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Radeberg

Hat das Karswaldbad eine Zukunft?

Der Arnsdorfer Gemeinderat möchte das Bad erhalten. Die Ansichten, wie das gelingen kann, gehen jedoch weit auseinander.

Die Schaffung einer neuen Bademeisterstelle für das Arnsdorfer Bad war ein Streitpunkt bei der letzten Gemeinderatssitzung.
Die Schaffung einer neuen Bademeisterstelle für das Arnsdorfer Bad war ein Streitpunkt bei der letzten Gemeinderatssitzung. © Thorsten Eckert

Die Gemüter kochten hoch bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch in Arnsdorf. Das Streitthema der Gemeinderäte war die Schaffung einer neuen Planstelle für einen von der Gemeinde bezahlten Fachangestellten für Bäderbetriebe. Sprich, es wurde darüber beraten, ob das Arnsdorfer Karswaldbad einen festangestellten Bademeister bekommt. Dieser wäre beim Bauhof angesiedelt. Im Sommer würde er um das Karswaldbad kümmern und im Winter wäre er beim Bauhof aktiv.

Ein Bademeister werde dringend benötigt, denn sonst könnte es passieren, dass im nächsten Jahr das Bad geschlossen bleibt. Während die meisten Bäder durch die Kommune betrieben werden und über festes Personal verfügen, übernehmen in Arnsdorf derzeit drei Rentner gegen eine Aufwandsentschädigung die Aufgabe als Bademeister. Die Abdeckung der Öffnungszeiten ist deswegen jedes Jahr aus Neue eine Herausforderung. Auf Dauer ist dieser Zustand nicht tragbar. 

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Seit fünf Jahren laufen Gespräche zwischen der Gemeinde, Eigentümer des Bades, und dem Badverein als Betreiber. Bisher kam es zu keiner für alle Seiten zufriedenstellenden Lösung. Diese ist auch weiterhin erst einmal nicht in Sicht. Denn der Gemeinderat war sich alles andere als einig, ob man dem Antrag der AfD-Fraktion zustimmen sollte. Bereits vor der eigentlichen Diskussion gab es zwischen den Fraktionen Streit, denn eigentlich stand der Antrag der AfD nicht auf der Tagesordnung. 

Fraktionsvorsitzender Detlef Oelsner wollte diesen Punkt aber unbedingt besprechen lassen, denn bereits bei der letzten nicht-öffentlichen Sitzung wurde dies beantragt. Der Punkt wurde nun aber auf der Tagesordnung vergessen. Christian Winkler von der CDU sagte: „Ich will niemandem bösen Willen unterstellen. Fehler sind halt menschlich“ Der stellvertretende Bürgermeister Volker Winter (CDU) ließ dann die Gemeinderäte entscheiden und so kam der Punkt doch noch auf die Tagesordnung.

Die neu geschaffene Stelle würde im Jahr rund 50.000 Euro kosten. Für die klammen Gemeindekassen ist das eine Menge Geld. Deswegen wurde es bei der Diskussion um diesen Tagesordnungspunkt auch sehr hitzig. „Wir brauchen diese Stelle unbedingt, denn sonst gibt es das Bad nicht mehr“, sagte Stephan Wiesner. Vehement setzte sich der AfD-Gemeinderat für die Planstelle ein. „Der einzige Treffpunkt im Dorf wäre dann auch weg“, sagte er. Es sei ein Bad für die Bürger und die Gemeinde, deswegen sei die Erhaltung des Karswaldbades von enormer Bedeutung und die Schaffung der Stelle sehr wichtig.

Finanzierung ist noch nicht geklärt

Die CDU-Fraktion war grundsätzlich für die Schaffung einer neuen Stelle, sprach aber in Person von Christine Valley die Finanzierung der Stelle an. Diese kann aber erst geklärt werden, wenn der Haushalt 2020 verabschiedet wird. Das passiert im Januar des nächsten Jahres. „Vorher brauchen wir uns doch darüber eigentlich nicht zu unterhalten“, sagte Christine Valley.

Das Bürgerforum 1990 e.V. hatte dagegen eine andere Meinung zu der Thematik. „Wir finden, dass durch diese Stelle andere Arnsdorfer Vereine benachteiligt werden“, sagte Franziska Martin vom Bürgerforum. Sie verwies auf Sächsische.de-Nachfrage auf den Arnsdorfer Fußballverein. „Er hat es geschafft, ohne die finanzielle Unterstützung der Gemeinde, sondern nur mit Fördermitteln einen neuen Kunstrasen zu verlegen.“ Natürlich ließe sich das schwer mit einer Bademeisterstelle vergleichen, gab die Fraktionsvorsitzende zu, doch „es wurde nicht über alternative Lösungen nachgedacht“. 

Laut Martin gäbe es viele verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten für solch eine Stelle. „Darüber wurde aber nie ernsthaft diskutiert.“ Die Fraktion des Bürgerforums stimmte deswegen gegen den Antrag der AfD. „Wir sind nicht gegen das Karswaldbad. Im Gegenteil, wir alle wollen das Bad. Aber wir sind gegen diese Art der Lösung“, sagte Martin. Letztendlich votierte der Gemeinderat durch die Stimmen der CDU und der AfD für den Antrag, der aber noch mit dem Zusatz „vorbehaltlich der Finanzierbarkeit“ versehen wurde. 

Deswegen bleibt es abzuwarten, ob sich diese zusätzliche Stelle überhaupt finanzieren lässt. Im Zweifelsfall könnte es passieren, dass nicht genügend Mittel zur Verfügung stehen und die Gemeinde deswegen mehr Einnahmen generieren müsse. „Das könnte zu Steuererhöhungen führen“, sagt Franziska Martin. Der Streit zwischen den Fraktionen könnte dann weitergehen.

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