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Haferflocken haben sich als Vogelfutter bewährt

Was tut sich gerade auf Feld und Flur? Die SZ sagt es Ihnen jede Woche. Heute: Vögel füttern – aber richtig!

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Von Hermann Thomas

Der Winter steht vor der Tür, Reif oder Schnee verdeckten schon die Nahrungsquellen für vielerlei Getier, so dass sich die Frage erhebt, soll man den Tieren im Winter helfen, indem man ihnen Futterstellen einrichtet?

Für das jagdbare Wild tun das die Jäger. Für die winteraktiven Kleintiere, vor allem die Vögel im Bereich der menschlichen Siedlungen, springen naturverbundene Bürger ein, die das Überleben vieler Singvögel mit ihren Futtergaben unterstützen. Über die Wirksamkeit dieser Winterfütterung gehen die Meinungen von Experten allerdings weit auseinander. Schließlich wurden darüber schon ganze Bücher geschrieben. Das sachlich überzeugendste gerade jetzt von Mitarbeitern der Vogelwarte Radolfzell im Kosmos Verlag unter dem Titel „Vögel füttern – aber richtig.

Wir wollen uns hier jedoch nur mit einigen Seiten des Themas befassen: 1. Hat man Kinder in der Familie, dann kann man ihnen Fürsorge und Sympathie für die Mitgeschöpfe der Natur jetzt in der Notzeit am besten dadurch nahe bringen, indem man eine Futterstelle einrichtet.Esgenügtschoneineaufgesägte Kokosnuss, die Vater und Kinder gemeinsam basteln können. Dazu muss aus der Nuss nur die Milch heraus getrunken werden, die nussartige Außenschicht picken die Vögel selbst heraus.

Als Universalfutter für alle Vogelarten, die die Vogelhäuschen besuchen, haben sich Haferflocken bewährt, die im heißen Tiegel oder Topf schwach mit Margarine getränkt werden.

Eine interessante Forderung von Vogelschützen besagt zum Zweiten, dass man die Vögel ganzjährig füttern soll! Denkt man dabei an die Sperlinge, hat das sogar eine Berechtigung. Schließlich folgten sie dem Acker bebauenden und immer auch Geflügel haltenden und damit spatzenfreundlich fütternden Menschen vor Urzeiten über tausende Kilometer bis nach Nord- und Westeuropa, um jetzt vor abgeschirmten Ställen, übergroßen und bei der Ernte total geleerten Feldern ohne Gebüsche und Feldrainen zu stehen, bis sie sich schließlich auf den roten Listen der vor dem Aussterben bedrohten Arten wieder finden, wie jetzt schon in Bayern.

An den Fährstellen der Elbe hat es sich dagegen seit langem eingebürgert, Enten, Blessen, Schwäne und wer weiß was noch für Arten im Eisgang ebenfalls zu füttern. Dazu wird oft altbackenes Brot gewürfelt und ausgestreut.

Beim Einkauf von Vogelfutter kann man nichts verkehrt machen, wenn man nur Sonnenrosenkerne kauft und mit Haferflocken versetzt: Bei Mischfutter muss garantiert sein, das es frei von Samen der Ambrosiapflanze ist. Deren Blüten lösen beim Menschen starke Allergien aus, wenn sie im kommenden Sommer in der Umgebung der Futterstellen auskeimen und zur Blüte kommen.

Hermann Thomas hält für die SZ-Leser Ausschau nach Tieren und Pflanzen in der Region.