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Hitzeschlacht auf dem Bau

Sonne und heiße Temperaturen: Bauarbeiter haben es in diesen Tagen schwer. Chefs müssen sich einiges einfallen lassen - auch der Gesundheit zuliebe.

Bauarbeiter Franz Eifler bevorzugt Eistee. Viel Trinken ist bei solcher Hitze besonders wichtig.
Bauarbeiter Franz Eifler bevorzugt Eistee. Viel Trinken ist bei solcher Hitze besonders wichtig. © Matthias Weber/photoweber.de

Von Benjamin Pohl

Die Sonne prasselt unermüdlich. Franz Eifler beißt die Zähne zusammen. "Das ist schon belastend", sagt er schweißgebadet und nimmt noch einmal einen kräftigen Schluck aus seiner Eistee-Flasche, ehe er die Schaufel wieder in die Erde sticht. Die Baumaßnahme auf der Zittauer Amalienstraße ist in diesen Tagen vor allem eins: schwere körperliche Handarbeit. Temperaturen über 30 Grad machen das Bauen zur Hitzeschlacht.

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"Da müssen wir durch", sagt Eifler und nimmt noch einen großen Schluck aus seiner Flasche. Viel trinken ist wichtig bei dieser Hitze. Zwei Anderthalb-Liter-Flaschen Eistee trinkt der Mann auf der Baustelle jeden Tag. Mindestens! Gut, dass er bei der Osteg arbeitet. Die Oberlausitzer Straßen- und Tiefbaufirma aus Zittau versorgt ihre Arbeiter reichlich mit Getränken. Franz Eifler und seine Kollegen wissen das zu schätzen. "Wir bekommen auch mal ein Eis auf Kosten der Firma", erzählt der 39-Jährige.

"Manchmal haben wir Glück und können im Schatten arbeiten, vor allem hier in der Amalienstraße zwischen den Häusern." Die Mitarbeiter der Osteg verlegen hier gerade neue Versorgungsleitungen.

Franz Eifler (Mitte) bei den Bauarbeiten an der Zittauer Amalienstraße. Die Firma Osteg verlegt hier gerade neue Versorgungsleitungen.
Franz Eifler (Mitte) bei den Bauarbeiten an der Zittauer Amalienstraße. Die Firma Osteg verlegt hier gerade neue Versorgungsleitungen. © Matthias Weber/photoweber.de

"Wir sind glücklich darüber, etwas früher anfangen zu können, aber vor sechs geht da nichts", erzählt Eifler. Schließlich stören laute Bauarbeiten auch die Anwohner. "Da können wir nicht schon um halb sechs mit dem Bagger angerollt kommen und die Anwohner wecken", erklärt ein Firmensprecher. 

Gegen Mittag, wenn die Temperaturen weiter steigen, wird es gefährlich für die Arbeiter. "Nach 30 Minuten Vollgas in der Sonne brauchst du einfach mal einen Moment Schatten", sagt Eifler. Das Team darf solche Schatten-Pausen auch immer in Anspruch nehmen. Immerhin ist Hautkrebs zu einem nicht zu unterschätzenden Problem geworden. "Davon bin ich bis jetzt zum Glück verschont", sagt Eifler.

Der Arbeitstag endet für ihn und seine Kollegen gegen 15 Uhr. Die Firma erlaubt es aber auch, an extrem heißen Tagen früher Feierabend zu machen. "Und wenn es unerträglich heiß ist, sagt der Chef auch mal, dass heute gar nicht gearbeitet wird. Das ist aber nur ganz selten nötig", sagt Eifler.

Die richtige Kleidung ist wichtig

Einige Kollegen bei der Osteg testen gerade eine neue Schutzkleidung. "Wir in unserem Team haben so etwas bis jetzt noch nicht, aber nächstes Jahr sollen wir die auch bekommen", erzählt Franz Eifler. Die spezielle Kleidung soll vor UV-Strahlen schützen. Sie ist dünn und atmungsaktiv, sodass den Bauarbeitern nicht so warm wird, wie in herkömmlicher Berufsbekleidung.

Beim Zittauer Dachdeckermeister Axel Lehnert ist eine solche Schutzkleidung mittlerweile schon Standard. Bei Dachdeckern ist ein solcher Schutz besonders wichtig, da sie an ihren Arbeitsplätzen hoch oben - und ganz ohne Schatten - noch stärker der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, erklärt er. Neben der richtigen Ausrüstung bekommen auch alle seine Mitarbeiter Wasser und Sonnenschutzcreme bereitgestellt. 

Die Arbeitszeiten variieren bei Lehnert von Baustelle zu Baustelle. Falls es möglich ist, darf auch schon um sechs gewerkelt werden, "in Extremfällen sogar noch eine halbe Stunde früher, also schon um halb sechs". Auch der Feierabend kann variieren. "Ist es sehr heiß, gehen wir auch schon mal halb zwei nach Hause." 

Uwe Byhain, Bauklempner aus Eibau, kümmert sich selbst um den richtigen Schutz. "Ich als Einmannunternehmen bekomme da nichts vorgesetzt", berichtet er. "Ich nehme mir immer einen Schal für den Nacken, ansonsten trage ich meine Arbeitskleidung. Dass man wie früher oberkörperfrei rumläuft auf der Baustelle, ist Geschichte." Für Byhain sind die richtige Kleidung und genügend Wasser selbstverständlich. "Ich arbeite meistens von 7 bis 17 Uhr, da muss man auf sowas achten", erklärt er.

Diese Woche wurde Byhain erst für seine hervorragende Arbeit am Lauscheturm gelobt. Er hatte das Dach mit Titanzinkblech neu verkleidet - doppelt heiß sozusagen. Er habe dies "erstklassig, termintreu und in hoher handwerklicher Qualität gemeistert", freut sich Großschönaus Bürgermeister, Frank Peuker. "Gerade in Anbetracht der hochsommerlichen Temperaturen" sei dies eine "große Herausforderung" gewesen.

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