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Große Investitionen in der Kleenen Schänke

Die Cunewalder Koch- und Kulturwerkstatt bekommt eine Heizung – und plant viel Neues.

In der Kleenen Schänke betreibt Carola Arnold eine Koch- und Kulturwerkstatt. Bisher konnte sie im Winter nicht alle Räume nutzen. Jetzt bekommt das Gebäude eine Heizung. Dafür wurde das ehemalige Pförtnerhaus (r.) vom Motorenwerk saniert.
In der Kleenen Schänke betreibt Carola Arnold eine Koch- und Kulturwerkstatt. Bisher konnte sie im Winter nicht alle Räume nutzen. Jetzt bekommt das Gebäude eine Heizung. Dafür wurde das ehemalige Pförtnerhaus (r.) vom Motorenwerk saniert. © SZ/Uwe Soeder

Cunewalde. Von außen wirkt die Kleene Schänke wie immer. Nur das ehemalige Pförtnerhäuschen an der rechten Seite sieht saniert aus. Es bekommt gerade eine neue Funktion. Sie hängt damit zusammen, was derzeit im Inneren der Cunewalder Koch- und Kulturwerkstatt passiert. Dort herrscht Baustellen-Atmosphäre. In der Blockstube sind Tische und Stühle in der Mitte gestapelt, im Laden die Regale leer geräumt. In der Event-Küche liegen Kupferrohre. Auch die Möbel der Ferienwohnung im Obergeschoss sind zusammengerückt.

„Das Gebäude bekommt von unten bis oben eine Heizung“, freut sich Carola Arnold. Sie hat das Umgebindehaus gepachtet, bietet darin seit knapp drei Jahren Veranstaltungen an, von Vorträgen über Lesungen bis zu Spirituosen-Verkostungen; stets mit passendem Menü. Denn die Cunewalderin ist Küchenmeisterin und Betriebswirtin. Ihr Wissen und Können gibt sie bei Kochworkshops weiter. Außerdem finden im Haus Feiern aller Art statt. Bisher gab es in den kalten Monaten allerdings ein Problem. Denn das Haus hatte nur einen Ofen. „Ich habe Unmengen Strom und Propangas verbraucht, um wenigstens das Erdgeschoss warm zu kriegen. Das Obergeschoss war im Winter nicht nutzbar“, sagt Carola Arnold. Das ist nun Geschichte. Die Cunewalder Heizungs- und Sanitärfirma von Alexander Schneider installiert eine Gasheizung. Der Charakter des denkmalgeschützten Hauses bleibt aber erhalten. Denn in allen Räumen – auch im Museum für historische Zimmermannswerkzeuge – werden die Wärme abstrahlenden Elemente in Sockelleisten versteckt. „In so einem alten Haus zu arbeiten, ist eine echte Herausforderung. Man weiß nie, was einen erwartet. Nichts ist genormt“, sagt Alexander Schneider. Zudem drängt die Zeit. Denn ab 20. Februar öffnet die Wirtin wieder. „Künftig kann ich mehr Veranstaltungen anbieten. Und die Ferienwohnung ist rund ums Jahr vermietbar“, freut sich Carola Arnold, die das Gäste-Domizil mit alten Möbeln eingerichtet hat und es noch mehr zum bewohnbaren Museum machen will, in dem sie die authentische Ausstattung weiter vervollständigt.

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Neue Fenster und frischer Putz fürs Pförtnerhaus

Eigentümer des Umgebindehauses, das Anfang der 90er-Jahre vor dem Verfall gerettet wurde, ist der Landesverein Sächsischer Heimatschutz. Mit Hilfe von Leader-Fördermitteln investiert er jetzt nicht nur in den Heizungseinbau, sondern auch in weitere Verbesserungen. Die Arbeiten führen Firmen aus dem Ort und der Umgebung aus. Im Frühjahr wird der Dachboden gedämmt. Bereits abgeschlossen ist die Sanierung des ehemaligen Pförtnerhäuschens vom Cunewalder Motorenwerk. Das kleine Gebäude an die rechte Seite der Kleenen Schänke bekam unter anderem neue Fenster und frischen Putz. Jetzt dient es als Heizraum. Die Gastherme hängt darin. „Und ich nutze es künftig als Gewächshaus für Kräuter“, verrät Carola Arnold, die drei Mitarbeiterinnen beschäftigt.

Auch im Außenbereich der Koch- und Kulturwerkstatt hat sich einiges verändert. Das Gelände verfügt jetzt über eine ordentliche Entwässerung, und die linke Seite wurde befestigt. „Jetzt kann ich einen Biergarten einrichten und draußen Veranstaltungen machen. Bisher war die Fläche holprig und oft matschig“, sagt die Wirtin. Über ihre ersten drei Jahre zieht sie eine positive Bilanz. „Es läuft besser, als ich zu hoffen gewagt hätte. Es ist eine große Vielfalt entstanden. Ich habe jede Menge interessante Leute kennengelernt und ein Netzwerk aufgebaut“, sagt Carola Arnold und fügt schmunzelnd an: „Ich hatte mich mehr in der Küche gesehen. Aber jetzt bin ich eher Kulturmanagerin“.

Lesung und typische DDR-Gerichte

Für dieses Jahr plant sie einiges Neue. Zum Beispiel liest die Autorin Martina Rellin aus ihrem Buch „Klar bin ich eine Ostfrau“. Dazu gibt es typische DDR-Gerichte neu interpretiert; wie Rotkrautsalat mit heißen Himbeeren und Walnüssen. Wenn Annelies Schulz ihr gerade entstehendes Buch „Holunderzeit“ vorstellt, wird Holunderküche serviert. Auf dem Programm stehen auch ein fotografisch-kulinarischer Streifzug und Rum-Verkostungen. In Vorbereitung ist ein Abend zum Thema „Gehts dem Tier gut, gehts dem Menschen gut“ mit Kathrin Adler, die seit 13 Jahren in Cunewalde eine Tierheilpraxis betreibt. Gut etabliert haben sich Wohlfühlabende für Frauen. „Für Männer bin ich noch auf der Suche nach Angeboten – und für Ideen dankbar“, sagt die Wirtin.

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Die Kleene Schänke soll aber nicht nur ein Ort für kommerzielle Veranstaltungen sein. Carola Arnold will sie gemeinsam mit der Ortsgruppe vom Sächsischen Heimatschutz, wo sie Mitglied ist, stärker zu deren Heimstatt machen und zusammen mit anderen Vereine ein reges Leben entwickeln. So gibt es am 14. März einen Vortrag mit freiem Eintritt, bei dem es um Cunewalder Geschichte und Geschichten geht.

www.kleeneschaenke.de