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Görlitzer SPD kämpft um Interregio-Erhalt

Mit großer Bestürzung hat die Görlitzer SPD die Nachricht aufgenommen, dass die drei verbliebenen Interregios der Strecke Dresden-Görlitz-Breslau von der Bahn AG gestrichen werden sollen. Dieser Kahlschlag der Bahn sei nicht länger hinnehmbar, erklärte der Ortsvereinsvorsitzende Georg Voget-Kästner.

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Mit großer Bestürzung hat die Görlitzer SPD die Nachricht aufgenommen, dass die drei verbliebenen Interregios der Strecke Dresden-Görlitz-Breslau von der Bahn AG gestrichen werden sollen. Dieser Kahlschlag der Bahn sei nicht länger hinnehmbar, erklärte der Ortsvereinsvorsitzende Georg Voget-Kästner. Noch am Wochenende wandte er sich in einem Brief an den neuen Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig. Darin bittet er den Minister, seinen Einfluss geltend zu machen, damit der Vorstand der Bahn AG die Streichpläne aufgibt. Außerdem wird Bodewig zu einem Besuch nach Görlitz eingeladen, um sich vor Ort einen Überblick über die Situation im Bahnverkehr zu verschaffen.
Georg Voget-Kästner betonte, dass der Interregio nach Dresden mehr als eine Verkehrsverbindung sei: "Er ist ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor. Welcher Investor steckt sein Geld in Gebiete ohne Verbindung zum Rest der Republik", sagte der SPD-Vorsitzende. Rätselhaft sei zudem, warum die Bahn ausgerechnet jetzt, wo sich die EU-Osterweiterung immer deutlicher abzeichnet, seine Züge nach Polen stoppt. "Das ist gewiss das falsche Signal", so Voget-Kästner, der auch die Begründung für die Streichpläne (unwirtschaftliche Strecke) als "scheinheilig" ablehnt: "Es fahren auch fast menschenleere Zugpaare zwischen Leipzig und Dresden durch die Gegend. Da wagt es aber keiner, die kompletten Interregios zu streichen."
Die Görlitzer SPD erwartet nicht nur Einspruch aus Berlin, sondern auch von der Sächsischen Staatsregierung. "Wenn Wirtschaftsminister Schommer diese Entscheidung der Bahn widerspruchslos hinnimmt, damit gibt er die gesamte Region Oberlausitz endgültig auf." Die Regierung in Dresden müsse energisch dagegen halten, denn mit den Plänen der Bahn kommen nicht nur neue Millionenkosten auf Sachsen zu (durch den Einsatz zusätzlicher Regionalbahnen) es wächst auch die Gefahr der weiteren Abwanderung vieler Menschen. "Wenn wir wollen, dass viele Pendler und deren Familien Görlitz und sein Umland nicht verlassen, dann müssen wir dafür sorgen, dass attraktive Zugverbindungen erhalten werden. Es ist also abzuwiegen, was wichtiger ist: Die angebliche Wirtschaftlichkeit einer Bahnstrecke oder die Zukunft einer ganzen Region mit tausenden Menschen", sagte Voget-Kästner abschließend. (SZ)

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