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Radebeul

Im Baumarkt geht noch was

Obi, Toom, Landmaxx – Einkaufen ist noch möglich. Jeder hat jetzt dennoch seine besonderen Regeln, Öffnungszeiten und Zugänge.

Die Landmaxx-Zentrale an der Auerstraße in Coswig. Hier und in sechs weiteren Märkten dieser Gruppe werden vor allem Gewerbetreibende bedient. Aber auch Privatkunden haben noch Möglichkeiten.
Die Landmaxx-Zentrale an der Auerstraße in Coswig. Hier und in sechs weiteren Märkten dieser Gruppe werden vor allem Gewerbetreibende bedient. Aber auch Privatkunden haben noch Möglichkeiten. © Arvid Müller

Vor reichlich einer Woche stürmten die Menschen die Baumärkte - in der Annahme, das ist vorerst die letzte Möglichkeit, dort einzukaufen. Jetzt ist mancher in Kurzarbeit zu Hause und will den Garten in Ordnung bringen oder für die Kinder was bauen, und siehe da, in den Baumärkten geht doch noch was. Die SZ hat sich umgeschaut.

Die meisten Filialen im Landkreis Meißen hat die einheimische Baumarktkette Landmaxx. Deren Zentrale ist in Coswig an der Auerstraße 117. Allein sieben der elf Märkte in Sachsen und Südbrandenburg sind im Kreis Meißen. So neben Coswig in Radebeul, Klipphausen, Großenhain, Lommatzsch, Radeburg und Nossen. Betrieben werden die Märkte von Vater und Sohn Stephan und Marcus Namokel aus Radebeul.

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Nicht mehr als drei Personen

Landmaxx hat vor allem für Gewerbetreibende, aber auch für private Kunden geöffnet. Allerdings unter folgenden Bedingungen, so Prokurist Marcus Namokel: "Gewerbekunden dürfen sowohl auf den Hof wie auch in den Markt selbst rein. Wir lassen nicht mehr als drei Personen in die Halle. Wenn es mehr sind, müssen die vor der Tür warten." Die Leute seien bisher vernünftig. Die Verkäufer sind durch Plexiglasscheiben geschützt. Streifen zum Sicherheitsabstand gibt es auf den Böden.

Für Gewerbekunden und Dienstleister sei das komplette Sortiment verfügbar, so der Prokurist. Privatkunden können derzeit nur Brennstoffe, Tierbedarf und Getränke kaufen. Marcus Namokel empfiehlt den Kunden die Vorbestellung am Telefon - die Nummer des jeweiligen Marktes steht auf der Webseite. Außerdem gibt es eine Hotline: 03523 8250. Es kann auch direkt online bestellt werden. 

Geöffnet sind die  Märkte Radebeul, Coswig, Radeburg Montag bis Freitag von 6.30 Uhr bis 17 Uhr, am Samstag von 8 bis 12 Uhr. In Großenhain, Klipphausen, Lommatzsch, Nossen am Nachmittag eine halbe Stunde kürzer. Marcus Namokel: "Diese Vorgehensweise und die Öffnungsbedingungen sind mit dem sächsischen Gesundheitsministerium abgesprochen." 

Obi-Markt in Radebeul. Vor gut einer Woche durften die Kunden einzeln noch rein. Jetzt dienen die beiden Flügeltüren am Eingang als Warenschleuse, wo das Bestellte abgeholt werden muss.
Obi-Markt in Radebeul. Vor gut einer Woche durften die Kunden einzeln noch rein. Jetzt dienen die beiden Flügeltüren am Eingang als Warenschleuse, wo das Bestellte abgeholt werden muss. © Norbert Millauer

Bei Obi geht auch noch vieles. Hier wird nicht zwischen Gewerbe- und Privatkunden unterschieden. Im Markt Radebeul an der Cossebauder Straße, Ecke Meißner Straße ist fast die ganze Mitarbeiterbesatzung noch an Bord. Marktleiter Patrick Franke: "Unser Telefon ist von 9 bis 17 Uhr besetzt. Dort können die Kunden unter der Nummer 0351 8308565 bestellen." Allerdings sei derzeit keine längere Beratung möglich.

