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Im Museum wird preisverdächtig gelöscht

Die Sprinkleranlage im Militärhistorischen Museum wird ausgezeichnet. Sie nutzt Gas, um Brände zu bekämpfen.

Bei der Neustädter Feuerwehr braucht der Kaffee nicht kalt zu werden, wie in dem beliebten DDR-Kinderbuch. Wenn es im Militärhistorischen Museum brennt, haben die Kollegen zumindest theoretisch 90 Minuten Zeit, um zum Olbrichtplatz zu kommen. In der Zwischenzeit könnte eine Hightech-Sprinkleranlage das Löschen übernehmen. Diese Anlage ist so modern, dass sie am 17. April mit dem „Sprinkler-Protected-Award“ ausgezeichnet wird.

Der Bundesverband Technischer Brandschutz verleiht die Auszeichnung seit 1993 an öffentliche Gebäude mit besonders gutem Brandschutz. Die Zerteilung des Museums durch den Keil sei eine besondere Herausforderung für die Sicherheitsplaner gewesen, heißt es in der Begründung. Durch die „vollflächige automatische Feuerlöschanlage“ könnten die Schutzziele bei einem Brand eingehalten werden.

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Die Anlage besteht aus über 3 000 Sprinklerköpfen und 13 Kilometern Rohrleitung. Weil auf dem Museumsgelände ein separates Wasserreservoir angelegt wurde, können die Sprinkler 90 Minuten lang eigenständig laufen.

Wachtmeister Ingo Krause kennt die Anlage. Jede Abteilung der Neustädter Wache ist einmal jährlich im Museum vor Ort, „um eine Begehung zu machen. Dann sehen wir etwa, wenn Exponate umgeräumt wurden.“ Die Sprinkler erzeugten durch feine Nebelschleier Brandabschnitte, ähnlich einer Brandschutztür. Auch die Fluchtwege würden auf diese Weise unter Wasser gesetzt. „Das ist sehr umfassender Brandschutz, auch die Zwischendecken werden gut überwacht“, sagt Krause.

Museumssprecher Sebastian Bangert erläutert die Komplexität der Anlage: „In einem Museum kann durch Wasser deutlich höherer Schaden an den Exponaten entstehen als durch das eigentliche Feuer.“ Deshalb fließt erst dann Wasser in die Rohre, wenn der Brandmelder auslöst. Zudem werden bestimmte Bereiche im Museumsareal auch durch Gas geschützt, etwa die Archivräume. „Das ist ein -Gemisch, das nur eingelassen wird, wenn sich kein Mensch mehr in diesem Teil des Gebäudes aufhält. Auch das meldet die Anlage.“ Die bald preisgekrönte Sprinkleranlage kostete 1,3 Millionen Euro. „Sie ist auch deshalb so modern, weil das Museum ja erst 2011 eröffnet wurde“, sagt Bangert. (SZ/fra)