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Hochwasser-Dorf bleibt geteilt

27 Punkte stehen auf der Liste der Stadt Weißenberg zur Beseitigung der Hochwasserschäden. Das  Wichtigste dauert am längsten.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Es sind rund 4,5 Millionen Euro, die die Stadt Weißenberg bekommt, um die Schäden der Flut vom Juni dieses Jahres zu beseitigen. Die Freude über so viel Geld ist nun langsam einer Betriebsamkeit in Rathaus und Stadtrat gewichen. Denn jede einzelne Maßnahme muss einzeln aufgelistet und in Anträgen formuliert werden. Das heißt, viel Verwaltungsarbeit ist nötig, bis es zum eigentlichen Reparieren kommt. Weißenbergs Bürgermeister Michael Staude (parteilos) dämpft deshalb die Euphorie. Vor allem die Arbeiten entlang des Kotitzer Wassers werden dauern. Die Brücke in Oberkotitz wird noch eine ganze Weile in ihrem jetzigen Zustand – und damit der Ortsteil getrennt – bleiben. „Wir werden nur noch vor dem Winter ein Geländer zur Sicherheit der Fußgänger anbringen“, sagt Michael Staude. Hintergrund ist, dass alle Maßnahmen, die der Freistaat zu 100 Prozent fördert, nachhaltig sein sollen. Das heißt übersetzt, dass nicht nur repariert wird, sondern der Zustand an Flussufern, Brücken und Straßen so hergestellt wird, dass sie bei einem eventuellen nächsten Hochwasser nicht zerstört werden können. Das wiederum erfordert eine intensive Planung mit genauen Berechnungen. Im Fall von Oberkotitz und dem Kotitzer Wasser verlangt der Landkreis deshalb eine gemeinsame Arbeit mit der Gemeinde Hochkirch, wo das Kotitzer Wasser ebenso Schäden anrichtete. Der Gemeinderat Hochkirch soll heute einem Büro aus Cottbus den Auftrag für die Gesamtplanung erteilen. „Hochkirch ist federführend, weil im Gebiet der Gemeinde der Lauf des Kotitzer Wassers länger ist als in Weißenberger Gebieten“, sagt Staude. Weißenberg wird dann mit Hochkirch einen Vertrag abschließen. Und nun kommt der Wermutstropfen: Solch eine Planung dauert – mindestens ein halbes Jahr, wenn nicht länger. Was so viel heißt, dass die Bauarbeiten in Kotitz wohl kaum vor dem Herbst 2014 beginnen können. Denn nach der Planung kommen Ausschreibungen und der Antrag auf die Mittel. „Na hoffentlich kommt nicht wieder ein Hochwasser dazwischen“, munkelten einige Stadträte.

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Bei anderen Maßnahmen hoffen die Stadträte aber auf einen früheren Beginn. Es geht hier um Arbeiten in Weißenberg, Wuischke, Nostitz, Kotitz, Maltitz, Särka, Lauske und Spittel. Deshalb auch hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung noch Planungsaufträge für 24 Maßnahmen ausgelöst. Drei Planungsbüros sind damit nun beschäftigt. Innerhalb dieser Planung sind zwölf Maßnahmen als sehr wichtig eingestuft, die andere Hälfte als wichtig. Nur die Instandsetzung der Schafbrücke in Lauske sinkt in der Priorität auf „mittel“. Hier sieht Michael Staude noch ein paar Diskussionen auf die Stadt zukommen. „Die Brücke zählt auch als Kulturdenkmal. Ich denke, da wird es noch Diskussionen zur Umsetzung geben“, sagt er. Deshalb soll hier zunächst in Absprache mit dem Denkmalschutz nur die Brücke gesichert werden.

Neben dem wichtigsten Vorhaben in Kotitz, stehen auch Maßnahmen in Särka im Plan für 2014. Dabei unterscheidet die Planung zwischen Arbeiten an Gewässern und Straßen. Derzeit sind nur acht Straßen-Maßnahmen und sechs Gewässer-Vorhaben für das nächste Jahr vorgesehen. „Wenn ein Projekt etwas schneller bewilligt wird, können wir es natürlich auch vorziehen“, sagt Michael Staude. Der Großteil wird wohl im Jahr 2015 umgesetzt werden.