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„Gundermann Revier“ – eine filmische Annährung

Das Soziokulturelle Zentrum Telux in Weißwasser startet mit dem Dokumentarfilm erneut die Reihe seiner Veranstaltungen.

Stephan Kaasche, Naturführer und Wolfsexperte, moderiert die einführenden Worte der Regisseurin Grit Lemke im Saal der Telux.
Stephan Kaasche, Naturführer und Wolfsexperte, moderiert die einführenden Worte der Regisseurin Grit Lemke im Saal der Telux. © Rolf Ullmann

Weißwasser. Die ersten Bilder des bewegenden Dokumentarfilms “Gundermann Revier“ fangen das geradezu riesige Schaufelrad eines Baggers ein. Im Tagebau nahe Hoyerswerda fördert er Kohle und hinterlässt eine geschundene Landschaft. Menschen, die Gundermann gut gekannt haben, kommen zu Wort, eine Band spielt seine Lieder, und der Aufbau von Hoyerswerda zur sozialistischen Vorzeigestadt wird noch einmal in Bildern lebendig. Als diese szenischen Sequenzen verbinden sich im Dokumentarfilm der Regisseurin Grit Lemke zu einer Annäherung an die durchaus widersprüchliche Persönlichkeit des Baggerführers und Liedermachers Gerhard Gundermanns.

Dass dieser Streifen am Sonnabendabend zu späterer Stunde den Weg in das Soziokulturelle Zentrum Telux in Weißwasser gefunden hat, ist dem Projekt Film Land Sachsen zu verdanken. In dessen Rahmen kommen hauptsächlich Filme, die in Sachsen entstanden sind sowie Themen von hier und heute zum Inhalt haben, zur Aufführung. Doch bevor der Beamer in Aktion tritt, verwickelt Stephan Kaasche die Regisseurin in ein informatives und zugleich spannendes Gespräch darüber, wie dieses Werk entstand und darüber, warum dieser erfolgreiche Film in der wahrhaft kurzen Zeit von nur einem halben Jahr entstehen konnte. Wie so oft stand Kamerad Zufall Pate als der Gedanke geboren wurde, einen Dokumentarfilm über den Hoyerswerdaer Künstler zu drehen. Verärgert über eine schräge Diskussion über die Persönlichkeit Gundermanns am Rand eines Filmfestivals in Krakow greift Grit Lemke in die Debatte ein. Denn sie hat Gerhard Gundermann als Künstler und als Persönlichkeit ganz intensiv kennengelernt.

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Aus dem geschilderten Erlebnis heraus, festigt sich in ihr der Gedanke, einen Film mit Menschen seiner Heimatstadt und der Landschaft sowie der Industriekultur in der Region zu drehen. Doch zunächst scheitert das Projekt an der leidigen Frage der Finanzierung. Erst als sich der Spielfilm über den Liedermacher zu einem großen Erfolg mausert, sprudelt auch für „Gundermann Revier“ im Frühjahr 2019 eine Geldquelle. Bis zum Herbst sollte der Film fertig sein, so lautet die daran geknüpfte Bedingung. „Dass wir die Zeit einhalten konnten, verdanke ich der Tatsache, dass ich die meisten Mitwirkenden kenne. Sie haben mir bereitwillig die Türen ihrer Wohnung geöffnet. Zwischen ihnen und mir herrschte sofort ein Vertrauensverhältnis, das bei anderen Projekten oft erst hergestellt werden muss“, berichtet Grit Lemke.

So manche amüsante Episode kommt bei diesem einführenden Gespräch sowie im Film selbst zum Vorschein. So zum Beispiel die Sache mit den abgestellten Taschen an den Bushaltestellen in Hoyerswerda für den Werkverkehr zum Großkombinat Schwarze Pumpe. Denn nur, wer seine Tasche rechtzeitig abgestellt hatte, besaß einen Anspruch auf einen Sitzplatz im Bus. Oder die Geschichte mit Gundermanns Eigenmächtigkeit bei der Rettungsschwimmerprüfung, die seiner Sportlehrerin den Angstschweiß auf die Stirn trieb. Diese und viele andere Erinnerungen an Gundermann im Film gibt es auch auf einer CD, die im Internet erhältlich ist. In der Kulturfabrik (Kufa) Hoyerswerda erinnert zudem eine intermediale Präsentation an den unvergessenen Künstler.

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