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Gospel vom Feinsten

Radebeul. "Vitamine für Auge und Ohr" versprach Marian Ziel, Chef des Kerija-Theaters, am Sonnabend den über 200 Zuschauern beim ersten Tag des diesjährigen Play On. Das er damit leicht untertrieb, zeigte...

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Radebeul. "Vitamine für Auge und Ohr" versprach Marian Ziel, Chef des Kerija-Theaters, am Sonnabend den über 200 Zuschauern beim ersten Tag des diesjährigen Play On. Das er damit leicht untertrieb, zeigte der aus Weinböhla eingeladene Jugendchor vom ersten Ton an.
Mit schwungvollen Gospelrhythmen, vielstimmigen Chorsätzen und waghalsigen, aber wunderschön gelungenen Soloeinlagen sangen sich die 35 jungen Leute in Ekstase. Außerdem bewiesen sie mit einer Unzahl von Instrumenten, dass ihre Musik sehr vielseitig ist.
Spätestens seit Sonnabendabend weiss jeder Zuhörer, dass neben den klassischen Bandklängen von Keyboard, Gitarre und Schlagzeug auch Mundharmonika und Panflöte wunderbar zu einem Chor passen. Ein Höhepunkt war zweifelsohne der Ausflug in afrikanische Töne. Bongorhythmen so schnell, dass es das Ohr kaum fassen konnte.
Dass der Chor nicht in jeder Hinsicht perfekt war, störte zu keiner Zeit. "Wir hatten keine einzige Probe mit allen Beteiligten", versuchte Chorleiter und Kantor Friedemann Wutzler hinterher zu entschuldigen. Dabei war eine Entschuldigung gar nicht nötig, denn die kleinen Unstimmigkeiten überspielten die 15- bis 25-Jährigen auf der Bühne locker mit ihrer eigenen Begeisterung für die Musik. Tanzend und klatschend animierten sie die Zuhörer zum Mitmachen, was leider nur sehr wenige verstanden. Vielleicht war es aber auch den engen Bänken der Lutherkirche geschuldet, dass sich das Publikum nur wenig mitreißen ließ.
Noch schwieriger hatte es im Anschluss das Kerija-Theater mit seinem Kammerspiel "Als mir ein Saxofon auf den Kopf fiel . . .". Erst kurz vor 23 Uhr begann die Nachtvorstellung vor zahlenmäßig stark verringertem Publikum. Das bekam zwar gut gespielte und tiefsinnige Schauspielkunst geboten, hatten es aber sicherlich schwer, zu so später Stunde jedes Wort aufzunehmen. "Wer bin ich", fragte sich Franz fortlaufend. Aber weder er noch die Zuschauer bekamen eine Antwort. Kurz nach Mitternacht zeigte sich Marian Ziel alias Franz erschöpft aber zufrieden mit dem Abend. "Es war einfach schön."
Der nächste Play On-Tag, hoffentlich ohne Regen und damit wieder im Ehrenhain, steht am 1. Juli auf dem Programm. Dann feiert die Komödie "Paradiesvögel" mit einem völlig neuem Schauspielerensemble Premiere. (ds)

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