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Harting attackiert Spitzenfunktionäre

Der Leichtathletik-Star kritisiert Widerstand gegen die Lotterie und die mafiösen Strukturen.

Frankfurt/M. Zwischen Diskuswerfer Robert Harting und Spitzenfunktionären des deutschen Sports kracht es mal wieder gewaltig. „Ich schäme mich als Leistungssportler und Olympiasieger für solche mafiösen Strukturen“, sagte er in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag). Darin wirft der Welt- und Europameister dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Landessportbünden vor, seine geplante Sportlotterie verhindern zu wollen. „Am Anfang wurden wir belächelt. In der mittleren Phase schickte man uns mit perfektem Politikerdeutsch auf den Heimweg. In der dritten Runde sind wir beschimpft worden – wie wir es wagen könnten, ohne den DOSB solch ein Unternehmen aufzubauen.“

DOSB-Boss Alfons Hörmann konterte diese drastischen Vorwürfe auf der Stelle: „Ich schätze ihn für seine deutlichen Worte, finde aber Formulierungen wie ,mafiöse Strukturen‘ inakzeptabel. Er hat auch von den Strukturen des organisierten Sports in Deutschland nachhaltig profitiert. Erst so konnte er zum Weltklasse-Leichtathleten reifen. Daher muss es auch unser gemeinsames Ziel sein, die Interessen von Breiten- und Spitzensport zu vereinen und nicht einen gegen den anderen auszuspielen.“

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Hintergrund des Streits ist, dass Harting mit einem Partner eine private Sportlotterie gegründet hat. Mit ihren Gewinnen sollen künftig Spitzensportler gefördert werden. Sie muss aber erst noch lizenziert werden. Die Sportverbände befürchten, dass in diesem Fall ein „Kannibalisierungseffekt“ eintritt und die Sportlotterie in Konkurrenz zu den staatlichen Lotterien treten könnte, die wiederum den Breitensport in Deutschland fördern. „Der Sport profitiert jährlich mit etwa 500 Millionen Euro von ihnen“, sagte Hörmann, der einer Sportlotterie aufgeschlossen gegenüber steht. (dpa)