SZ +
Merken

Immer öfter bleibt die Küche kalt

Gaststätten im Landkreis Görlitz schließen oder kürzen Öffnungszeiten und Angebote. Viele Wirte sind frustriert.

Von Gabriela Lachnit
 4 Min.
Teilen
Folgen
NEU!
Andriko Zimmermann mit Tochter und Mitarbeiterin Janina Schmeltekop im Berggasthof in Jauernick-Buschbach. Seit Jahren ist der Gastwirt auf Suche nach Personal.
Andriko Zimmermann mit Tochter und Mitarbeiterin Janina Schmeltekop im Berggasthof in Jauernick-Buschbach. Seit Jahren ist der Gastwirt auf Suche nach Personal. © Foto: Pawel Sosnowski

Das Café im Görlitzer Stadtpark hat ein Problem: Danuta Moses, eine der Betreiber des Cafés, muss krankheitsbedingt aufhören. Michael Moses, der zweite Betreiber, sucht daher dringend jemanden, der einspringen kann. Gelingt das nicht, will er nur bis Ende März Gäste im Café empfangen. Ein ähnliches Problem kennt Andriko Zimmermann. Der Inhaber des Berggasthofes in Jauernick-Buschbach ist seit Jahren auf der Suche nach zuverlässigem Personal. „Das ist mittlerweile ziemlich aussichtslos“, sagt er. Viele potenzielle Bewerber wollen weder abends noch am Wochenende arbeiten. „Und wenn, dann oft nur in Teilzeit“, sagt der Wirt. Den Arbeitsweg ins Görlitzer Umland scheuen ebenfalls viele, fehlt es doch am öffentlichen Nahverkehr in den Abend- und Nachtstunden. Vor Jahren habe er noch bei der Arbeitsagentur ein Stellenangebot eingestellt, berichtet der Gastwirt. Etliche Arbeitslose hätten die Stelle von ihrem Berater angeboten bekommen. Die Vermittlung scheiterte jedes Mal. „Entweder, sie haben sich gar nicht erst gemeldet, oder nur den Stempel abgeholt als Nachweis, dass sie hier waren“, berichtet Zimmermann. Seine Ehefrau Iris, die Köchin, ergänzt, dass auch finanzielle Anreize – Stundenlohn zwischen zehn und 15 Euro – nichts bewirkt hätten. „Ich kann die Wirte verstehen, die ihr Geschäft schließen, Ruhetage einführen oder Angebote kürzen, weil sie es einfach alleine nicht mehr schaffen “, ergänzt sie.

Ihre Angebote werden geladen...