Zeitpunkt nur Inhaber der Seniorenwohnanlage, Karsten Rudolph, und Pflegedienstleiterin Mandy Jahndel.

Es braucht viel Empathie

Sie schätzen das unermüdliche Engagement ihrer Mitarbeiterin Angelika Schernikowski sehr. Aber das allein reicht freilich nicht, um gute Arbeit zu leisten. Denn gerade im Umgang mit älteren Menschen brauche es zudem sehr viel Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Hingabe zum Beruf. Voraussetzungen, die Angelika Schernikowski mitbringt und täglich auslebt. Ohne Ausnahme. „Sie ist herzensgut, hat eine urige herzliche Ausstrahlung und versucht, den Senioren jeden Wunsch abzulesen und zu erfüllen. Sie sieht die Arbeit von allein und erledigt sie. Sie ist einfach so. Immer und jeden Tag“, meint Mandy Jahndel über die 63-jährige Pflegehelferin. Vollste Zufriedenheit und das Wohlergehen der Senioren haben bei ihr immer oberste Priorität. Bei der Arbeit mit und am Menschen sind zudem Ruhe, Fürsorge und Liebe ihre ständigen Begleiter. Der Mensch steht bei Angelika Schernikowski im Mittelpunkt. Denn jeder habe das Recht auf Geborgenheit und Zuwendung. Das ist für die Pflegehelferin völlig normal. „Ich bin da, wo ich gebraucht werde“, meint die 63-Jährige wie selbstverständlich. Die Arbeit und ihre Einstellung zum Leben scheint für die engagierte Mitarbeiterin auch eine Art Jungbrunnen zu sein. Das Lebensalter sieht man der agilen, sehr jung und sportlich wirkenden Frau wahrlich nicht an. Dabei liegen Freud und Leid bei diesem Job sehr eng beieinander. Die Begleitung von Bewohnern bis zu ihrem endgültigen Abschied geht auch bei Angelika Schernikowski nicht spurlos vorbei. Das hinterlässt nicht nur Tränen, sondern auch Narben auf der Seele. Neue Kraft und Motivation schöpft die Pflegehelferin in diesen traurigen Momenten in ihrer Familie und durch ihre tägliche Arbeit mit Senioren. „Man bekommt von den Bewohnern das zurück, was man gibt.“ Dieses Gefühl spürt sie auch bei ihrer Schwiegermutter, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann zu Hause pflegt. Und wenn in Burg ein Dorffest oder andere Ereignisse auf dem Programm stehen, ist Angelika Schernikowski auch hier hilfreich zur Stelle. Da bleibt wenig Zeit für eigene Hobbys und Interessen. Das braucht die 63-Jährige aber auch nicht. „Ich bin glücklich, wenn andere glücklich sind.“

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