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Großweitzschen ohne Bauamtsleiter

Klaus Bichler hat nach weniger als zwei Jahren die Gemeinde wieder verlassen. Die Hintergründe für die Kündigung sind unterschiedlich.

Hier in der Gemeindeverwaltung in Großweitzschen arbeitete Klaus Bichler etwas mehr als anderthalb Jahre.
Hier in der Gemeindeverwaltung in Großweitzschen arbeitete Klaus Bichler etwas mehr als anderthalb Jahre. © Archiv/André Braun

Großweitzschen. Nicht einmal zwei Jahre ist er geblieben: Der ehemalige Bauamtsleiter der Gemeinde Großweitzschen Klaus Bichler hat die Verwaltung im Mai endgültig verlassen. Vorausgegangen waren verschiedene Diskussionen und mehrere Hürden.

Wie Großweitzschens Gemeindeoberhaupt Jörg Burkert (parteilos) auf Anfrage mitteilt, habe der Leiter des Bauamtes seine Kündigung von sich aus eingereicht und hatte am 30. April seinen letzten Arbeitstag.

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Klaus Bichler kam ursprünglich im Sommer 2018 nach Mittelsachsen, um den unbesetzten Posten zu übernehmen. Nun ging er laut Bürgermeister Jörg Burkert zurück in seine Heimat nach Brandenburg. „Er wird auch dort im Spreewald wieder im Bauamt arbeiten, aber nicht in einer Leitungsfunktion“, sagt er.

Einen Grund für die Kündigung gibt es offiziell nicht. Erklärungen und eine Aussprache soll es nach Informationen von sächsische.de im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung im April gegeben haben.

Doch immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Bauamtsleiter und dem Gemeinderat. Dabei ging es um die Planung mit und Organisation von Fördermitteln für Baumaßnahmen. Diese gehörten zu den Hauptaufgaben von Klaus Bichler.

Beispielsweise musste Klaus Bichler bei den diesjährigen drei Projekten rund um die Neugestaltung des Hochweitzschener Friedhofs, die Erneuerungen der Straßen im Mockritzer Gewerbegebiet sowie die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Westewitz Überzeugungsarbeit leisten. 

Teilweise gab es harsche Kritik und rege Diskussionen, da zum Zeitpunkt der Beschlussvorlagen noch kein fester Haushalt für das Jahr 2020 stand. Dennoch mussten Fördermittel akquiriert werden, sonst wären sie womöglich nicht mehr in die aktuelle Förderperiode hineingekommen. Zwar wurden die Beschlüsse letztendlich mehrheitlich durch den Gemeinderat gefasst, jedoch könnten nicht zuletzt diese Streitfälle ein Grund für den Abgang des Leiters seien.

Tagesgeschäft übernimmt Bürgermeister

Seit Mai übernimmt die Amtsgeschäfte im Bauamt nunmehr zeitgleich Bürgermeister Jörg Burkert. Wie er sagt, sei die Doppelbelastung derzeit noch kein Problem. „Deshalb werde ich die Arbeit erst einmal auch fortführen.“ Die Stelle wolle die Verwaltung vorerst nicht ausschreiben.

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Das habe auch finanzielle Gründe, so das Gemeindeoberhaupt. „Sollte die Belastung für mich zu hoch werden, dann müssen wir jemanden Neues suchen. Das steht außer Frage“, sagt Burkert. Bis dahin wolle er jedoch versuchen gemeinsam mit der Kämmerin Elke Görs das Tagesgeschäft abzuwickeln.

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