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Höckendorferin erforscht Medikamente

Höckendorf

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Jenny Leipert aus Höckendorf nimmt am Wettbewerb „Jugend forscht“ teil. Bis zum 15. Januar hat sie noch Zeit, ihre Arbeit für den Regionalwettbewerb Dresden einzureichen. „Ich bin aber guter Dinge, denn ich habe die Arbeit schon vor Weihnachten fertig gestellt und sie meiner Betreuerin noch mal zur Durchsicht geschickt“, erzählt die Zwölftklässlerin des Dippser Glückauf-Gymnasiums.

In ihrer Arbeit aus dem Bereich Biologie beschäftigt sie sich mit dem Einfluss eines ganz bestimmten Medikamentes auf Menschen, die sich einer Herztransplantation unterziehen mussten. „Das Medikament Everolimus, ein sogenanntes immunsuppressives Medikament, dient dazu, dass Immunsystem der Patienten soweit zu unterdrücken, dass das Spenderherz vom Körper nicht abgestoßen wird“, erklärt die 18-jährige Schülerin. Gleichzeitig steigt damit aber auch die Infektanfälligkeit der Betroffenen und die Nieren werden stark belastet.

Dosierung optimieren

„Ziel meiner Arbeit war es, eine optimale Dosierung des Mittels für jeden einzelnen Patienten herauszufinden und dadurch die Nebenwirkungen zu minimieren.“ Um die notwendigen Blutuntersuchungen durchführen zu können, besuchte Jenny Leipert in den Sommer- und Herbstferien das Labor im Dresdner Uniklinikum. Nach einer Einführung hat sie Blutproben von 25 Personen selbst bearbeitet und ausgewertet. Die Proben waren jeweils vor und zwei Stunden nach der Einnahme des Medikaments entnommen worden.

Ursprünglich wollte sie zwar viel lieber direkt mit den Patienten arbeiten, als dann aber ihre Betreuerin am Uniklinikum, Dr. Katrin Plötze, das Thema vorschlug, stimmte sie zu. „Es war am Anfang schon sehr schwierig“, gesteht sie „aber mit der Zeit habe ich mich immer mehr in die Arbeit hineingesteigert, obwohl das Thema sehr stark auf Biologie basiert.“ Bio zählt zwar zu ihren Lieblingsfächern, am Gymnasium besucht sie aber die Leistungskurse Deutsch und Englisch.

Medizinstudium als Ziel

Dennoch hat sich die Gymnasiastin ganz bewusst für ein Thema aus dem Bereich Biologie beziehungsweise Medizin entschieden. „Ich möchte nach dem Abitur Medizin studieren“, ist sich Jenny Leipert sicher. Dabei hilft die Arbeit gleich doppelt. Zum einen erhält sie einen Einblick in die Arbeitsabläufe in einem großen Krankenhaus und zum anderen wird die Arbeit von ihrer Schule als besondere Lernleistung auf dem Abiturzeugnis anerkannt. Sie hofft, durch eine positive Bewertung ihrer Arbeit die Abiturnote zu verbessern, um so die hohen Numerus-Clausus-Anforderungen für ein Medizinstudium an einer Universität erfüllen zu können.

Außerdem will Jenny Leipert auch bei der Jury von „Jugend forscht“, die Ende Februar in Nünchritz bei Riesa die 40 Arbeiten der 56 Teilnehmer bewertet, punkten. Schließlich winken hier attraktive Preise und die Aussicht auf eine Teilnahme beim Bundeswettbewerb. Dafür muss sie ihre Arbeit professionell präsentieren. Dabei wird sie von ihrem Betreuer am Gymnasium, Gerd Bobe, unterstützt. Neben Bobe steht ihr auch Ina Strehlow, Lehrerin am Gymnasium, mit Rat und Tat zur Seite.

Für sich selbst zieht die junge Höckendorferin allerdings jetzt schon ein positives Fazit. Auch wenn die Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprachen und zu diesem Thema sicher noch weitergehende Untersuchungen notwendig sind. „Dennoch war das ganze Projekt sehr lehrreich für mich.“