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„Hofewiese öffnet 2024 die Gasträume“

Konkrete Planungen beginnen im nächsten Jahr. Eigentümer Holger Zastrow will in kleinen Schritten vorgehen.

Alles ist vorbereitet, auch die Weihnachtsdeko steht: Heiligabend und am zweiten Feiertag öffnet Holger Zastrow den Biergarten Landgut Hofewiese für Besucher.
Alles ist vorbereitet, auch die Weihnachtsdeko steht: Heiligabend und am zweiten Feiertag öffnet Holger Zastrow den Biergarten Landgut Hofewiese für Besucher. © Matthias Schumann

Weihnachtsmärkte, Konzerte, Semperopernball: Holger Zastrow weiß in diesen Tagen kaum, wo ihm der Kopf steht. Mit seiner Agentur bereitet er zahlreiche Events in der Region mit vor. Und als ob das nicht reicht, ist die Hofewiese ebenfalls geöffnet. Sein liebstes Kind, wie er sagt, und hier stehen die turbulenten Tage noch bevor.

„Am zweiten Weihnachtsfeiertag zieht es offenbar halb Dresden raus zu einem Spaziergang in die Heide. An diesem Tag ist es bei uns auch proppevoll. Das gilt übrigens auch für den Neujahrstag. Offenbar muss dann jeder mal den Kopf auslüften.“

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Für ihn und seine Frau heißt das allerdings: wenig Ruhe über die Feiertage. Getränke ranschaffen, Buden aufstellen, dekorieren, Holzfeuer vorbereiten. Denn schließlich will er den Dresdnern etwas bieten. „Sie sind von uns gewohnt, dass wir etwas auf die Beine stellen. Egal, ob zu Ostern, beim Winzerfest oder eben jetzt zu Weihnachten. Das ist eine Herausforderung, die wir gerne annehmen. Aber manchmal geraten wir an die Grenze unserer Kräfte.“

Der Lohn der Arbeit: Der Laden brummt zu jeder Jahreszeit. „Das haben uns ja viele nicht zugetraut, wir als Nichtgastronomen, das wird nie was, zumindest nicht auf Dauer.“ Es klappt, trotz der Probleme, die das Haus mit sich bringt. „Der Gasthof ist ja bekanntlich nicht an die Kanalisation angeschlossen. Wir müssen die Abwässer aufwendig abtransportieren, vermutlich haben wir die höchsten Entsorgungskosten in ganz Dresden.“ Dennoch steht der Biergarten wirtschaftlich solide da. Der Gewinn wird nach seinen Worten wieder investiert. „Für das kommende Jahr haben wir uns zwei Großprojekte vorgenommen. Im Frühjahr nimmt sich der Baumdienst die großen Bäume auf dem Grundstück vor. Einige sind von Misteln befallen. Unsere Besucher müssen sicher sein.“ Eine fünfstellige Summe ist für die Arbeiten veranschlagt. Etwa genauso viel wird er für einen neuen Zaun rund um den Biergarten ausgeben. „Uns ist es wichtig, die Hofewiese langfristig als öffentlichen Ort zu etablieren“, sagt er.

Und das Gasthaus? In vier Jahren, also 2024 soll es für Besucher nutzbar sein. „Wir werden die Räume im Erdgeschoss für Veranstaltungen herrichten. Sie können dann für Hochzeiten, Geburtstage, Firmenevents genutzt werden. Eine dauerhafte Gaststätte wird es nicht geben“, sagt Holger Zastrow. Im nächsten Jahr will er die Planung für das Gasthaus vorantreiben, dann wird gebaut. Insgesamt rechnet er mit Kosten von rund 1,2 Millionen Euro. „Nachdem die Banken bei einer ersten Anfrage nach dem Kauf der Hofewiese zurückhaltend waren, sieht das sicher jetzt anders aus. Mit dem dauerhaften Betrieb des Biergartens haben wir bewiesen, dass es funktioniert.“

Auch was die Lösung des zweiten großen Problems angeht, die Abwasserbeseitigung, würde mit der Stadtverwaltung sicher eine Variante gefunden, ist Holger Zastrow zuversichtlich.

Unklar ist noch, was mit den Räumen im Dachgeschoss passiert. „Da gibt es verschiedene Ideen, sie sind aber noch nicht spruchreif. Uns ist es wichtig, dass wir einen Schritt nach dem anderen tun. Alles muss sich rechnen. Es nutzt niemandem, viel Geld reinzustecken und am Ende funktioniert das Konzept nicht. Die Kosten müssen im Rahmen bleiben.“ Während der Biergarten schmuck hergerichtet ist, sind innen die Schäden noch deutlich sichtbar. Elektro-, Wasser- und Abwasserleitungen sind beschädigt, im Keller steht das Wasser. In einem Gastraum klafft in der Decke noch ein großes Loch. Diese Schäden rühren vom jahrelangen Leerstand her. Die Stadt hatte die Hofewiese nach der Wende an einen Investor verkauft, der das Haus aber nicht wie vereinbart sanierte. In dieser Zeit nutzte der Verein „Erster Sachsenbund“ die Hofewiese, bevor sie im März 2013 geräumt wurde. Die Hofewiese hat eine lange Geschichte vorzuweisen. Sie wurde 1547 erstmals urkundlich erwähnt. 1804 kaufte der sächsische Kabinettsminister Graf Marcolini das Areal und ließ ein neues Haus errichten. 1828 übernahm es König Anton von Sachsen. 1877 wurde die Schankkonzession erteilt. Seitdem war das Anwesen Gasthof. Das erklärt auch die große Verbundenheit der Dresdner mit dem Haus.

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Jetzt stehen für Holger Zastrow aber zunächst die turbulenten Feiertage bevor. „Erst nach dem 4. und 5. Januar werden wir abschalten können. Das ist das letzte Wochenende vor unserer Winterpause. Danach müssen wir schließen, eine Öffnung über den Winter lassen die Räumlichkeiten nicht zu. Wenn die Temperaturen längere Zeit unter Null liegen, friert uns alles ein. Deshalb räumen wir das gesamte Lager. Es ist uns dann nicht möglich, mal kurzfristig zu öffnen, auch wenn die Sonne scheint. Am 4. April starten wir dann wieder planmäßig in die Saison.“

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