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Hilferuf der Tierschützer wird erhört

Das Heu im Ostrauer Tierheim ist knapp geworden. Doch es gibt viele Leute, die helfen wollen. Das überrascht.

Das Tierheim Ostrau hat Heu für die Ziegen gespendet bekommen. Über die Spendenbereitschaft freuen sich die Mitarbeiter Yvonne Jarosinski (links) und Carmen Posner.
Das Tierheim Ostrau hat Heu für die Ziegen gespendet bekommen. Über die Spendenbereitschaft freuen sich die Mitarbeiter Yvonne Jarosinski (links) und Carmen Posner. © André Braun

Ostrau. Wegen des trockenen Sommers gibt es wenig Heu. Es ist nicht nur rar, sondern auch sehr teuer geworden. Mit ihren Vorräten sind die Mitarbeiter des Ostrauer Tierheimes „Am Wiesengrund“ bis jetzt gut ausgekommen. „Doch nun brauchten wir dringend Nachschub“, sagte Yvonne Jarosinski, Mitarbeiterin des Tierheimes. 

Deshalb hatte ihre Kollegin Carmen Posner die Idee, einen Hilferuf auf die Homepage des Tierheimes zu stellen und auch über Facebook zu verbreiten. „Ich habe die Ziegen fotografiert und den Hilferuf geschrieben. Das war am Montag gegen 14 Uhr“, so Carmen Posner.

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Kurze Zeit später seien die ersten Anrufe mit Hilfsangeboten gekommen. „Einige bringen uns das Heu vorbei. So wie gestern ein Mann, der einen Hund aus dem Tierheim hat. Er hat eine Fuhre von 300 Kilogramm extra gekauft und sie ins Tierheim gebracht“, erzählte Carmen Posner. 

Am Mittwoch holten die Tierschützer Heu aus der Nähe von Mügeln ab. Und ein Nachbar des Spenders bot den Mitarbeitern des Tierheimes an, dass Heu zu bekommen, wenn er seine Scheune ausräume. „Das soll dann nach dessen Aussage ein oder zwei Jahre reichen“, sagte Carmen Posner.

Die Tierschützer sind immer auf Spenden angewiesen und und wissen, dass sie sich auf viele Leute verlassen können. Doch dass gerade in dieser Zeit, in der das Heu fast so viel Wert wie Gold hat, Menschen gibt, die die Tierschützer unterstützen, finden sie ganz toll. 

„So eine große Spendenbereitschaft hatten wir nicht erwartet. Wir sind sehr froh darüber.“ Denn die sieben Ziegen und drei Schafe sowie zwei Pensionsziegen fressen schon eine Menge weg. „Wir schätzen, es sind so 200 Kilogramm in zwei Wochen“, sagte Yvonne Jarosinski.

Das Problem mit dem Heu scheint gelöst zu sein. Doch es gibt noch ein weiteres. „Zurzeit haben wir eine Aufnahmesperre für Hunde. Wir bekommen vor allem viele Abgabetiere zurück, weil die Leute mit den Tieren nicht klar kommen oder keine Zeit mehr haben“, so Jarosinski. 

Oft würde das Tierheim wegen seines guten Rufes empfohlen. „Doch wir können zurzeit wirklich keine Hunde aufnehmen“, sagte die Tierschützerin. Die Kapazität sei ausgeschöpft. Nur für Tiere, die die Polizei übergebe, ist im Notfall noch Platz. Das könnte in wenigen Wochen auch für Katzen gelten.