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Handy kaputt: Hier gibt’s Hilfe

In Kirschau reparieren 50 Mitarbeiter Smartphones und Tablets. Ihr Chef will jetzt noch mehr Schwung ins Geschäft bringen – mit zwei neuen Ideen.

Mit wenigen Handgriffen bringt Anja Hoffmann ein defektes Tablet in Ordnung. Sie gehört zu den rund 50 Mitarbeitern, die in der Kirschauer Betriebsstätte der Firma LetMeRepair elektronische Geräte – vor allem Handys und Tablets – reparieren.
Mit wenigen Handgriffen bringt Anja Hoffmann ein defektes Tablet in Ordnung. Sie gehört zu den rund 50 Mitarbeitern, die in der Kirschauer Betriebsstätte der Firma LetMeRepair elektronische Geräte – vor allem Handys und Tablets – reparieren. © SZ/Uwe Soeder

Kirschau. Behutsam und doch zügig öffnet Anja Hoffmann die Rückwand eines Tablets. Vorsichtig nimmt sie die Platine aus dem Gerät und setzt mit routinierten Handgriffen eine neue ein. Dann tauscht sie noch den Akku aus, schließt das Gerät wieder und legt es in die Transportkiste zurück.

Die junge Frau gehört zu den knapp 50 Mitarbeitern, die in einer ehemaligen Textilfabrik in Kirschau elektronische Geräte – vor allem Smartphones und Tablets – reparieren. Es handelt sich dabei um eine Betriebsstätte des Unternehmens LetMeRepair, das Karl Dominick in Bautzen betreibt. Sie befindet sich in einem alten Gebäude, das der Unternehmer dafür bis Mitte 2016 saniert hat.

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„Jetzt reparieren wir hier täglich 600 bis 800 Geräte“, berichtet er. Sie werden entweder vom Besitzer selbst oder von Händlern und Großkunden hergeschickt. Kaputtes kann aber auch direkt am Werkseingang abgegeben werden, der sich an der Kirschauer Friesestraße befindet.

Geplante Mitarbeiterzahl verfehlt

„Wir erbringen Garantieleistungen für Samsung und Huawei, führen aber auch Reparaturen außerhalb der Garantiezeit aus“, sagt Karl Dominick und betont: „Für jedes Gerät werden anschließend die Sende- und Empfangsleistung getestet, um sicherzustellen, dass die vorgeschriebenen Grenzwerte nicht überschritten werden.“

Ursprünglich hatte der Unternehmer das Ziel, schon 2018 in Kirschau um die 120 Leute zu beschäftigen. Dass es noch nicht so viele sind, hat mehrere Gründe. Einer ist der Fachkräftemangel. „Wir suchen Leute. Nicht nur für diesen Standort hier“, betont Karl Dominick. Gegenwärtig gebe es in Bautzen und Kirschau insgesamt rund 20 freie Stellen zu besetzen. Geeignete Mitarbeiter zu finden, sei gegenwärtig die größte Herausforderung. Am liebsten werden bei LetMeRepair Frauen und Männer mit Wissen und Erfahrungen im Elektrotechnik-, Elektronik- oder Mobilfunkbereich genommen. Doch auch Quereinsteiger haben gute Chancen – so wie Anja Hoffmann, die gelernte Friseurin ist. „Das A und O ist Fingerspitzengefühl“, betont der umtriebige Unternehmer, der nicht nur in der Elektronikbranche tätig ist, sondern unter anderem auch eine Indoor-Fisch- und Krebszucht sowie eine Firma für den Bau von Warmwasserkreislaufanlagen für solche Aquakulturen betreibt.

Als weiteren Grund dafür, dass er in Kirschau noch nicht so viele Mitarbeiter beschäftigt, wie angestrebt, nennt er den Fakt, dass das Handygeschäft generell zurückgegangen sei. Weil die Geräte immer teurer werden, würden sich Kunden nicht mehr aller zwei Jahre ein neues zulegen. Doch Karl Dominick wäre nicht Karl Dominick, hätte er nicht schon neue Projekte im Blick, um den reichlich vorhandenen Platz in der 5.000 Quadratmeter großen Halle, die einst das Werk IV des sozialistischen Großbetriebes Vegro war, zu füllen. Im Erdgeschoss wird dieser Tage etwas aufgebaut, das wie ein moderner Verkaufsstand in Schwarz, Grau und Rot aussieht. „Es handelt sich dabei um ein mobiles Kiosk-System, an dem in kurzer Zeit Handys, Tablets und Smartwaches repariert werden. Zum Beispiel geht es um den Austausch von Displays und Akkus“, erklärt Karl Dominick. Anfangs liegt der Schwerpunkt auf den Marken Samsung, Huawei und Apple. Weitere kommen hinzu.

Künftig sollen solche Stationen – die in Kirschau aufgebaute ist als Anschauungsobjekt gedacht – vor allem in großen Einkaufszentren stehen und jeweils mit zwei Leuten besetzt sein. Kunden können ihre kaputten Geräte dort abgeben und nach spätestens einer Stunde wieder abholen, sagt Karl Dominick. Zum Test laufen solche Kiosk-Systeme jetzt schon im Ring-Center der Bundeshauptstadt und auf dem Campus der Freien Universität Berlin.

Einstieg in die E-Mobilität

Betrieben werden diese Reparatur-Stationen künftig über ein Franchise-System. Das heißt: Selbstständige Unternehmer nutzen als Partner den Stand, die Technik und das Geschäftskonzept nutzen. „Wir schulen die Leute dafür, stellen eine Erstausstattung an Werkzeug bereit, bestücken die Stände mit Ersatzteilen“, erklärt der Kirschauer. Wie er betont, werde an diesen Stationen ausschließlich mit Original-Ersatzteilen gearbeitet und mit solchen, die vom jeweiligen Hersteller autorisiert sind.

Für den Kirschauer Standort bereitet Karl Dominick zudem noch ein weiteres neues Projekt vor. Dabei setzte er auf die E-Mobilität. Im Erdgeschoss der ehemaligen Textilfabrik sollen künftig Lasten-Dreiräder mit Elektroantrieb, die vor allem für den Gebrauch in Innenstädten gut geeignet sind, montiert, gewartet und repariert werden. Die Ankunft des ersten Containers mit Teilen dafür erwartet der Unternehmer noch vor Weihnachten.

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