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Großbrand beschert THW Premiere

Die Ursache für das Feuer vor knapp zwei Wochen in Heidenau ist noch nicht geklärt. Das Sichern der Spuren stellte alle vor besondere Herausforderungen.

Mühselige Suche: THW und Kriminalisten beim Sichern auch der kleinsten Spuren.
Mühselige Suche: THW und Kriminalisten beim Sichern auch der kleinsten Spuren. © Daniel Förster

Das Großfeuer an der Heidenauer an der Rudolf-Breitscheid-Straße vor knapp zwei Wochen gibt den Ermittlern nach wie vor Rätsel auf. Mehrere Tage lang flammten immer wieder Glutnester auf. Von den vier Hallen mit insgesamt rund 10.000 Quadratmeter Fläche ist nichts mehr übrig. Entsprechend schwierig war die Sicherung der Spuren. 

Auch das Technische Hilfswerk war viereinhalb Tage vor Ort. Doch nicht deshalb war der Einsatz für die Helfer eine Premiere. Sie wurden zum ersten Mal in ihrem 25-jährigen Bestehen mit ihrer Technik zur Ursachenermittlung bei so einem gewaltigen Feuer herangezogen. Die Pirnaer erhielten dabei Hilfe aus Dippoldiswalde, Dresden, Görlitz und Leipzig. 

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Kleinste Bewegungen registriert

Erst am Wochenende wurde die Überwachung in der am stärksten zerstörten Halle, in der das Feuer ausgebrochen war, zurückgebaut. Mit Hilfe eines Autokrans wurden die  exponierten Stellen erreicht, an denen Messmarken angebracht worden waren. 

Schon am ersten Tag nach dem Brand hatten THW-Baufachberater die Ruine erkundet. An statisch wichtigen Punkten an der zerstörten Stahlkonstruktion und an den Gebäuderesten wurden die Messmarken befestigt. Während der Arbeiten wurden sie  permanent von einem Vermessungsgerät automatisch per Laser angepeilt. „Die Technik erfasst Bewegungen im Zehntel Millimeterbereich. So konnten wir ziemlich genau sehen, wohin sich irgendetwas bewegt. Sobald sich eine Veränderung aufzeigte und es kritisch wurde, gab es einen Alarm, so dass die Einsatzstelle schnell evakuiert hätte werden können“, sagt Pirnas THW-Sprecher André Jakob. 

Analyse im Labor

Bei jedem Schritt und Eingriff der Kriminalisten bestand Gefahr, dass etwas abstürzt oder nachgibt. Deshalb mussten THW-Leute bei der Beräumung sehr vorsichtig sein. Deshalb ging die Arbeit nur schrittweise voran. Wenn ein Sektor freigelegt war, konnten die Ermittler ran. „Wir haben gemessen, ob wir Hinweise auf brandfördernde Stoffe finden“, sagt Kriminalhauptmeisterin Elke Nossol. Stichprobenartig meißelte sie  den Beton aus der Bodenplatte. „Die Stücke haben wir zum Landeskriminalamt geschickt. Dort werden sie im Labor analysiert“.

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Zur Brandursache gibt es noch keine Erkenntnisse. „Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt von der Staatsanwaltschaft Dresden. (Daniel Förster)

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