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Inhaftierter Kurde beendet Hungerstreik

Dresden. Der mutmaßliche Drahtzieher der Besetzung des griechischen Generalkonsulats in Leipzig hat seinen Hungerstreik beendet. Der 32-jährige Kurde Ali Ekrem D. habe die Aktion bereits vor wenigen Tagen abgebrochen, teilte ein Sprecher des Dresdner Landgerichts gestern auf Anfrage mit.

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Dresden. Der mutmaßliche Drahtzieher der Besetzung des griechischen Generalkonsulats in Leipzig hat seinen Hungerstreik beendet. Der 32-jährige Kurde Ali Ekrem D. habe die Aktion bereits vor wenigen Tagen abgebrochen, teilte ein Sprecher des Dresdner Landgerichts gestern auf Anfrage mit. Der Mann war Anfang Juni in der Untersuchungshaft in Dresden in den Hungerstreik getreten. Damit protestierte er gegen die seiner Ansicht nach schlechte Behandlung des in der Türkei zum Tode verurteilten Separatisten-Führers Öcalan.
Der 32-jährige D. muss sich seit März vor der Staatsschutzkammer des Dresdner Landgerichts unter anderem wegen Geiselnahme und Anstiftung zu schwerem Hausfriedensbruch verantworten. Er soll im Februar 1999 die Besetzung des Konsulats angeordnet haben. Außerdem soll er als Gebietsverantwortlicher der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) weitere Aktionen in Ostdeutschland gesteuert haben. Der Angeklagte schweigt bislang zu den Vorwürfen.
Nach Angaben des Gerichtssprechers ist mit einem Ende des Verfahrens frühestens im September zu rechnen.
In Justizkreisen hieß es, auch andere in Deutschland angeklagte mutmaßliche PKK-Funktionäre, die sich bis vor kurzem im Hungerstreik befanden, hätten die Aktionen inzwischen beendet. Aus Protest gegen die Festnahme von Öcalan hatten Kurden im Februar vergangenen Jahres das Konsulatsgebäude in Leipzig besetzt und drei Geiseln genommen. Nach rund zehn Stunden konnte die Polizei die Geiseln unverletzt befreien. Alle 73 Besetzer wurden festgenommen. Die Mehrzahl von ihnen wurde zu Bewährungsstrafen verurteilt. (lr)

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