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Immobilienbüro zieht in alte Bäckerei

Jahrelang waren die Räume an der Steinstraße 39 in Bautzen zugemauert. Jetzt zieht hier wieder Leben ein.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Bautzen. Obwohl Bautzen noch recht gut mit Bäckereien ausgestattet ist, ihre Zahl schrumpft. Bereits vor 30 Jahren schloss an der Steinstraße 39 die Bäckerei Martin, an die sich wahrscheinlich nur noch ältere Bautzener erinnern können. Damals mauerte man das Schaufenster und die Eingangstür einfach zu. Nur die Fenster des Nebenraumes blieben. Hier wurde eine kleine Wohnung eingerichtet.

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Doch jetzt wurde alles wieder rückgängig gemacht. Im März legte man Schaufenster und Eingangstür wieder frei. Und auch im Inneren ist mittlerweile einiges geschehen. Robby Roch, der Inhaber der Postbank-Immobilien-Gesellschaft Ostsachsen, hat das Gebäude erworben, um im Erdgeschoss neue Geschäftsräume für sich und seine zehn Mitarbeiter zu schaffen. Momentan befinden sich die Büros noch an der Kurt-Pchalek-Straße 8. Doch die Räume seien zu klein und die Bausubstanz veraltet. Das Hauptproblem dort sei jedoch die schlechte Internet-Anbindung. Deshalb suchte Robby Roch dringend nach einem neuen Firmensitz.

Mehr Platz für alle Mitarbeiter ist entstanden

Inzwischen haben die Handwerker die Räume im Erdgeschoss bereits nach den Wünschen des Immobilienkaufmanns neu zugeschnitten. Sie wurden jetzt so angeordnet, dass alle Büros von einem zentralen Flur aus zu erreichen sind. Im ehemaligen Verkaufsraum der Bäckerei wird der Empfang eingerichtet. Robby Roch ist froh, dass jetzt mehr Platz für alle Mitarbeiter geschaffen wird und auch genügend Kapazitäten entstehen, um zusätzlich vier bis fünf Lehrlinge und Praktikanten beschäftigen zu können. „Wir wollen expandieren“, sagt er. Die Bauarbeiter haben auch am Gebäude eine Horizontalsperre errichtet, um die Wände trockenzulegen. Ebenso soll eine Fußbodenheizung mit dazu beitragen, dass keine Feuchtigkeit mehr aufsteigen kann. Die Heizung wird durch eine Gas-Therme gespeist. „Hier im Haus besitzen alle Wohnungen eine eigene Gas-Therme“, sagt der Bauherr. Und auch der Backofen sei damals mit Gas beheizt worden. Die Wohnungen sind übrigens alle bereits vor zehn Jahren in Ordnung gebracht worden, sodass dort nichts mehr gemacht werden muss. Von außen sieht das Haus daher auch nicht sanierungsbedürftig aus. Robby Roch freut sich, dass er nach Fertigstellung seiner Geschäftsräume auch eine Sichtwerbung anbringen kann, um an der viel befahrenen Steinstraße auf sich aufmerksam zu machen. „Viele kennen uns nämlich gar nicht“, sagt Robby Roch. Dabei betreut er mit seinen Mitarbeitern rund 600 Kunden im Jahr. „Eines unserer Referenzobjekte ist die Umgestaltung des alten Gasthofes in Kleinwelka“, sagt Robby Roch. Sein Geschäftsfeld umfasst den Verkauf und die Vermietung von Immobilien, sowie die Objektbewertung und -projektierung und auch Zwangsversteigerungen.

Wenn er mit seinen Mitarbeitern in die neuen Räume eingezogen ist, bleibt Robby Roch noch ein gutes Stück Arbeit. Denn hinter dem Hauptgebäude befinden sich noch vier ineinander verschachtelte Hinterhäuser, die unter anderem die frühere Mehlkammer der Bäckerei und Schuppen für die Mieter beherbergen. Da die Sanierungskosten für diese Anbauten viel zu hoch wären, müssen sie abgerissen werden. Das wird aber wahrscheinlich nicht mehr in diesem Jahr geschehen, denn noch laufen dazu die Genehmigungsverfahren. Nach dem Abriss sollen dann dort Stellplätze für Pkw entstehen.