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Görlitzer Jugendzentrum hat ein neues Vorbild in Potsdam

Im Werk I wird jetzt doch mehr Platz benötigt. Teurer werden darf es trotzdem nicht.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Ingo Kramer

Auf den Tag genau zwei Jahre ist es heute her, dass die Pläne für ein neues Jugendzentrum im alten Waggonbau-Werk I erstmals öffentlich wurden. Mittlerweile aber ist es um das Thema sehr still geworden – jedenfalls nach außen hin. „Intern arbeiten wir nach wie vor intensiv daran“, erklärte Bürgermeister Michael Wieler jetzt im Stadtrat. Eine Abordnung aus dem Görlitzer Rathaus habe sich vor Kurzem gemeinsam mit jungen Leuten ein Jugendzentrum in Potsdam angesehen.

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Die Folge: „Für das Görlitzer Zentrum gibt es Veränderungen im Raumprogramm und den Nutzeranforderungen.“ Mit anderen Worten heißt das, dass die Anforderungen gestiegen sind und mehr Platz gebraucht wird. Und das, obwohl erst im August innerhalb des Werk-I-Geländes ein neuer Standort für das Jugendzentrum gefunden wurde. Das war mit einer Verkleinerung von 1 500 auf 800 Quadratmeter Nutzfläche verbunden. In der Auswertung des Potsdam-Besuches reichen die 800 Quadratmeter nun aber doch nicht aus.

Damit ist aber auch eine Kostensteigerung absehbar. „Allerdings muss der Rahmen von zwei Millionen Euro auf jeden Fall eingehalten werden“, so der Bürgermeister. Nun stellt sich für ihn die Frage, wie nach und nach ein neues Raumprogramm entwickelt werden kann. An der Auswertung der Besichtigung in Potsdam arbeitet die Verwaltung derzeit. Dazu gibt es bis kommenden Donnerstag noch zwei wichtige Beratungen im Rathaus. „Ich hoffe, dass ich danach konkretere Aussagen treffen kann“, erklärt Wieler auf SZ-Nachfrage.

Immer mehr wird deutlich, dass das Ganze deutlich länger dauert, als vor zwei Jahren gedacht. So hatte Wieler im August angekündigt, dass die Stadt ein Interessenbekundungsverfahren plane. Damals hieß es, bis Oktober sollen Interessenten, die das Zentrum betreiben wollen, ihre Pläne und finanziellen Vorstellungen einreichen. Dazu ist es bis heute nicht gekommen, weil der Standort jetzt erneut infrage steht. Stattdessen sagt Wieler jetzt, dass die Betreibersuche parallel zur weiteren Planung laufen soll. Stadtsprecherin Ina Rueth teilt mit, es sei „vorgesehen, bis Sommer 2014 einen Betreiber für das Werk 1 zu suchen.“

Weil der Standort nach dem Potsdam-Besuch wieder offen ist, hat die Verwaltung dem Stadtrat auch bis heute keine Vorlage vorgelegt, um den im August vorgeschlagenen neuen Standort zu beschließen. Und noch etwas ist ungeklärt: Die von Kritikern geforderte Bedarfsanalyse hat das Rathaus bisher noch nicht vorgelegt.