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Gröditzer Urnen sind gefragt

Es hat lange gedauert, bis die Urneninsel fertig war. Doch der Zuspruch übertrifft alle Erwartungen.

Von Eric Weser und Nicole Czerwinka

Was lange währt, wird endlich gut. Das scheint auf die Urneninsel zuzutreffen, die im Sommer nach langem Hin und Her endlich auf dem Gröditzer Friedhof fertiggestellt werden konnte – die Nachfrage nach der Bestattungsform ist ungebrochen groß.

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Angedeutet hatte sich das bereits. Gerade einmal vier Wochen war die Anlage in Nutzung, da waren schon 36 der insgesamt 248 Kammern vergeben. Und der Trend setzt sich fort , derzeit sind es 60. Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass sich nicht nur Gröditzerhier ihre letzte Ruhestätte finden. Rund ein Drittel der Nutzer kommen aus Nachbarkommunen wie Wülknitz, Zeithain oder auch Elsterwerda.

Abzusehen war das vor rund einem Jahr noch nicht. Über Monate hatte es einen nicht enden wollenden Bauhickhack rund um das 250  000 Euro teure Projekt gegeben, teilweise waren Rückbauten notwendig geworden. Dabei hatte die Mauer eigentlich schon zum Totensonntag 2012 fertig sein sollen. Doch dann stellte die Stadt erhebliche Baumängel an der Konzeption fest. Der neue, auf das Frühjahr 2013 verlegte Fertigstellungstermin konnte aber ebenso nicht eingehalten werden. Und zum fehlenden Glück kam schließlich noch Pech dazu: Im Mai wurden die Deckplatten für die Urnenwand auf dem Gelände des Bauhofes zerstört. Die Urnenwand drohte, zu einem Debakel zu werden.

Nun scheint sich das Ganze doch noch zur Erfolgsgeschichte für die Stadt gemausert zu haben . Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos) erklärt sich das Ganze so: „Es ist eine elegante Art der Bestattung, ohne Grabpflege und dennoch mit der Möglichkeit, dem Menschen würdevoll zu gedenken.“ Hinzu kommt, dass diese Bestattungsform nicht nur modern, sondern auch noch vergleichsweise günstig daherkommt. Gerade einmal 1 500 Euro kostet die Belegung einer Doppelurnenkammer in der neuen Urneninsel auf dem Gröditzer Friedhof – für 20 Jahre. „Das ist im Prinzip nicht viel Geld“, unterstreicht Bürgermeister Reinicke.

Völlig abgeschlossen ist die Umgestaltung des Geländes an der Wainsdorfer Straße zu einem sogenannten Gartenfriedhof indes noch nicht. Unter anderem werden noch die Wege in Ordnung gebracht. Mit der Fertigstellung des Ensembles rechnet die Stadt im Jahr 2015.