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Hilfe für Nachbarn

Im Wohngebiet am Bautzener Husarenhof wollen engagierte Leute die Menschen zusammenbringen. Wer mitmachen will, kann sich melden.

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© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Bautzen. Beim Spielplatzfest am Sonnabend wandten sich die Initiatoren der „Nachbarschaftshilfe Husarenhof“ mit ihrem Anliegen an die Öffentlichkeit. Unmittelbar vor der Fassade des abgebrannten Hotels Husarenhof informierten Edmund Wojtas und seine Frau Sabine sowie Thomas Kruschwitz die Besucher des Festes am Käthe-Kollwitz-Platz über ihre Idee. Bisher, so erklärten sie, haben sich zwölf Mitstreiter für die Teilnahme an der Nachbarschaftshilfe Husarenhof bereit erklärt.

Ursprünglich hatte die Initiative, die sich unter dem Dach von „Bautzen bleibt bunt“ zusammengefunden hat, eine etwas andere Zielstellung. „Wir gründeten uns im Hinblick darauf, dass im Hotel Husarenhof ein Asylbewerberheim eingerichtet werden sollte“, sagt Edmund Wojtas. Die Mitglieder wollten die Asylbewerber unter anderem beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen. Doch dann brannte der Husarenhof und die Flüchtlingszahlen gingen zurück, sodass auch von der Nutzung des nicht abgebrannten Seitengebäudes als Asylbewerberunterkunft Abstand genommen wurde.

Unterstützung von der Josua-Gemeinde

Gleichzeitig hätten die Initiatoren die Kritik von Bürgern zu hören bekommen, dass es auch unter der einheimischen Bevölkerung genug Elend gibt. „Also orientierten wir uns um und sagten, wir wollen all denen unsere Hilfe geben, die sie benötigen“, sagt Edmund Wojtas. Gleichzeitig erhoffen sich die Initiatoren, dass ihr Anliegen mit dazu beitragen kann, dass die Leute wieder mehr zueinander finden, dass ein neues Lebensgefühl im Wohngebiet entsteht. Das Wohngebiet, um das sich die Initiative kümmern will, erstreckt sich zwischen Paulistraße, Pfaffstraße, Jordanstraße, Löhrstraße, Liebknechtstraße bis hinunter zur Czornebohstraße. Die Nachbarschaftshilfe Husarenhof möchte ein Netzwerk knüpfen, das Hilfesuchende mit Hilfsbedürftigen zusammenbringt. Deshalb legten sie beim Spielplatzfest Listen aus, in denen sich beide Gruppen eintragen konnten. Die Möglichkeiten, sich einzubringen, seien breit gefächert. So könnte man älteren Menschen beim Rasenmähen helfen oder sie zum Arzt begleiten. Asylsuchende würden sich sicher über Unterstützung bei Ämtergängen oder beim Ausfüllen von Anträgen freuen. „Soweit uns bekannt ist, leben zurzeit sechs Asylbewerberfamilien bei uns im Viertel“, sagt Edmund Wojtas. Thomas Kruschwitz, der der Initiative angehört, gibt beispielsweise bereits Deutschunterricht für Migranten. Die Nachbarschaftshilfe könnte sich gut vorstellen, dass die an der Jordanstraße ansässige Volkshochschule sich mit an der Initiative beteiligt. Die Josua-Gemeinde hat ihre Unterstützung bereits zugesagt. Es sei gut, wenn man Hilfesuchende ganz konkret an solche Institutionen weitervermitteln kann, sagt Edmund Wojtas.

Die Initiatoren wollen regelmäßige Sprechstunden an jedem zweiten und vierten Montag im Monat in der Zeit von 16 bis 18 Uhr in den Räumen des Seniorenverbandes, Löhrstraße 33 anbieten. Dort kann sich jeder melden, der Hilfe benötigt oder Hilfe anbieten will. Auch weitere Vorschläge und Ergänzungen zu Hilfsangeboten werden dort entgegengenommen.

Beim ersten Sprechtag am 11. Juli steht als Ansprechpartner Erwin Gräve, 03591 279070 zur Verfügung.

Der zweite Sprechtag findet am 25. Juli statt. Ansprechpartner ist dann Edmund Wojtas, 03591 605070