Bestellt werden könne ebenfalls problemlos über den Obi-Internetzugang und die Auswahl des Marktes. Der Kunde bekomme dann eine Bestätigungsmail. Was an Ware noch da ist, so Franke, sei am besten auf der Webseite abzulesen. Die Nachlieferung sei jetzt nicht bei allen Artikeln sicher.

Der Radebeuler Obi-Markt ist generell nicht für den Kundenbesuch offen. Aber: Es gibt einen sogenannten Windfang – zweimal zwei Türen. "Dazwischen platzieren wir die bestellte Ware, der Kunde kann sie sich dort abholen", sagt der Marktleiter. Auch eine Belieferung nach Hause werde noch im Umkreis von 20 Kilometern angeboten. Die Zusatzkosten dafür seien abhängig von der Kilometerentfernung und von der Größe und Menge der Ware. Die Maximalkosten dafür würden etwa 39 Euro betragen. 

Im Obi-Baumarkt in Meißen hält sich der Besucherandrang bislang in Grenzen. Vereinzelt holen aber noch Menschen ihre reservierten Waren ab – ohne Kontakt zu den Kassierern.
Im Obi-Baumarkt in Meißen hält sich der Besucherandrang bislang in Grenzen. Vereinzelt holen aber noch Menschen ihre reservierten Waren ab – ohne Kontakt zu den Kassierern. © Claudia Hübschmann

Im Meißner Obi-Markt auf der Fabrikstraße ist es ähnlich. Hier hat gegen Mittag ein junger Mann sein Auto beladen: zwei Einkaufswagen voll mit Erde, Pflanzen, Holzlatten und Farbe. "Die nächsten drei Tage bin ich zu Hause, um in meinem Garten zu arbeiten", erklärt er auf Anfrage. Sonst ist kein Kunde oder Handwerker auf dem Parkplatz zu sehen.

Wer bestellen will, muss anrufen

Wer hier etwas bestellen will, muss vorher anrufen oder eine E-Mail schreiben. Oder im Onlineshop bestellen, dann Marktabholung auswählen. "Das ging bei mir problemlos", so der Mann. In den Markt darf nur jeweils ein Kunde eintreten und bezahlen. Am Ausgang schieben dann die Obi-Mitarbeiter die Ware auf Wagen hinaus. Die Kassierer werden durch Plexiglasscheiben geschützt. "Ein Bekannter hat mir den Tipp gegeben, dass der Markt noch geöffnet ist. Sonst hätte ich das gar nicht mitbekommen."

Im Toom-Markt legt Geschäftsführer Torsten Melzer besonders darauf Wert. "Wir stellen die Notversorgung wie Heizmaterial sicher und bewerben unseren Verkauf nicht. Es soll keine Freizeitbeschäftigung sein, im Baumarkt einzukaufen." Damit möchte er gern der Meinung entgegenwirken, dass er nur aus kommerziellen Gründen geöffnet habe. Allerdings mache er nur einen Umsatz von einem Prozent des regulären Geschäfts.

Torsten Melzer, Geschäftsführer des Toom-Marktes in Meißen, möchte die Notversorgung der Meißner sichern. Zum Beispiel mit Brennholz, das momentan wieder gefragt ist – aufgrund des Temperatursturzes.
Torsten Melzer, Geschäftsführer des Toom-Marktes in Meißen, möchte die Notversorgung der Meißner sichern. Zum Beispiel mit Brennholz, das momentan wieder gefragt ist – aufgrund des Temperatursturzes. © Claudia Hübschmann

Der Markt auf der Berghausstraße richtet sich dabei hauptsächlich an Handwerker. Deswegen ist auch ab sofort der Parkplatz vor dem Markt geschlossen. Aber wie im Obi-Markt können weiterhin Privatpersonen online oder telefonisch bestellen, um die Ware dann täglich zwischen 8 und 18 Uhr im Markt abzuholen. Aber nicht am Haupteingang, sondern hinter dem Markt am Wareneingang. 

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Dort war gegen Mittag mehr los als vor dem Obi. Da nur ein Kunde in den Markt darf, dauert es etwas länger. Die zwei Wartenden waren aber geduldig und lächelten. "Nützt ja nichts", erwidert einer auf Ansprache. Im Markt selbst sind die Kassierer hinter Plexiglasscheiben geschützt und desinfizieren das Kartenlesegerät nach jeder Nutzung. Solange die Märkte noch verkaufen dürfen.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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