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Im Schwung alter Schlagerzeiten

Die Elite des DDR-Schlagers ist auch heute noch gut aufgestellt. Uwe Jensen & Kollegen lieferten den Beweis.

Vor „Uwes Cafe“ verfolgten die Künstler die Auftritte der Kollegen.
Vor „Uwes Cafe“ verfolgten die Künstler die Auftritte der Kollegen. © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Hoyerswerda. Frauentag war schon immer so etwas wie ein geheimer Feiertag. Das ist bis heute so geblieben, wie das große Programm von Uwe Jensen „Happy Birthday“ in der Lausitzhalle am Freitagnachmittag zeigte: Gleich drei Reisebusse entsendete „Schorfheide-Tourist“, der vierte kam von „Wörlitz-Tourist“. Schön, wenn in solche Wochenendreisen in die Lausitz auch Hoyerswerda mit der Lausitzhalle einbezogen wird. Und die Frauen brachten ihre Männer mit, so wie es umgekehrt zu Himmelfahrt auch üblich geworden ist.

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Zum Frauentag 2019 gesellten sich als Jubiläen „100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland“ und natürlich der 70. Geburtstag von Uwe Jensen. Der zeigte sich zwei Stunden mächtig gut drauf, nicht nur beim Singen, sondern auch als Tänzer mit den Damen vom Showballett „Smash“ und als musikalischer Verwandlungskünstler durch die Welt. Tanzen konnte der Entertainer schon vor 30 Jahren. Daran erinnerte ein Fernsehfilm, als er mit Uta Bresan anlässlich ihres ersten Bühnenauftritts einen Rock’n’Roll tanzte. Wo ist bloß die Zeit geblieben? Uta Bresan feierte ihr 30. Bühnenjubiläum. So stürmisch sind bei ihr die Zeiten nicht mehr, im Duett mit Uwe Jensen sang sie „How Do You Do“, später präsentierte sie ihren ganz neuen Hit „Wir werden uns finden“.

Die Lausitzhalle bebte, als Petra Zieger die Bühne betrat. Schon vor fast 40 Jahren war das so, wenn sie ihre Konzerte bestritt. Ihr Alter sieht man der Rocklady wahrhaftig nicht an, die Kraft ist bei der „Superfrau“, so ihr erster Titel, ungebrochen. Riesenapplaus gab es schließlich zu ihrem Hitmedley „Katzen bei Nacht“.

Etwas nachdenklicher wurde es, als Andreas Holm ohne seinen langjährigen Gesangspartner Thomas Lück unerwartet allein auftreten musste. Wir haben es auch in der SZ gelesen, Thomas Lück hat krankheitsbedingt alle Verpflichtungen abgesagt. Ihm galten aus der Lausitzhalle mit Beifall verbunden beste Wünsche zur Genesung. Andreas Holm erinnerte an die großen DDR-Schlagerjahre Ende der 1960er/Anfang 1970er Jahre mit seinem wohl größten Hit „Sieben Mal Morgenrot, sieben Mal Abendrot“, und er sang auch noch den „Varadero“.

Still wurde es, als auf der Videowand ein Bild eingeblendet wurde, welches Uwe Jensen mit Achim Mentzel zeigt. Vor drei Jahren starb Achim unerwartet, ein langjähriger Wegbegleiter der Volksmusik und des deutschen Schlagers. Uwe Jensen hatte die Witwe von Achim Mentzel eingeladen und begrüßte sie im Publikum mit einem Blumenstrauß. Tiefbewegte Szenen, bei denen Wiedersehen eher keine Freude macht. Für seinen alten Freund aus Gallinchen sang Uwe Jensen das „Hallelujah“. Musikalische Höhepunkte waren danach Bernd Warkus am Xylophon und Sophia Venus machte aus ihrem Nachnamen gleich ihren ersten Hit „Von der Venus zum Mond“, Muck sang mit Uwe Jensen ein tolles Countrymedley, „Isabell“ und die „Kleine Linda“ bleiben ewige Ohrwürmer. Für Gäste aus Woldegk haben Uta Bresan und Uwe Jensen ein Duett eingespielt: „Fahr nach Afrika“. Nach der Pause gab es den Auftritt vom Kindermusicaltheater Berlin. Wohl der beeindruckendste Teil der ganzen Show. Alle Achtung, was da abging. Das Theater betreut 120 Kinder in den Sparten Gesang, Tanz und Schauspiel, jedes Jahr wird in der Weihnachtszeit ein Musical aufgeführt. Das letzte war „Der Zauberer von Os“, die Ausschnitte waren ebenso beeindruckend wie die Vorschau auf 2019, die den Tanz „Berlin ist cool“ vorab schon einmal zeigte. Weiter ging es mit Hits aus alten Zeiten, bei denen „Mama Leone“ und „Auf der Straße nach Süden“ nicht fehlen durften. Zuletzt sangen alle „Danke für den Abend, es war so herrlich schön“. Wahrhaftig, schöner hätte er gar nicht sein können.