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Gröditzer Firmen sehnen Baustellen-Ende herbei

Südlich der Stadt soll der Verkehr auf der B 169 ab Freitag wieder rollen. Aber da gibt es ja auch noch die Sperrung in Prösen, die zwei Jahre dauern soll.

Seit Ende Juni müssen Fahrzeuge vorm Bahnübergang bei Tiefenau abbiegen, um über Nauwalde nach Gröditz zu gelangen.
Seit Ende Juni müssen Fahrzeuge vorm Bahnübergang bei Tiefenau abbiegen, um über Nauwalde nach Gröditz zu gelangen. © Lutz Weidler

Gröditz. "Diese eine Woche halten wir auch noch aus." Das ist der Tenor von Gröditzer Firmen, die die SZ zur derzeitigen Straßenbaustelle Richtung Tiefenau befragt hat. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass die Sanierung der B 169 südlich von Gröditz noch eine Woche länger dauert. 

Bis kommenden Freitag sollen Restarbeiten und die Straßenmarkierung erledigt werden. Seit Ende Juni wurden vom Stadtausgang bis zum Eisenbahnübergang bei Tiefenau die obersten Asphaltschichten erneuert.

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Von den Umleitungen betroffen sind auch Fuhrunternehmen, die täglich Ladungen für die Schmiedewerke Gröditz fahren. Organisiert werden die Transporte u. a. von der werksansässigen Spedition Nosta. 

Wie ein Mitarbeiter der Niederlassung bestätigt, ist ein Stahlhandel im Industriegebiet Glaubitz eines der häufigsten Ziele. Demnach sei die B 169 über Tiefenau tatsächlich als kürzeste Verbindung besonders wichtig. 

Auch wenn die ortskundigen Fuhrunternehmen zurzeit eine Umleitung über Nauwalde fahren müssen, so würden sie die Mehrkosten für Zeit und Kraftstoff in Kauf nehmen, anstatt auf die Tour zu verzichten. 

Auch Pflegedienste sind betroffen. "Die Umleitungen ringsum Gröditz sind nicht schön, aber wir halten es aus", sagt Petra Mittag, die Gröditzer Geschäftsstellenleiterin des ASB-Ortsverbandes Riesa. Trotz der Umwege würden sich die Mitarbeiter des Pflegedienstes weiterhin Zeit für die Klienten nehmen. 

Für Petra Mittag ist die siebenwöchige Umleitung Richtung Riesa verschmerzbar. "Wir haben die Gnade des ländlichen Raums", sagt sie. "Die Kollegen in den Großstädten, wie in Dresden, stehen viel länger an Ampelkreuzungen." Dort gehe dauerhaft viel mehr Zeit verloren.

Hoffen auf Verständnis bei Kunden

Der Amigo Pizza Service in Gröditz hat nicht nur Kunden in der Stadt, sondern liefert auch außerhalb. Weil er bis 22.30 Uhr geöffnet hat, rufen sehr oft Schichtarbeiter von Großbetrieben in Lampertswalde, Zeithain und Nünchritz an. 

"Klar sind die Umleitungen ein Umweg", sagt Pizzeria-Mitarbeiterin Manuela Lips. "Da muss man eben die zusätzliche Zeit einplanen." Sie hofft, dass die Kunden Verständnis haben, wenn die Anlieferung derzeit etwas länger dauert.   

Heiko Königsdörfer betreut mit seinem hiesigen Pflegedienst Menschen in Gröditz und den umliegenden Dörfern. Die auslaufende Straßenbaustelle Richtung Tiefenau sieht er gelassen. "Aber sportlich wird es, wenn es in den nächsten zwei Jahren ein höheres Verkehrsaufkommen in Frauenhain gibt", sagt er und verweist auf die zweite Straßenbaustelle im Norden von Gröditz. 

Das Land Brandenburg lässt dort in mehreren Etappen die Ortsdurchfahrt von Prösen erneuern. "Die Leute wollen ordentliche Straßen haben", sagt der 59-Jährige. Da müssten sie die damit verbundenen Umleitungen akzeptieren. "Aber über die lange Bauzeit ist keiner glücklich", so Königsdörfer. 

Königsdörfer verweist auf den Pflegedienst Bloch, der mitten in Prösen beheimatet ist und von der Baustelle sicherlich viel mehr betroffen sei als er. Doch Inhaberin Gabriele Bloch scheint relativ entspannt mit der Situation umzugehen. 

"Wer will, findet Wege", sagt sie. "Es gibt keine unlösbaren Aufgaben." Sie hat ihre Dienstfahrzeuge für die nächsten zwei Jahre woanders geparkt. All ihre Kunden im sächsischen Raum würden so wie bisher rechtzeitig versorgt. 

Ortsumfahrung mehr denn je vermisst

Auch Christoph Raddatz, Inhaber der Bäckerei Raddatz, sieht keinen anderen Weg, als sich auf die Umleitungen einzustellen. Seine Transporter, die jeden Morgen die frischen Brötchen, Brote und Kuchen in die Filialen im südbrandenburgischen Raum fahren, nutzen die kürzere Umleitung über Wainsdorf. 

Auf die ungewöhnlich lange Bauzeit von zwei Jahren angesprochen, antwortet er mit Verweis auf Deutschlands Dauerstelle Nr. 1, den Flughafen BER: "Was kann man denn schon anderes von einer Baustelle in Brandenburg erwarten." 

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Heiko Königsdörfer, der sich im Gemeinderat Röderaue engagiert, stellt fest: "Seit Jahren reden wir über eine Ortsumfahrung für Gröditz und Prösen. Jetzt hätten wir sie gebraucht." Dann wäre es völlig egal gewesen, wie lange das Land Brandenburg dafür braucht, die B 169 durch Prösen zu erneuern. - Doch die Ortsumfahrung Gröditz flog  2016 aus dem Bundesverkehrswegeplan und wird zumindest in den nächsten zehn Jahren nicht gebaut.     

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