merken
PLUS Riesa

Goldene Blätter für WBS 70

Der Plattenbau im Karl-Marx-Ring Riesa wird saniert – und die Wohnungsgenossenschaft plant bereits weitere Projekte.

Hagen Nickol, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Riesa, im Karl-Marx-Ring.
Hagen Nickol, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Riesa, im Karl-Marx-Ring. ©  Sebastian Schultz

Riesa. Die Gardinen hinter den Fenstern sind längst ab, die Wohnungen leer: „Wir bauen schon“, sagt Hagen Nickol, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Riesa, über den Plattenbau im Karl-Marx-Ring 34 bis 42. In gut einem Jahr soll aus dem WBS-70-Block, Baujahr 1976, ein modernes und seniorengerechtes Wohnhaus mit Fahrstuhl und neuen Balkonen werden. Mehr als fünf Millionen Euro investiert die Genossenschaft in das Projekt.

Ab 29. März wird der Abschnitt des Karl-Marx-Rings vor dem Plattenbau komplett gesperrt, um Baufreiheit zu schaffen. Mitte April beginnt der Abriss des Eingangs Nummer 42, erklärt Hagen Nickol. Damit trage man der demografischen Entwicklung in der Stadt Rechnung und lockere gleichzeitig das Wohngebiet auf. In den verbliebenen Eingängen bleiben die 48 Wohnungen auf sechs Etagen zwar erhalten, deren Grundrisse ändern sich aber komplett. 

Anzeige
Großer Bildschirm, entspanntes Lesen
Großer Bildschirm, entspanntes Lesen

Der neue PocketBook InkPad Lite garantiert stundenlanges, augenfreundliches Lesen.

Während sich jetzt Drei- und Vierraumwohnungen in dem Block befinden, sind es künftig vor allem Zwei- und Dreiraumwohnungen mit Flächen von 41 bis 74 Quadratametern. Lediglich sechs Vierraumwohnungen mit 85 Quadratmetern wird es noch geben. 

Das hat zweierlei Gründe: Zum einen sind Vierraumwohnungen wenig gefragt, „da haben wir den größten Leerstand“, so der Genossenschaftsvorstand. Zum anderen will man die jetzigen Grundrisse der Wohnungen modernisieren, indem man beispielsweise die Küchen vergrößert und die Bäder in ein Kinderzimmer verlegt.

Der Wohnblock wird saniert und erhält goldene Highlights. 
Der Wohnblock wird saniert und erhält goldene Highlights.  © WG Riesa / IGO

Darüber hinaus sollen die Wohnungen schwellenlos werden, breitere Türen erhalten und künftig über einen Fahrstuhl zu erreichen sein. Dafür werden die Blöcke 34 und 36 sowie 38 und 40 zusammengelegt und über Mittelgänge verbunden. Künftig haben die beiden Eingänge also jeweils einen gemeinsamen Fahrstuhl und ein gemeinsames Treppenhaus. 

Die jetzigen Balkone werden komplett abgerissen, weil sie statisch und größenmäßig nicht mehr den Standards entsprechen. Stattdessen ist der Anbau neuer Balkone für alle Wohnungen geplant – sowie die Erneuerung der kompletten Elektrik, der Fenster, der Außenanlagen und der Einbau eines neuen Zweirohr-Heizsystems. 

Die Fassade will die Wohnungsgenossenschaft weiß gestalten und goldene Akzente zum Beispiel an den Balkonen sowie mit Blechen am Dach setzen. Am Giebel sind stilisierte Blätter geplant. „Damit wollen wir ein paar Highlights setzen“, so Hagen Nickol.

Der Wiedereinzug der Mieter in das sanierte Haus ist für Mai 2020 geplant. Zumindest, wenn alles nach Plan läuft, sagt Hagen Nickol und spricht von Schwierigkeiten, Firmen für die Bauvorhaben zu finden. Das habe letztlich auch Auswirkungen auf die Preise und treibe die Baukosten in die Höhe. 

Trotzdem wolle die Wohnungsgenossenschaft weiterhin preiswerte Wohnungen anbieten – nach der Sanierung sollen die Wohnungen im Karl-Marx-Ring 34 bis 40 für neue Mieter 6,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter kosten. Für Bestandsmieter, die während der Bauarbeiten in den Nachbarhäusern untergekommen sind, werden 6,40 Euro fällig.

Nach der Sanierung des Wohnblocks stehen auch schon die nächsten Bauprojekte für die Wohnungsgenossenschaft an. 2020 ist die Sanierung des Karl-Marx-Rings 26 bis 32 geplant. „Danach machen wir mal ein Jahr Pause, bevor es auf der Klötzerstraße weitergeht“, kündigt Hagen Nickol an.

Mehr zum Thema Riesa