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Großenhain

MDR-Kultmoderator sendet aus Großenhain

Silvio Zschage machte mit seinem Wohnmobil Station vor dem Rathaus der Röderstadt. Und entlockt dem Verwaltungschef ein besonderes Angebot.

MDR-Morgenmoderator Sylvio Zschage sendete am Donnerstag live aus Großenhain. Und war auch im Gespräch mit Oberbürgermeister Sven Mißbach.
MDR-Morgenmoderator Sylvio Zschage sendete am Donnerstag live aus Großenhain. Und war auch im Gespräch mit Oberbürgermeister Sven Mißbach. © Foto: Kristin Richter

Großenhain. Er wird begrüßt wie ein Filmstar. Als sich die Türen des üppig plakatierten Gefährts öffnen, gibt es für die kleine zierliche Frau kein Halten mehr. "Ach, da ist er ja wirklich! Ich freue mich riesig, ihn endlich mal so richtig vor mir zu sehen", bekennt die 74-Jährige. Als sie erfahren habe, dass MDR-Morgenmoderator Silvio Zschage auf seiner diesjährigen "Miteinander Stark-Tour" am Donnerstag auch Großenhain besuchen werde, hätte sie sich gleich auf den Weg gemacht. Immerhin wäre der Radiojournalist jener Mann, der sie wochentags ganz unverblümt durch die Wohnung begleiten dürfe: Schlafzimmer, Bad, Küche und Wohnzimmer. In jedem dieser Räume gebe es ein Radio, und da sei sie als Stammhörerin gewissermaßen immer mit auf Sendung.

Auf Sendung ist Silvio Zschage ein paar Minuten selbst auch wieder. Seit früh um fünf begleitet er nun schon zusammen mit Elena Pelzer die mehr oder minder munteren Bewohner des Freistaates in den sonnigen Morgen. Während seine Kollegin die Stellung im Studio hält, meldet sich ihr männlicher Co-Moderator dieses Mal live aus Großenhain. Als eine von insgesamt 13 Städten zwischen Marienberg, Crimmitschau, Auerbach, Sebnitz oder Delitzsch, geben sie und ihre Bewohner einen Einblick inmitten der Corona-Krise. 

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Allerdings: "Ich war überrascht, dass die Situation von den meisten Menschen gar nicht so vordergründig thematisiert wird! Überall, wo wir bis jetzt waren, spielten die Einschränkungen weniger eine Rolle als all die anderen kleinen und großen Probleme, die im täglichen Leben einer Kleinstadt mitunter plagen", verrät Silvio Zschage. Kommunalpolitisches Geplänkel zwischen verschiedenen Strömungen im Stadtrat bewegten da ebenso die Gemüter wie sanierungsbedürftige Häuser, fehlende Umgehungsstraßen oder dringend benötigte Gelder für Vereine.

In Großenhain macht man sich ganz offenkundig auch so seine Gedanken. Und zwar ob es im Ortsteil Zschauitz im Zuge einer neuen Bebauung etwa wieder einen Spielplatz geben werde. Auch die fehlenden wirtschaftlichen Einnahmen aufgrund der Corona-Beschränkungen beschäftigten die Gemüter von Unternehmern und Händlern. "Wir werden dort auf jeden Fall mit einer veränderten Sondernutzungssatzung unter die Arme greifen", erklärt Sven Mißbach. Die Jahresgebühr für Außengastronomie und Warenauslage solle auf Antrag für 2020 erlassen werden. 

Großenhains Oberbürgermeister ist jener Mann, der nach Diakonie-Geschäftsführer Hans-Georg Müller und dem Baßlitzer DJ Skoup als Nächster interviewt wird. Man habe gut gewirtschaftet in den letzten Jahren, beruhigt der Verwaltungschef. Die Bewohner seiner Stadt müssten sich keine Sorgen machen, dass nun plötzlich alle Zuschüsse für Vereine oder bewilligte Projekte wegen der Pandemie gestrichen würden.     

Oberbürgermeister kommt zum Montagsspaziergang

Eine ungeahnte Situation, die viele Menschen in zahlreichen Städten dazu bewege, an sogenannten Spaziergängen teilzunehmen, erinnert der Radiomann. Ein stiller Protest gegen die massiven Einschränkungen, den es seit Kurzem ja auch in Großenhain gebe. Schnell kommen der Kommunalpolitiker und Silvio Zschage darüber ins Gespräch. Und der Oberbürgermeister macht eine Ankündigung, die gewiss nicht ungehört bleiben wird. Ja, er nehme die Sorgen der Leute durchaus ernst und würde am kommenden Montag an der Veranstaltung teilnehmen. 

"Ich kann nicht über Dinge des Landes oder Bundes entscheiden, aber stehe selbstverständlich als Gesprächspartner für städtische Belange bereit", betont Sven Mißbach. In Anbetracht des gewalttätigen Gerangels bei einer unangemeldeten Demonstration am Mittwochabend in Pirna bitte er jedoch darum, den friedlichen Charakter der Zusammenkunft zu wahren. Nicht gegeneinander, sondern gemeinsam sei man schließlich in Krisenzeiten wie diesen stark. Sprach´s ins Mikrofon, um Silvio Zschage dann doch wieder jenen zu überlassen, die extra wegen dem wortgewandten Mann gekommen sind. Dieses Mal aus Strehla. Echte Fans eben.  

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