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Bautzen

Husarenhof-Ruine soll abgerissen werden

Bei einem Besuch in Bautzen sprach der Besitzer erstmals über seine Pläne. Dabei ging es nicht nur um den Schandfleck, der endlich verschwinden soll.

Die Brandruine am Bautzener Husarenhof soll verschwinden. Der Besitzer will sie abreißen lassen.
Die Brandruine am Bautzener Husarenhof soll verschwinden. Der Besitzer will sie abreißen lassen. © © xcitePRESS

Besonders viel könne er nicht sagen, erklärt Jörg Säurich bei seinem Besuch in Bautzen – und verrät dann doch schon eine ganze Menge. Der Besitzer des Husarenhofes ist der Einladung der CDU gefolgt. Beim Stammtisch der Partei will er von seinen Plänen sprechen - davon, wie es auf dem Areal weitergeht. Drei Jahre nach dem Brand ist das einstige Hotel noch immer eine Ruine. Die tiefschwarzen, verkohlten Dachbalken sieht jeder, der am Käthe-Kollwitz-Platz vorbeigeht. Ein Schandfleck in dem sonst so gepflegten Villenviertel.

Kurz und knapp beschreibt Jörg Säurich die Zukunft des Gebäudes. Oder besser gesagt, er erklärt, dass das Gebäude keine Zukunft hat. „Das Hotel kommt weg“, sagt er. So klar diese Aussage ist, so unklar bleibt der Zeitplan. Zwar ist der Streit mit der Kreisverwaltung inzwischen geklärt, aber es gibt noch immer offene Fragen. 

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Der Landkreis Bautzen wollte im Hotel Asylsuchende unterbringen. Doch nach dem Brand des Hauses kündigte er den Mietvertrag. Das wiederum wollte der Besitzer des Gebäudes – die Projektgesellschaft Säurich und Sassenscheidt – nicht hinnehmen. Der Fall beschäftigte die Justiz. Im Oktober bestätigte schließlich der Bundesgerichtshof, dass die Kündigung rechtens war. 

Nach dieser Entscheidung habe er sich sofort mit seiner Versicherung verständigt, erklärt Jörg Säurich. Doch auch dieses Gespräch scheint nicht problemlos verlaufen zu sein. Der Immobilienbesitzer spricht von „Auseinandersetzungen mit der Versicherung“. Diesen Punkt gilt es zu klären, bevor die Brandruine abgerissen werden kann, betont Säurich. Denn der Schandfleck ist auch Beweismittel. Erst vor einem Monat habe sich ein Gutachter in den Räumen umgeschaut. Allerdings versichert der Hausbesitzer auch: Wenn er mit dem Umbau des Husarenhof-Areals loslegt, dann wäre es denkbar, dass die ungeliebte Brandruine zu allererst verschwindet.

Für das Husarenhof-Areal hat sich Jörg Säurich von der Projektgesellschaft Säurich und Sassenscheidt einiges vorgenommen. Beim CDU-Stammtisch am Donnerstag sprach er über neue Verkaufsflächen – und von der Brandruine. 
Für das Husarenhof-Areal hat sich Jörg Säurich von der Projektgesellschaft Säurich und Sassenscheidt einiges vorgenommen. Beim CDU-Stammtisch am Donnerstag sprach er über neue Verkaufsflächen – und von der Brandruine.  © SZ/Uwe Soeder

Auf der Abriss-Liste stehen aber noch mehr Gebäude. Das Haus neben dem ehemaligen Hotel, in dem sich aktuell noch ein An- und Verkauf befindet, soll ebenfalls dem Erdboden gleichgemacht werden. Mit in dieser Reihe steht außerdem das Gebäude der Kreisvolkshochschule. Auch für dieses Objekt macht Jörg Säurich wenig Hoffnung. Er könne nicht sagen, wie es mit der Volkshochschule weitergeht, so der Investor. Man sei aber im Gespräch.

Die alten Gebäude kommen nicht nur weg, sie schaffen auch Platz für Neues. Jörg Säurich will die Verkaufsfläche um mehr als 3.000 Quadratmeter erweitern. Aber nicht, damit sich dort kleine Boutiquen ansiedeln können. Mehr Platz soll es für Lebensmittel und Drogerieprodukte geben. „Unsere Bestandsmieter Edeka, Aldi und Rossmann wollen sich vergrößern“, erklärt Jörg Säurich. 

Auf einem ersten Entwurf sieht man bereits, dass an der Seite zur Schlachthofstraße ein langgestreckter Eingeschosser geplant ist. Und noch etwas kann man schon erkennen. Mit der Vergrößerung der Verkaufsfläche ist der Investor auch gezwungen, die Zahl der Stellflächen zu erhöhen. Momentan können 200 Autos zwischen den Supermärkten parken. Nach dem Umbau soll das Einkaufszentrum über 300 bis 350 Stellplätze verfügen.

Die meisten neuen Parkplätze entstehen durch den Bau einer Tiefgarage. Die wird von der Schlachthofstraße aus befahrbar sein und 115 Stellflächen umfassen. Die Parkplätze sind kostenlos, aber nur für Kunden des Einkaufszentrums gedacht. Anwohner sollen dort nicht ihr Auto abstellen, erklärt Säurich und hat noch eine gute Nachricht für Fußgänger. Die können den Weg durch die Tiefgarage nutzen. Zumindest während der Öffnungszeiten bringt ein Aufzug sie auf kurzem Weg zum Einkaufszentrum. Die kleine Treppe hinter dem alten Hotel, die momentan einen schnellen Durchgang ermöglicht, soll nach dem Umbau aber wegfallen.

Der Stadtrat hat für das Vorhaben bereits einen ersten Schritt getan und einen Antrag der Investoren befürwortet. Einige Hürden muss das Projekt aber noch nehmen. Aktuell läuft eine Prüfung zum Umweltschutz. Laut Baubürgermeisterin Juliane Naumann sollen die Pläne im August für die Öffentlichkeit ausliegen. Anwohner haben dann die Möglichkeit, Hinweise oder Einwände zu Protokoll zu geben.