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Gute Jobchancen vor der Haustür

Robert Goßmann lernte bei Schoplast in Wölkau von der Pike auf. Jetzt betreut er als Meister die Lehrlinge im Betrieb.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

Wölkau. Robert Goßmann würde sich heute wohl wieder so entscheiden. Der jetzt 27-Jährige begann im September 2007 bei der Firma Schoplast in Bischofswerda seine dreijährige Lehre zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschucktechnik. Nach der Ausbildung wurde er sofort als Einrichter eingestellt. Er baute die Werkzeuge auf den Maschinen auf, stellte die Parameter für die Produktion ein, fuhr die Maschinen ein, programmierte die Roboter, kontrollierte, dass alles in geforderter Qualität produziert wird. Vier Jahre lang arbeitete Robert Goßmann als Einrichter. Diese Arbeit war abwechslungsreich und sie machte Spaß, sagt er. Doch er spürte auch: Er kann mehr, will beruflich weiter kommen. Folglich setzte er sich neben seinem Job noch einmal für zweieinhalb Jahre auf die Schulbank und machte seinen Industriemeister für Kunststoffverarbeitung. Sein Arbeitgeber unterstützte ihn, indem er ihn nicht nur für das Meisterstudium freistellte, sondern es auch finanzierte. „Jungen Leuten, die motiviert sind, können wir gute Perspektiven bieten“, sagt Martin Beyer, der bei Schoplast unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

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Als jungem Meister wurde Robert Goßmann, dessen eigene Lehrzeit ja noch gar nicht so lange zurück liegt, die Verantwortung für die Lehrlinge übertragen. Aktuell sind es in den drei Ausbildungsjahren sechs junge Männer und Frauen, die ausgebildet werden. Im neuen Lehrjahr wird die Schoplast Plastic GmbH vier Azubis neu einstellen, darunter erstmals einen angehenden Industriemechaniker. Damit starten mehr Lehrlinge als in den vergangenen Jahren im Unternehmen. Das kommt natürlich nicht von selbst. „Wir sind auf Facebook, gehen auf Messen, führen Schulklassen durch unseren Betrieb“, sagt Martin Beyer. So etwas zahlt sich langfristig aus.

Erster Azubi-Stammtisch

Robert Goßmann, der aus Bischofswerda stammt und jetzt mit Frau und Kind in Rammenau zu Hause ist, schrieb seinerzeit nur zwei Bewerbungen. „Ich wollte einen technischen Beruf ergreifen, aber auch in der Heimat bleiben“, sagt er. Dass man ihm Vertrauen entgegenbringt, motiviert. Kürzlich gab es bei Schoplast den ersten Azubi-Stammtisch. Zweimal, zu Beginn und am Ende eines jeden Lehrjahres, soll er künftig stattfinden. Die Lehrlinge sollen sich untereinander besser kennenlernen, die älteren ihre Erfahrungen an die jüngeren weitergeben.

Neben der Betreuung von Lehrlingen an beiden Standorten ist Robert Goßmann im Bischofswerdaer Werk auch in der Produktion tätig. Als Meister kümmert er sich vor allem um die Personalplanung – von der Besetzung der Schichten über die Weiterbildung bis hin zum Arbeitsschutz. Produziert wird im Bischofswerdaer Werk drei-, im Wölkauer vierschichtig. Die Auftragsbücher sind voll. Hergestellt werden in verschiedenen Verfahren Kunststoffteile vor allem für die Elektroinstallationstechnik – vom Lichtschalter bis zur Steuerung von Jalousien. Durch den Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit dem Unternehmen Albrecht Jung aus Schalksmühle im Sauerland im Jahr 2016, zuvor bereits Hauptkunde des Bischofswerdaer Unternehmens, gibt es auf Jahre einen gesicherten Absatz – und relativ krisenfeste Jobs in Bischofswerda und Wölkau. Aktuell beschäftigt Schoplast an beiden Standorten zusammen rund 180 Mitarbeiter. Damit ist die Firma größter produzierender Arbeitgeber in der Stadt Bischofswerda und der Gemeinde Demitz-Thumitz.

Die Partnerschaft mit dem Unternehmen Jung, seit 2016 gleichzeitig Teilhaber an der Schoplast Plastic GmbH, gab auch den letzten Anstoß, in Wölkau neben der Staatsstraße 111 (ehemals B 6) das neue Werk zu bauen. Interessierte sind dorthin an diesem Sonnabend eingeladen. Sie können den Betrieb kennenlernen, sich aber auch über Job- und Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Aktuell hat Schoplast fünf offene Stellen an beiden Standorten ausgeschrieben. Nach dem „Tag der offenen Tür“ findet ein Fest für die Mitarbeiter und ihre Familien statt. Vom letzten Fest 2017, das zum 25. Betriebsjubiläum gefeiert wurde, schwärmten die Beschäftigten noch lange hinterher.