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Hier entsteht Sachsens größtes Zentrum für Katastrophenschutz

Die Johanniter haben in Heidenau ein ideales Objekt gefunden. Das lassen sie sich was kosten.

Noch sitzen sie davor, doch bald ziehen Christian Gaudig (l.) und Christian Eckhardt mit rund 200 Johanniter-Helfern und Mitarbeitern ins ehemalige Autohaus auf der Zschierener Straße in Heidenau. Vor allem für die Katastrophenschützer verbessern sich dam
Noch sitzen sie davor, doch bald ziehen Christian Gaudig (l.) und Christian Eckhardt mit rund 200 Johanniter-Helfern und Mitarbeitern ins ehemalige Autohaus auf der Zschierener Straße in Heidenau. Vor allem für die Katastrophenschützer verbessern sich dam © Daniel Schäfer

Die Johanniter sind immer unterwegs. Als Helfer, Retter, Beschützer und auf der Suche nach neuen Domizilen. Jetzt haben sie in Heidenau eines gekauft, das bis Ende 2017 ein Autohaus war. Hier richten sie in den nächsten zwei Jahren für rund 700 000 Euro ein in Sachsen einzigartiges Zentrum ein. Als Erstes wird bereits ab April der Fahrdienst einziehen. Die anderen Bereiche dann nach und nach.

Das Gebäude wird zum Zentrum für den Katastrophenschutz und weitere Dienste (siehe unten). 110 Katastrophenschützer haben damit künftig hier ihre Anlaufstelle. Dazu gehören neben dem Führungstrupp die Sanitätsgruppe und die Transportstaffel. Im Katastrophenfall kann sich das Objekt autark versorgen und bis 300 Personen aufnehmen, versorgen und betreuen. Derzeit wird noch geprüft, ob auch eine Solaranlage installiert wird.

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Vor allem verbessern sich im neuen Domizil die Bedingungen für die Retter und Helfer. Johanniter-Regionalvorstand Carsten Herde spricht zum Teil von Löchern, in denen sie untergebracht waren. Zwar haben sich die Bedingungen seit dem ersten Standort in der Pirnaer Grundmühle schrittweise verbessert, doch alles war nur Übergangslösung. Erst jetzt werden die Umstände wirklich annehmbar. Viele der Helfer, die zum Teil schon 25 Jahre und mehr dabei sind, bestätigen das.

Die Autohaus-Immobilie war gefragt. Vier Interessenten gab es. Eine Mitarbeiterin des ambulanten Pflegedienstes entdeckte eines Tages das leere und zum Verkauf stehende Autohaus und schlug es vor. Erst war die Johanniter-Zentrale vorsichtig, dann aber ging es ganz schnell. Obwohl sie weniger Geld als andere boten, hat sich der Eigentümer für sie entschieden. Ende Dezember kauften die Johanniter das Autohaus für einen siebenstelligen Betrag.

Das ist es auch wert, sagt Herde. Erstens gibt es sehr viel Platz, rund 2 000 Quadratmeter innen, knapp 9 000 außen. Zweitens können viele vorhandene Räume gut genutzt werden. Dazu gehören Büros und Sanitärbereiche. Derzeit arbeiten hier schon die Maler. Die Elektrik wird komplett erneuert.

Mit der Konzentration auf der Zschierener Straße werden die anderen Standorte der Johanniter in Heidenau überflüssig. Die Objekte auf der Mühlen- und Güterbahnhofstraße sind schon gekündigt. Die Rettungswache auf der Burgstraße bleibt dort.

Die großzügigen Außenflächen werden in Ordnung gebracht. Eine Bebauung ist vorerst nicht vorgesehen, wird auf Dauer aber auch nicht ausgeschlossen. Die Gärtner der benachbarten Sparte können hier bis auf Weiteres parken. „Ich habe mit dem Vorsitzenden gesprochen, das Erste, was er sagte, war, dass er Fördermitglied bei den Johannitern ist“, sagt Johanniter-Vorstand Carsten Herde.

Das private Kinderhaus auf der anderen Seite freut sich. Weil die Johanniter keinen Lärm machen und die Kinder sicher mal gucken kommen dürfen. Auch mit den Anwohnern im Umfeld habe man Kontakt aufgenommen.

Sie alle ziehen um

Mit der Konzentration der vielen Dienste ist das Heidenauer Zentrum ein Leuchtturm, sagt Johanniter-Regionalvorstand Carsten Herde. Akkon ist der Funkname der Johanniter. Das bundeseinheitliche System zur Bezeichnung von Funkstellen wurde 1979 eingeführt. „Akkon Heidenau“ steht jetzt für das Evakuierungszentrum.

Katastrophenschutz: Er ist das Herzstück des künftigen Zentrums. Zu ihm gehören unter anderem 13 Fahrzeuge, für die es bereits eine Stellprobe gab.

Fahrdienst: Der Fahrdienst umfasst 45 Fahrzeuge, die von Dresden nach Heidenau verlagert werden. Auch eine taktische Einheit Einsatzmotorrad zieht mit um.

Rettungsdienst: Ein Einsatzleitwagen unterstützt den Rettungsdienst im Landkreis.

Medical Task Force Dresden: Teil dieser Einsatzabteilung mit Spezialfähigkeiten im Zivilschutz werden stationiert.

Pflegedienst: Er zieht von der Heidenauer Von-Stephan-Straße ins Zentrum.

Sozialstation: Für sie wird ein Teil der verglasten großen Fläche umgebaut.

Ausbildung: Ebenfalls im Bereich der einstigen Ausstellungsfläche entstehen vier Ausbildungsräume, deren Größe durch flexible Wände veränderbar ist.

Desinfektionsstrecke: Sie wird eingerichtet, wo früher die Autos zur Reparatur angenommen wurden. Bisher gibt es diesen Desinfektionsbereich nicht.

Hospizdienst: Er ist seit über zehn Jahren in Heidenau vertreten und ebenfalls im Zentrum Räume erhalten.

Sanitärbereich: Es wird ausreichend Toiletten und Duschen für Mitarbeiter sowie für den Katastrophenfall geben. Dafür werden vorhandene Sanitärbereiche genutzt sowie das einstige Teilelager umgebaut .

Kriseninterventionsteam: Mit dem sind die Johanniter noch im Gespräch. Könnte auch dieses Angebot integriert werden, wäre der „Leuchtturm“ rund, sagt Johanniter-Chef Herde. (SZ/sab)

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