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Grillmeister steht auf Milchreis

Jens Harport betreibt einen Imbiss an der B 96. Auf seine Pommes schwören nicht nur die Trucker.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

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Es ist nicht so das richtige Wetter für einen Imbiss im Freien. Die beiden Männer aus dem Möbeltransporter nehmen sich ihre Pommes deshalb mit in den Lkw. Alle anderen Gäste des Imbiss-Standes an der B 96 sind zumindest durch eine gelbe Plane vor Wind und Wetter geschützt. An zwei Stehtischen lassen sich durchreisende Handwerker und Monteure Cheeseburger, Schnitzel oder Baguettes schmecken. Aber auch Einwohner von Königswartha kommen und lassen sich die Speisen zum Mitnehmen verpacken. „Ich bin schon das achte Mal hier, weil es so prima schmeckt“, sagt Ria Anders. So könne sie sich das Mittagessenkochen sparen, freut sich die Königswarthaerin. Und sie sagt, dass es ja sonst kaum noch gastronomische Angebote in ihrem Ort gibt.

13 Sorten Burger

Jens Harport ist mit seinem Imbiss-Wagen „Stop & Eat“ in die Bresche gesprungen. Seit August steht er nun immer montags bis sonnabends hier am Ortsausgang von Königswartha, dort, wo früher einmal eine Tankstelle war. Jeden Tag kommt er aus Knappenrode, wo er zu Hause ist, hierher. Sein Arbeitstag geht jetzt im Winter von 7 bis 16 Uhr. Im Frühjahr will er die Öffnungszeiten bis 18 Uhr verlängern. Und wenn es ganz gut laufen sollte, kann er sich auch vorstellen, bis 20 Uhr zu öffnen. „Dann müsste ich aber noch jemanden einstellen“, sagt Jens Harport.

Auf seinen Verkaufswagen ist der Imbiss-Mann ganz stolz. Draußen ist er schön farbig und mit witzigen Sprüchen bemalt, innen glänzt alles piksauber in Edelstahl. „Ich will mich ja schließlich in meinem Wagen wohlfühlen“, sagt er. Zum Wohlfühlen gehört auch ein WC-Häuschen in angemessener Entfernung, das nicht nur Jans Harport, sondern auch seine Gäste nutzen können. „Verpflichtet wäre ich nicht dazu, solch ein Häuschen aufzustellen“, sagt der Imbiss-Betreiber. Angefangen hat Jens Harport letzten Sommer mit Bratwurst und Currywurst. Mittlerweile hat er allein 13 Sorten Burger im Angebot. „Ich habe mich ganz auf die Wünsche der Kunden eingestellt“, sagt er.

Dem schlechten Wetter trotzen

Anfangs hatte er noch ein Tagesgericht im Angebot, aber das lohne sich über den Winter nicht. Überhaupt sei es bei schlechtem Wetter schwierig, sich jeden Tag neu zu motivieren. Aber ein Schwätzchen mit den Gästen, die trotz Schneeregen und Kälte gute Laune mitbringen, muntert ihn wieder auf.

„Wenn es den Gästen gut geht, geht es mir auch gut“, sagt Jens Harport. Nur was die Vorliebe beim Essen angeht, da liegt er auf einer ganz anderen Linie. Statt sich nämlich selbst an seinen Pommes oder Cheeseburgern zu laben, steht der Grillmeister eher auf Milchreis.

Jens Harport hat die Fläche rund um seinen Verkaufswagen schottern lassen. Dadurch haben hier gut und gerne drei Lkw Platz. Das verschaffe ihm einen Vorteil gegenüber anderen Imbiss-Ständen. Und dies sei auch einer der Gründe gewesen, warum er sich nicht, wie ursprünglich geplant, in Hoyerswerda niedergelassen hat. Wenn er in die Zukunft blickt, dann erwägt Jens Harport, ein festes Häuschen zu bauen. Wenn ihm seine Kunden treu bleiben, muss das keine Zukunftsmusik bleiben.