merken
PLUS

Hugo-Bürkner-Park wird flutsicher gemacht

Die Stadt lässt derzeit das Ufer des Kaitzbachs von Ablagerungen befreien. Strehlen und der Große Garten werden damit geschützt.

Von Tobias Hoeflich

Zum Spazieren lädt der Hugo-Bürkner-Park derzeit nicht ein. Das grüne Idyll ist braunem Matsch gewichen. Ein Bagger steht im Bachbett des Kaitzbachs, der durch den Park fließt. Seine Schaufel gräbt sich lautstark durch die Erdmassen und füllt sich mit Schlamm, den das Wasser in den vergangenen Jahren angespült hat. „Wir stellen das Originalbett des Baches wieder her“, erklärt Bauarbeiter Mario Bergmann. Gleich wird er sich in sein Kettenfahrzeug setzen und die ausgebaggerten Erdmassen abtransportieren.

Familienkompass 2020
Familienkompass 2020
Familienkompass 2020

Welche Ergebnisse bringt der Familienkompass 2020 für die sächsischen Gemeinden und unsere Region hervor? Auf sächsische.de bekommen Sie alle Infos!

Weniger Schlamm gleich mehr Flutschutz – so lautet die Formel, die den Hugo-Bürkner-Park und Umgebung sicherer machen soll. Ob sie aufgeht, wird sich beim nächsten Hochwasser zeigen. Im Jahr 2000 ließ die Stadt einen Teil des Parks zu einem Rückhaltebecken ausbauen. Dem Jahrhunderthochwasser von 2002 hat die Senke zwischen Dohnaer und Lockwitzer Straße jedoch nicht standhalten können, die Kapazität war zu gering. Weite Teile Strehlens und der Seevorstadt wurden überschwemmt, ebenso der Blüherpark und der Zoo. Das Wasser strömte über den Großen Garten hinaus und vereinigte sich mit der Weißeritzflut. Über drei Millionen Euro Schaden lautete die Schreckensbilanz des Rathauses damals.

2005 beschloss der Stadtrat, den gesamten Park als Rückhaltebecken umzugestalten. Knapp 300 000 Euro hat das Rathaus dafür investiert. Rund 6 000 Kubikmeter Erde wurden abgetragen, das Gelände zwei Meter tiefer. Etwa 16 500 Kubikmeter Wasser kann der Park seitdem fassen.

Eine Flutanlage als Freizeitstätte

Wenn das Becken nicht gerade geflutet ist, nutzen die Strehlener das Areal anderweitig: Nicht nur BMX-Fahrer haben hier eine eigene Anlage. Auch Fußballer nutzen den Park zum Kicken, Familien zum Picknicken oder Hundebesitzer zum Gassigehen mit ihren Vierbeinern. „Das Ding ist Gold wert“, sagt Mathias Thoß über das Becken, das zugleich Grünanlage ist.

Dass die Anlage auch seine Flutschutzfunktion erfüllt, ist derzeit Thoß‘ Aufgabe. Er ist Chef der Sächsischen Wasserbau- und Umwelttechnik (SWU). Im Auftrag der Stadt baggern die Angestellten der Firma täglich entlang des Bachbettes. „Wenn Wasser fließt, werden dabei auch Sedimente angespült“, erklärt er. Über die Jahre haben sie sich im Bachbett abgelagert. „Und was hereingespült wird, muss natürlich wieder raus.“

Denn die Sedimente haben das Bett des Kaitzbachs im Hugo-Bürkner-Park eingeengt. Im Ernstfall steigt das Wasser dadurch schneller. „Dafür reichen ja manchmal ein paar Tage mit heftigen Regenfällen“, weiß Thoß aus Erfahrung. Weil das Ufer ausgebaggert und zum Teil auch begradigt wird, soll das Wasser schneller abfließen. Diese Arbeiten müssten immer mal wieder gemacht werden, erklärt der SWU-Chef. Festgelegte Zeitabstände gibt es dafür jedoch nicht.

In den kommenden Tagen will die SWU die Arbeiten abschließen. Der Regen stellt die Arbeiter jedoch vor Probleme: Je aufgeweichter der Park ist, umso matschiger ist auch der Boden – und umso schwieriger können sich Mensch und Maschine im Terrain bewegen. „Uns wäre Frost am liebsten“, sagt SWU-Chef Thoß. „Dann hätten wir weniger Schlamm.“

Bewährt hat sich das Becken in jedem Fall: Im Frühjahr 2006, noch ehe der Ausbau abgeschlossen war, hielt es einer Schneeschmelze stand. Mit etwa 20 000 Kubikmeter Wasser war das Becken gefüllt. Bachabwärts konnten dadurch Überschwemmungen verhindert werden.

Mit seinem Volumen von 16 500 Kubikmetern ist der Hugo-Bürkner-Park das größte Rückhaltebecken des knapp zwölf Kilometer langen Kaitzbachs. Es folgt die seit 2012 gebaute Stauanlage zwischen Kaitz und Mockritz mit einem Volumen von 16 200 Kubikmetern.