merken
PLUS Radeberg

Heidemühle-Einkehr: So geht es weiter

Nach der Schließung spricht Inhaber Rudolf Preisler über die Zukunft der Traditionsgaststätte.

Die Gaststätte „Einkehr an der Heidemühle“ an der Straße zwischen Dresden und Radeberg ist seit 13. Januar geschlossen. Jetzt hat sich Inhaber Rudolf Preisler über die Zukunft des Hauses geäußert.
Die Gaststätte „Einkehr an der Heidemühle“ an der Straße zwischen Dresden und Radeberg ist seit 13. Januar geschlossen. Jetzt hat sich Inhaber Rudolf Preisler über die Zukunft des Hauses geäußert. © René Meinig

Die Lage ist top: Die „Einkehr an der Heidemühle“ liegt an der viel befahrenen Straße zwischen Radeberg und Dresden. Außerdem ist der unmittelbar angrenzende Parkplatz für viele Spaziergänger und Radfahrer Ausgangspunkt für Abstecher in die Heide.

Umso überraschender war vor wenigen Tagen die Nachricht von der Schließung der Gaststätte. Am 12. Januar hatte die Inhaberfamilie Preisler das letzte Mal geöffnet. Sie gehen in den Ruhestand. Vollständig scheint aber Rudolf Preisler noch nicht zur Ruhe zu kommen. Vor wenigen Tagen schwang er den Besen in der Gaststube. Dabei sprach er auch über die Zukunft der seiner Gaststätte. „Wir werden die Immobilie komplett verkaufen“, sagt er. „Deshalb auch die Reinigungsarbeiten. Interessenten werden sich das Haus demnächst ansehen“, sagt der 70-Jährige. 

Fahrrad
Rauf auf den Sattel
Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

Zum Verkaufspreis machte er keine Angaben. Allerdings dürfte es nicht ganz billig werden, denn das Gebäude macht einen tadellosen Eindruck. Fassade, Fenster, Türen und auch das Dach sind aufwendig saniert worden. Wie lange sich die Verkaufsverhandlungen hinziehen, kann Rudolf Preisler nicht sagen. „Es gibt ein starkes Interesse der Käufer. Sie wollen die ,Einkehr‘ wieder als Gaststätte eröffnen. Wann das der Fall sein wird, weiß ich natürlich nicht.“

Allerdings gibt es ein weiteres Problem. Rudolf Preisler und seine Frau wohnen im Obergeschoss der „Einkehr an der Heidemühle“. „Bevor die Käufer das Haus übernehmen, müssen wir eine neue Immobilie gefunden haben, in der wir wohnen können. Wir sind auf der Suche. Offen ist, wie schnell wir Erfolg haben. Die Abwicklung aller Formalitäten braucht ja auch seine Zeit.“ 

Um die Monate bis zu einer Wiedereröffnung für die Gäste zu überbrücken, will Familie Preisler an Feiertagen im Frühling zumindest einen Imbiss anbieten. „Das wird mein Schwiegersohn übernehmen. Er wird beispielsweise über Ostern, an den freien Tagen um den 1. Mai und vielleicht zu Pfingsten Getränke und kleine Speisen verkaufen. Das sind ja die Wochenenden, an denen viele Ausflügler hier unterwegs sind.“ Die „Einkehr an der Heidemühle“ war einst ein Pferdestall, der 1892 errichtet wurde. Dort befand sich eine Umspannstation für Postkutschen, später ein Stall für die im Forst eingesetzten Pferde. Außerdem unterhielt der Forstbetrieb an der Stelle einen Holzplatz. 1998 wurde das Gebäude zur Gaststätte umgebaut.

Familie Preisler kam aus Großröhrsdorf nach Dresden. Bis 2013 betrieben sie zusätzlich zur Einkehr den Imbiss im Großröhrsdorfer Massenei-Bad, konzentrierten sich dann aber ganz auf die Gaststätte in der Dresdner Heide.

Kaminbaude geöffnet

Vor fast genau einem Jahr gab es einen ganz ähnlichen Betreiberwechsel am Rand der Dresdner Heide. Am 1. Februar 2019 übergab Familie Bouffee das Historische Fischhaus an Volker Habrich. Der neue Inhaber hat bereits bekannte Dresdner Restaurants aufgebaut und geführt – unter anderem den Sophienkeller im Taschenbergpalais und Pulverturm an der Frauenkirche. Die Restaurantleitung im Fischhaus hatte Habrich an Heike Vogel übertragen. Unter der Leitung der 41-Jährigen sollte sich das Haus verjüngen. Das Außengelände wurde komplett umgestaltet, um für Ausflügler und Familien attraktiver zu sein. Auch die in die Jahre gekommene Inneneinrichtung sowie die Hotelzimmer sollten renoviert werden.

Ganz in der Nähe der „Einkehr“ liegt auf der anderen Straßenseite die Kaminbaude. Freitags bis sonntags und an Feiertagen werden Speisen und Getränke angeboten. In der warmen Jahreszeit ist auch ein großer Biergarten geöffnet. Die eigentliche Heidemühle lässt Eigentümer Joachim Bürger derzeit sanieren. Im Erdgeschoss sollen langfristig ebenfalls wieder Gasträume entstehen. 

Weiterführende Artikel

Einkehr in der Heide schließt

Einkehr in der Heide schließt

Am Sonntag öffnet das Gasthaus zwischen Radeberg und Dresden vorerst zum letzten Mal. Warum sich die Betreiber-Familie Preisler zurückzieht.

Joachim Bürger hatte das Gelände an der Radeberger Landstraße vor knapp 20 Jahren gekauft und Stück für Stück wieder aufgebaut. Entstanden ist eine Ferienanlage mit einem mittelalterlich anmutenden Hauptgebäude. Die spätere Ausflugsgaststätte Heidemühle ging aus einer alten Wassermühle im Prießnitzgrund hervor, die bereits im 16. Jahrhundert entstand und sich in der Nähe der noch erhaltenen Mühlbrücke befand. 1540 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt.

Mehr Nachrichten aus Radeberg und dem Rödertal lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radeberg